The Time 100 – Evangelikaler Pastor dabei

Zusammen mit Barak Obama, Angela Merkel und anderen Bekannten aus Politik, Wirtschaft und den Medien, wird aktuell auch ein evangelikaler Pastor zu den 100 einflußreichsten Persönlichkeiten gerechnet. Was zunächst erfreulich klingt, mag bei genauerem Hinsehen bedenklich stimmen. Denn der evangelikale Pastor heißt Rob Bell.

Georg Walter schreibt auf seinem Blog:

Bells neuestes Buch Love Wins ist in den USA ein Bestseller und wurde rechtzeitig vor dem Willow Creek Jugendplus Kongress 2011, der vom 6. – 8. Mai 2011 stattfand, vom Brunnen Verlag, Gießen, in der deutschen Übersetzung mit dem Titel Das letzte Wort hat die Liebe herausgebracht. Rob Bell war auf dem diesjährigen Jugendplus Kongress einer der Hauptredner.

Ironischerweise steht der Titel der deutschen Ausgabe im Widerspruch zu Rob Bells postmodernen Denken, das in der Emerging Church vorherrschend ist. Letztgültige, absolute Aussagen kann man aus ihrer Sicht nicht machen. Das letzte Wort in einer Sache kann demnach niemand und nichts in dieser zeitlichen Ordnung haben – kein Mensch „kann wissen, wie alles endet.“ Wie will Bell, der „nicht weiß, wie alles endet,“ also wissen, dass die Liebe das letzte Wort haben wird? weiterlesen bei DistomosBlog

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Rob Bell's "großzügige Orthodoxie"

Das Buch „Love Wins“ bzw. die Theologie Rob Bells wird kontrovers diskutiert. Kritiker nennen ihn einen Universalisten, Befürworter seiner theologischen Position, wie Richard Mouw bestreiten das Bell den orthodoxen christlichen Glaubensboden in Richtung Universalismus verlassen habe.

Dr. Richard Mouw, nicht irgendwer, sondern Präsident des Fuller Seminar behauptet vielmehr, das Bell uns einen Weg aus der „geizigen“ hin zu einer „großzügigen Orthodoxie“ weist. Die eigentlich krasse Auseinandersetzung, so Mouw, einem Freund Bell’s, Absolvent des Fuller Seminars, verlaufe zwischen „generous orthodoxy and stingy orthodoxy“.

Starker Tobak. Bell und Mouw machen damit ihrerseits dem orthodoxen Christentum einen harschen Vorwurf. Nachdem er Bell’s Position u.a. mit der Billy Graham’s vergleicht, zu folgendem Schluß:

Billly Graham ist nicht universalistisch. Aber er hat zu einer Theologie der Heilsgroßzügigkeit gefunden, einer Perspektive, die er kombiniert mit einer leidenschaftlichen Verkündigung der Botschaft, dass Jesus allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Für mich und ich bin aus Überzeugung für Rob Bell, geht’s nicht besser! The President’s Blog

Mouw „labelt“ Universalimus einfach in „Heilsgroßzügigkeit“ um, meint die christliche Orthodoxie „großzügig“ erweitern, einfach neu definieren zu können und das Problem sei gelöst. Er verkennt jedoch, dass diese (sorry…) universalistische Position wie Bell und er sie einnehmen, mit der Schrift nicht zu begründen ist.

Zudem meinen beide, Bell wie Mouw und jeder der ihre Position teilt, großzügiger sein zu müssen, ja offensichtlich mehr Liebe zu besitzen als Gott, wie sie diesen im orthodoxen Christentum verstanden haben.

Dabei schmälert ihre Position sowohl Werk und Liebe Christi wie Tim Keller hier gut darlegt.

Befürworter wie Richard Mouw, der auch schon mal ein Vorwort für ein mormonisches Buch schreibt und mormonische Theologie nicht wirklich für häretisch hält (siehe DistomosBlog) bzw. Argumentationen wie er sie auf seinem Blog vorträgt, tragen sicher nicht dazu bei, die Kritik an Bell’s Buch und der der darin vertretenen universallistischen Position zu entkräften… im Gegenteil.
sdg
apologet

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Tim Keller, The Gospel Coalition hat sich pointiert zu dem Thema Liebe/Hölle geäußert:

Die Lehre von der Hölle ist von entscheidender Bedeutung, denn ohne diese können wir weder unsere völlige Abhängigkeit von Gott, noch den Charakter und die Gefahr selbst der kleinsten Sünde, oder den wahren Umfang der kostbaren Liebe Jesu verstehen. Gleichwohl  ist es möglich, die Lehre von der Hölle unweise zu betonen. Aus Angst vor Lehrkompromissen legen viele die gesamte Betonung auf das aktive Gericht Gottes, und keiner auf dem selbst gewählten Charakter der Hölle. Wie wir gesehen haben, besitzt dieses unbiblische Ungleichgewicht ironischer Weise oft weniger als mehr abschreckende Wirkung auf Nichtgläubige. Andere können von Hölle in einer derartigen Weise predigen, dass Menschen ihr Leben lediglich aus einer eigennützigen Angst vor der Konsequenz, nicht aus Liebe und Treue zu dem, der Hölle an unserer statt erfahren und umarmt hat ändern. Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Motiven ist überwichtig. Das erste bringt einen Moralisten hervor, das zweite einen wiedergeborenen Gläubigen. Wir müssen uns mit der Tatsache abfinden, dass Jesus mehr über die Hölle sagte als Daniel, Jesaja, Paulus, Johannes und  Petrus zusammengenommen. Bevor wir dies ausblenden, müssen wir erkennen, dass wir zu Jesus, dem herausragenden  Lehrer über Liebe und Gnade in der Geschichte, sagen: “Ich bin weniger barbarisch als du, Jesus, ich bin mitfühlender und weiser als du.” Dies sollte uns wohl zu denken geben! In der Tat: bei genauer Betrachtung  ist es die Lehre von Gericht und die Hölle, weshalb Jesu Proklamationen der Gnade und der Liebe so außergewöhnlich  sind. WhiteHorseInn

sdg
apologet

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Rob Bell widerspricht Kritikern, die ihn als „Universalisten“ bezeichnen. Er macht dies jedoch – offensichtlicht aus Scheu vor einem offenen Bruch mit dem „orthodoxen Christentum – auf eine nicht eben wahrhaftige Weise.

 

Wie „The Christian Post“ berichtet, stellte sich Bell im Rahmen der Vorstellung seines neuen Buches „Love Wins: A Book About Heaven, Hell, and the Fate of Every Person Who Ever Lived“ in New York entsprechenden Vorwürfen. Auf die direkte Frage „Sind sie ein Universalist“ antwortete der Pastor aus Michigan: „Nein. Nein, wenn ein Universalist zu sein bedeutet, dass man an einen gigantischen kosmischen Arm glaubt, der am Ende der Zeiten alle Menschen einsammelt – unabhängig davon ob sie wollen oder nicht.“ Dies würde die Gesetze der Liebe verletzen. „Bei Liebe geht es um Freiheit, um die Wahlmöglichkeit: Möchte ich dort sein?“

Im Verlauf der Diskussion wurde der Pastor der Mars Hill Bible Church auch mehrmals gefragt, ob er an die Hölle als einen Ort der ewigen Verdammnis glaube. „Ich glaube an die Hölle, weil wir sie jeden Tag sehen“, antwortete Bell. An anderer Stelle führte er laut „The Christian Post“ aus: „Gier, Ungerechtigkeit Vergewaltigung, Missbrauch – wir sehen wir die Hölle auf Erden überall um uns herum. Die ganze Zeit.“ Und viele Menschen wählten die Hölle.

Laut Bell müssten sich die Christen wieder mehr darauf konzentrieren, den Gott der Liebe zu predigen. Denn viele Menschen hätten ein krankes und gefährliches Gottesbild, das Bild eines Gottes „der nicht gut ist.“ Quelle: Jesus.de

Das vollständige Interview ist hier zu finden.

Update: Ron Kubsch (TheoBlog) weist hier auf ein interessantes Interview Martin Bashir’s mit Rob Bell hin, das ich auch gern zur Verfügung stelle:


Im Wortlaut: hier

Weiterhin schreibt Ron:

Viel spannender ist allerdings ein Gespräch, das God and Culture mit dem Journalisten Martin Bashir einige Tage nach dem TV-Interview geführt hat. Bashir macht ausgesprochen wertvolle Anmerkungen zur Qualität des Journalismus. Hier geht’s zum Gespräch: [podcast]http://www.godandculture.com/ra/edwards_bashir.mp3[/podcast]

sdg
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Ron Kubsch (TheoBlog) und Georg Walter (DistomosBlog) weisen auf das umstrittene Buch Love Wins von Rob Bell hin. Auch D. A. Carson spricht in seinem Buch “The God Who Is There” über die Liebe Gottes. Herangehensweise und Schlußfolgerungen der beiden Autoren scheinen jedoch recht unterschiedlich zu sein. Liebt Gott unterschieds- oder gar bedingungslos?

Ron Kubsch postet hier eine gute und bereits übersetzte Buchbesprechung Tim Challies, Buchautor und Blogger aus Kanada, der das Buch bereits gelesen hat. Und auch Tim Keller, The Gospel Coalition hat sich pointiert zu dem Thema Liebe/Hölle geäußert:

Die Lehre von der Hölle ist von entscheidender Bedeutung, denn ohne diese können wir weder unsere völlige Abhängigkeit von Gott, noch den Charakter und die Gefahr selbst der kleinsten Sünde, oder den wahren Umfang der kostbaren Liebe Jesu verstehen. Gleichwohl  ist es möglich, die Lehre von der Hölle unweise zu betonen. Aus Angst vor Lehrkompromissen legen viele die gesamte Betonung auf das aktive Gericht Gottes, und keiner auf dem selbst gewählten Charakter der Hölle. Wie wir gesehen haben, besitzt dieses unbiblische Ungleichgewicht ironischer Weise oft weniger als mehr abschreckende Wirkung auf Nichtgläubige. Andere können von Hölle in einer derartigen Weise predigen, dass Menschen ihr Leben lediglich aus einer eigennützigen Angst vor der Konsequenz, nicht aus Liebe und Treue zu dem, der Hölle an unserer statt erfahren und umarmt hat ändern. Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Motiven ist überwichtig. Das erste bringt einen Moralisten hervor, das zweite einen wiedergeborenen Gläubigen. Wir müssen uns mit der Tatsache abfinden, dass Jesus mehr über die Hölle sagte als Daniel, Jesaja, Paulus, Johannes und  Petrus zusammengenommen. Bevor wir dies ausblenden, müssen wir erkennen, dass wir zu Jesus, dem herausragenden  Lehrer über Liebe und Gnade in der Geschichte, sagen: „Ich bin weniger barbarisch als du, Jesus, ich bin mitfühlender und weiser als du.“ Dies sollte uns wohl zu denken geben! In der Tat: bei genauer Betrachtung  ist es die Lehre von Gericht und die Hölle, weshalb Jesu Proklamationen der Gnade und der Liebe so außergewöhnlich  sind. WhiteHorseInn

Update: Video CNN

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sdg
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