Artikelreihe Wiedergeburt – Heilsgewissheit

Vor wenigen Tagen erst, hörte ich, wie von einer Kanzel herunter behauptet wurde, eine Frau, die sich aktuell „für Jesus entschieden habe“ sei nun  „wiedergeboren“. Eine biblische Begründung dazu folgte natürlich nicht. ln den letzten Artikeln zum Thema WIEDERGEBURT wurde hoffentlich deutlich, daß „Wiedergeburt“ eine souveräne Wirkung Gottes ist und keinesfalls auf die „Entscheidung“ eines Menschen hin geschieht. Wenn nun ein Mensch nicht von sich aus „wiedergeboren“ werden kann, da Wiedergeburt kein Menschenwerk ist, kann er diese Geburt auch nicht rückgängig machen. Weiterlesen „Artikelreihe Wiedergeburt – Heilsgewissheit“

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Artikelreihe – Wiedergeburt: Buße und Glaube

In den letzten Artikel wurde deutlich, daß der Mensch selbst an dem Prozeß der Wiedergeburt willentlich vollständig unbeteiligt ist. Ein geistlich toter Mensch, der Gott weder kannte noch suchte, bekommt von Gott neues Leben und die Erkenntnis der Wahrheit über den eigenen verlorenen und sündhaften Zustand. War der Mensch als Herr seines bisherigen Leben ohne Gott nicht nur völlig zufrieden, sondern  hat Gott aus tiefstem Herzen und eigener Entscheidung Herzen abgelehnt, stellt diese veränderte Haltung einen Wendepunkt dar. Weiterlesen „Artikelreihe – Wiedergeburt: Buße und Glaube“

Artikelreihe – Wiedergeburt: Sündenerkenntnis

WIEDERGEBURT ist ein souveränes göttliches Handeln am Menschen und läßt sich allein aus diesem Grund in kein dogmatisches Korsett pressen. Jedoch, auch wenn die verschiedenen Aspekte der WIEDERGEBURT eng miteinander verbunden sind, und in ihrem weiteren Verlauf aufeinander aufbauen, bleiben diese sowohl unterscheidbar bzw. laufen bei jedem Menschen zeitlich unterschiedlich ab. Die Voraussetzung, sozusagen die „Initialzündung“ des neuen Lebens, ist – wie festgestellt – die ZEUGUNG (hier) durch das Wort Gottes. Durch diese wird ein bisher geistlich toter Mensch lebendig, erfährt die erste AUFERSTEHUNG (hier). Weiterlesen „Artikelreihe – Wiedergeburt: Sündenerkenntnis“

Artikelreihe – Wiedergeburt: Moment oder Prozeß?

In dem Artikel „Bornagain“ habe ich kurz die drei wesentlichen Konzepte vorgestellt, die mit dem Begriff „Wiedergeburt“ verbunden werden. Weiterhin habe ich versucht die biblisch-reformierte Sichtweise darzustellen: Durch die Predigt des Evangeliums wird ein bis dato geistlich toter Mensch „erweckt“, erhält neues geistliches Leben (Eph2:4-6). Wiedergeburt ist somit ein Bild für den Übergang vom Tod zum Leben und beschreibt die Zueignung und Mitteilung der Erlösung durch Jesus Christus im Glauben. Weiterlesen „Artikelreihe – Wiedergeburt: Moment oder Prozeß?“

"Born again" – Wiedergeburt, was ist das?

Als prominenter Vertreter derer, die sich selbst – in Abgrenzung zu anderen gläubigen Christen – als „wiedergeboren“ (born again) betrachten bzw. bezeichnen, gilt der vormalige US-Präsident G.W. Bush. Was aber bedeutet „Wiedergeburt“ respektive geschieht bei derselben wirklich? Innerhalb des Protestantismus existieren drei sehr unterschiedliche theologische Konzepte …

Ich möchte – in aller Kürze – diese unterschiedlichen Positionen hier vorstellen.

Taufwiedergeburt –Wiedergeburt“ sakramentalistisch verstanden

Die Taufwiedergeburt stellt die orthodoxe, evangelisch-lutherische Sichtweise dar… Es existieren innerhalb der Evangelischen Kirche durchaus Überschneidungen zu den anderen Positionen, diese wird jedoch offiziell durch Bekenntnis und Lehre so geglaubt und gelehrt (hier->).

Durch die sakramentale Handlung der Taufe, wird ein Mensch – in der Regel als Kind – „wiedergeboren“ und erhält damit Anteil am Leib Christi bzw. wird Glied der Kirche. Der Gläubige bleibt dem Wesen nach „Sünder“, bekommt aber eine neue Stellung vor Gott als „Gerechter“ (peccator in re, iustus in spe) durch die Rechtfertigung in Christus.

Das Sakrament stellt so verstanden Bestätigung, Unterstreichung und Bekräftigung dessen, wovon im Wort die Rede ist, dar:

»Das Wort tritt zum Element und wird ein Sakrament“ (Accedit verbum ad elementum, et fit sacramentum) Augustinus

Für Luther ist die Taufe

»billig ‚ein Bad der neuen Geburt’ und das rechte Verjüngerungsbad, daß, wer darin badet, wird wieder jung und neu geboren; nicht wie zuvor aus Mutterleibe, welches ist die alte Geburt, sondern aus der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Schuld und Verdammnis zur Unschuld und Gnade, aus dem Tode ins ewige Leben.« Dr.M. Luther

Zwar verneint Luther das traditionelle „Opus operatum-Denken“ der römisch-katholischen Kirche, wonach die Sakramente aus ihrem bloßen Vollzug heraus wirken und heilskräftig sind und sagt ohne wenn und aber:

»Ohne Glauben ist es nichts nütze, ob es gleich an ihm selbst ein göttlicher, überschwenglicher Schatz ist.«

aber er versteht Glaube und Wiedergeburt auch nicht von der Taufe mit Wasser losgelöst. Luther meint,

»daß der Glaube etwas haben muß, das er glaube, das ist, daran er sich halte und darauf stehe und fuße. Also hanget nun der Glaube am Wasser und glaubt, daß es die Taufe sei, darin eitel Seligkeit und Leben ist.«

Auch wenn Luther bzw. der lutherische Protestantismus eindeutig die Notwendigkeit des Glaubens und das Wirken des Heiligen Geistes bekennen, reicht beides nicht aus, besteht hier durchaus noch eine Nähe zum römisch-katholischen Sakramentsverständnis.

Erneuerte Kreatur – „Wiedergeburt“ spiritualistisch-pietistisch verstanden

Insbesondere innerhalb der freikirchlichen Bewegung, Hauptträger des pietistischen Evangelikalismus (hier->), geht man davon aus, das ausgelöst durch ein, in der persönlichen Biographie lokalisierbares – Bekehrungsereignis, eine wie auch immer geartete – „Erneuerung“ bzw. „Wiedergeburt“ des inneren Menschen stattfindet. Der Gläubige erhält, infolge bzw. aufgrund einer eigenen Willensentscheidung und dem daraufhin wirkenden Geist Gottes, wesenhaft Anteil an dem auferstandenen Christus und ist eine neue Kreatur.

»Diese neue Geburt ist mehr als eine Reformation, sie ist eine Transformation… In plastischen Worten hebt die Bibel die Veränderung hervor, die wiedergeborene Menschen erfahren: von Begierde zur Heiligkeit; von Dunkelheit zum Licht; vom Tod zur Auferstehung; vom Fremdling zum Bürger in Gottes Stadt. Die Bibel lehrt, dass der wiedergeborene Mensch einen veränderten Willen, veränderte Emotionen, veränderte Lebensziele, eine ganz andere Disposition und einen neuen Lebensinhalt hat. Er empfängt eine neue Natur und ein neues Herz. Er wird eine neue Schöpfung.« Billy Graham, Wiedergeburt – wie geschieht das?

Nach diesem Verständnis wird das Geschehen am Kreuz und in der Auferstehung von Christus weg, hin zum Gläubigen verlagert. Nicht allein Christus ist als Erstgeborener aus den Toten „eine neue Kreatur“ (2Kor 5,17), sondern individuell und substanziell-wesenhaft die Natur eines jeden Gläubigen.

»Nach 2.Kor 5,17 ist der Gläubige ein neues Geschöpf „in Christus”. Er ist es nicht bloß teilweise! „Das Alte ist vergangen – Neues ist geworden.” Man muss dieser Aussage wirklich Gewalt antun, um in ihr eine Koexistenz von „Alt” und „Neu” im Christen bezeugt zu finden. Seine Identität ist von daher bestimmt, dass er in Christus eine neue Schöpfung – und nur eine neue – ist. Weil im Kreuzestod Jesu Christi die alte Schöpfung beendet wurde und mit seiner Auferstehung die neue begann, ist nun der Christ als Teilhaber der Oster-Wirklichkeit selber ein neues Geschöpf.« W. Kopfermann, “Heiligung – Teilhabe an der neuen Schöpfung“(Rezension hier->)

Diese Sichtweise geht einher mit dem Konzept einer verfügbaren, heidnischen Gottesunmittelbarkeit und Vergöttlichung des Menschen.

Glaube – „Wiedergeburt“ biblisch-reformiert verstanden

Die reformierte Sichtweise geht nun bei der „Wiedergeburt“ davon aus, das ein Mensch, Kraft des verkündigten Wortes und dem darin wohnenden Wirken des Heiligen Geistes vom Nichtglauben (=geistlicher Tod), zum Glauben (=geistliches Leben) kommt (Röm10,17; 1Petr1,23).

„Wiedergeburt“ ist der Augenblick, in dem der Glaube an den stellvertretenden, historisch-leiblichen Tod und die Auferstehung Christi in dem Erwählten von Gott gewirkt wird. Wiedergeburt wird in der Schrift oft im Sinne einer Auferstehung geschildert. Als erste Auferstehung geschieht diese geistlich/übertragen (Offb 20,6; siehe auch Joh 11,25.26; Eph 2,5.6; Kolo3,1-3).

Erst mit der zweiten Auferstehung, der Auferstehung der Toten, zum ewigen Leben wird der leibliche Vollzug der Wiedergeburt umfassend und abschließend realisiert, wobei deren Wirksamkeit bereits heute jedoch mittels des Glaubens gegeben ist.

Durch den Glauben an die erste Auferstehung, bekommt der Gläubige gegenwärtig Anteil am Reich Gottes, wird Glied am Leib Christi (der Kirche), während die zweite Auferstehung in der Zukunft liegt und mit der Verherrlichung und Verwandlung des Leibes einhergeht (Offb 20,6).

»Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.« 1Petr1,3
»Gott …hat auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht …und hat uns mit ihm auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus.« Epheser 2,4-6
»Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.« Joh11,25.26

In Christus Jesus, dem Erstgeborenen sind wir bereits mit auferweckt (wiedergeboren) und haben Anteil an der Himmelswelt. Wesentlich dazu auch die Aussage Jesu:

»Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben.« Joh5,25
»Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes« Kol3,1

Jeder, der wiedergeboren ist, ist in Christus mit Christus auferstanden: Das ist die erste Auferstehung.

Jesus sagt in Johannes 3,3: »Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.« Anteil am Reich Gottes hat man also durch die Wiedergeburt. Bleibt der Gläubige dem Wesen nach „fleischlich„, wird ihm durch den Glauben eine neue „geistliche“ Natur zugeeignet.

»Aber dennoch, trotz solcher Zusagen, wie Römer 6 sie gibt, bleibt der Mensch Mensch und verliert seine Art nicht. In der Wiedergeburt wird die Substanz des Menschen nicht geändert. Eine Eingießung neuer Kräfte, religiöser Qualitäten und Dispositionen findet keineswegs statt. Das ist osiandrisch und römisch. Die Kraft der Auferstehung Christi erweist sich zwar an uns, die wir glauben, aber sie fließt nie auf uns über, sondern verbleibt in Christus, dem Haupte, und wird dann den Gläubigen im Leben zugewendet – durch den heiligen Geist.« Böhl, Eduard

Der Moment der Wiedergeburt ist nach reformierter Sicht auch keinesfalls an den Zeitpunkt der (Kinder-)Taufe gebunden, vielmehr liegt dieser völlig unverfügbar bei Gott. Wiedergeburt ist das ausschließliche Werk des Heiligen Geistes. Im Prinzip kann dieses Werk Gottes im Moment der Taufe, davor oder erst viel später stattfinden.

Wiedergeburt geschieht also weder verbunden mit einer äußeren, sakramentalen Handlung, noch einer inneren, spiritualistischen Transformation, sondern durch ein unverfügbares Wirken des Heiligen Geistes.

Wiedergeburt ist ein Bild für den Übergang vom Tod zum Leben und beschreibt die Zueignung und Mitteilung der Erlösung durch Christus im Glauben!

sdg
apologet

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