Reformierte Gemeindegründung in Berlin

Am 30. Juni 2012 haben sich die Ältesten der EPCEW (der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in England und Wales ) getroffen, um über eine Bibelstudiengruppe bzw. eine mögliche Gemeindegründung in Berlin abzustimmen.
Dabei fiel die Entscheidung, dass mit der Arbeit begonnen werden soll!

Seit September 2012 finden in Berlin nun monatliche Treffen zum Bibelstudium statt und, so Gott will, damit auch die Gründung einer Presbyterianischen Gemeinde.

Bitte betet dafür, dass Gott uns alle bei diesem Vorhaben leitet und uns seine Weisheit und seinen Segen schenkt.

Mehr Informationen finden sich auf der neuen Seite des Gemeindegründungsprojektes 

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Bekenntnisse

Fragt man Christen nach ihrem Bekenntnis, erntet man nicht selten einen fragenden, irritierten Blick.

Bekenntnisse werden mit trockener, wenn nicht toter “Theologie” und “Dogmatik” verbunden. Beides steht oft im Verruf im Gegensatz zu einem lebendigen Christsein zu stehen. Um es kurz und deutlich zu formulieren: Größer könnte der Irrtum nicht sein. Bekenntnisse werden von Paulus und auch Christus selbst unmissverständlich gefordert:

Röm10:8b-10 Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.

Mt10:32-33 Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Bekenntnisse beinhalten konkrete Aussagen des Glaubens. Aussagen, die durch eine Kirche angenommen, auf der Schrift basierend, und in spezifisch-historischen Situationen verfasst wurden. Wo nicht bekannt wird, wird den Aussagen der Schrift folgend auch nicht geglaubt und wo kein Glaube ist, existiert keine Rettung, kein Leben.

In dieser Gefahr, der Gefahr eines bekenntnislosen Christentum steht die evangelikale Welt heute. Dort existieren in der Regel lediglich defizitäre Auskünfte über einen allgemeinen Glauben, welcher keine konfessionellen Unterschiede kennt.

Reformierte Kirchen sind aus diesem Grund ausdrücklich konfessionelle Kirchen. Das heißt, konkrete Glaubensbekenntnisse bzw. eben Konfessionen (lateinisch confessio ‚Geständnis‘, ‚Bekenntnis‘) sind vorhanden, sie sehen ihre Wurzeln in der Kirche der ersten Christen, stehen in der Tradition der Reformation und bekennen die Irrtumslosigkeit der Schrift.

Verrücke nicht die uralte Grenze, die deine Väter gemacht haben! Sprüche 22:28

Bereits die ersten Christen haben den ihnen- durch die Apostel- überlieferten Glauben in prägnanten Formulierungen bekannt. Vielleicht das frühste Bekenntnis überhaupt, findet man in 1Kor 15:1-8

Das Evangelium, durch das man gerettet wird:

  • daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften
  • daß er begraben worden ist
  • daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften
  • daß er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen.

Die Formulierung von Bekenntnissen verfolgt vor allem anderen den Zweck

  1. Christus vor Gott und den Menschen zu bekennen und darüber hinaus Rechenschaft über den Inhalt des Glaubens abzulegen
  2. desweiteren stellen Bekenntnisse eine verbindliche Grenze zum Schutz gegenüber nicht-biblischen Lehren und Praktiken nach innen dar und vertreten die überlieferte Wahrheit aktiv nach aussen.
  3. nicht zuletzt vermitteln Bekenntnisse Kindern und Erwachsenen die wesentlichen Inhalte des biblisch-christlichen Glaubens und helfen dabei bei eines Sinnes zu sein und echte biblische Einheit zu leben.

Bekannt werden in Kontinuität mit den Vätern und der frühen Kirche die altkirchlichen Bekenntnisse , und mit der Kirche der Reformation die reformatorischen Solas . Als verbindliche Bekenntnisse werden verschiedene reformierte Bekenntnisse bekannt .

Bibelstudienabende in Berlin

Nächster Termin: 15. November, 19 Uhr.
Thema: „Ein Verständnis für Gottes Bündnisse“

Die Abende eignen sich für alle, die entweder
– an der biblischen Auseinandersetzung mit den entsprechenden Themen interessiert sind
– Grundlagen für eine fruchtbare Gemeindearbeit kennenlernen und diskutieren wollen
– Orientierung in der vielfältigen Gemeindelandschaft Berlins suchen
– an der Gründung von Gemeinde mit reformierter Tradition teilhaben wollen

Mehr Informationen: https://www.facebook.com/groups/237884869646883/

Die Piscator Bibel

Im deutschsprachigen Raum existiert, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Dominanz des lutherischen Zweiges der Reformation, wenig reformierte Literatur. Ein besonderes, nahezu vergessenes Werk soll nun als Faksimile-Ausgabe neu herausgegeben werden: die Piscator-Bibel. Eine Übersetzung von Johann Piscator (Fischer), einem reformierten Theologie-Professor.

Der Gelehrte und Theologe Johann Piscator (1546-1625) wollte nicht nur eine für das reformierte Bekenntnis in Deutschland zugeschnittene Bibel herausgeben, sondern das Wort auch mit begleitenden Kommentaren und Verzeichnissen den Lesern verständlich und wertvoll machen – als Dienst für die Gemeinde Jesu, falls sie umständehalber keinen Hirten habe, als Hilfe für Alte und Kranke, die den Gottesdienst nicht mehr besuchen können, sowie als unverzichtbarer Begleiter im Schulunterricht“ (Quelle der Texte und Bilder, Sepher-Verlag Dr. Ulrich Bister Herborn 2008)

Nicht nur die Bibel, sondern auch die begleitenden Kommentare von Piscator, Ursinus und Olevianus sollen in diesem bemerkenswerten Projekt neu verlegt werden. Entdeckt habe ich dies bei nimm und lies – tolle lege. Vielen Dank für diesen interessanten Hinweis!

http://sepher.de

 

sdg
apologet

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Gibt es reformierte Charismatiker?

Phillip Jenson, Dekan der St. Andrew’s Kathedrale und Direktor des “Ministry Training and Development” (MT&D) der evangelikalen Sydney Diözese der anglikanischen Kirche (Sydney) stellt in einem Interview deutlich heraus, das dies ein Paradoxon darstellt.

Zwei verschiedene theologische Systeme, die sich unüberbrückbar gegenüber stehen.

Lediglich durch Umdefinierung feststehender Begrifflichkeiten und Lehren ist eine Vereinbarkeit konstruierbar. Dies kann ich aus persönlicher Perspektive als Ex-Pfingstler nur  ausdrücklich bestätigen.

siehe auch: http://theresurgence.com/new_calvinism

Die Rahmen-Interpretation

Reformierte Bekenntnisse sind eindeutig in der Frage der Historizität der Schöpfung und Adams und Evas. Damit wird auf der einen Seite die Theistische Evolution ausgeschloßen, andererseits jedoch kein bestimmtes Verständnis festlegt. Die hier vorgestellte  Rahmen-Interpreation scheint neben der 24-Stunden-Tag-Theorie – im Gegensatz zu anderen Positionen – die Genesisberichte aus einem klar geistlichen Blickwinkel zu betrachten. Das heißt, sie versucht nicht Wissenschaft und Schrift zu versöhnen, sondern dem Text selbst gerecht zu werden.

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Taufe – Symbol oder Gnadenzeichen?

Die Frage nach der Notwendigkeit der Taufe ist eine moderne Frage, welche sich nur mit der grundsätzlichen Hinterfragung absoluter Wahrheiten erklären läßt. Besteht keine Notwendigkeit, stellt Taufe offensichtlich ein bloßes Ritual dar. Vertreter dieser Ansicht begründen ihre dennoch vorhandene Tauflehre mit einem öffentlichen „Bekenntnis“ und „Gehorsam“, da Christus diese ja angeordnet habe. Eine befriedigende Antwort darauf „was“ Taufe sei, „wann“ oder gar „ob“ diese notwendigerweise zu vollziehen ist, wird in der Regel nicht abschließend gegeben. Weiterlesen „Taufe – Symbol oder Gnadenzeichen?“