Der Determinismus des Arminianismus

Der Arminianer … erkennt

  1. an, dass Gott die Zukunft erschöpfend vorherkennt,
  2. und dass er die Welt, wissend was die Zukunft bringen wird, schuf.

Zum Beispiel: Vor Erschaffung der Welt wusste Gott, dass Joe eine freie Entscheidung treffen würde Christ zu werden. Irgendwie, dann, bevor Joe geboren wurde, wusste Gott von seiner freien Entscheidung.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss Joes freie Entscheidung unausweichlich gewesen sein. Warum war es unausweichlich? Nicht, aufgrund des freien Willens von Joe; Joe war noch nicht geboren. Nicht, aufgrund Gottes Vorherbestimmung, denn der Arminianer bestreitet diese Möglichkeit von Anfang an.

Es scheint, dass die Unausweichlichkeit in dieser Frage irgendeine andere Quelle als Joe oder Gott besitzt. Das ist eine beängstigende Möglichkeit!

Mit der Ablehnung eines „göttlichen Determinismus“, umarmt der Arminianer in Wirklichkeit einen Determinismus, gespeist aus einer mysteriösen, anderen Quelle – einem anderen Gott? dem Teufel? Weltgeschichte? Unpersönliche Gesetze? In jedem Fall lässt diese Idee sicherlich nicht viel Raum für den freien Willen.

John Frame

Advertisements

Reformatorische Theologie – Wegbereiter emergenter Reich Gottes Lehre?

Zurück von der Frühjahrskonferenz der Konferenz für Gemeindewachstum (KfG). Hauptthema: „Vom Schriftprinzip zur Schriftkritik – 500 Jahre Theologiegeschichte im Überblick“, Nebenthema: „Die große Transformation?“ (Emerging Church). Referent: Pastor Dr. W. Nestvogel (BEG-Hannover). Wer diesen Blog über die Jahre verfolgt haben oder mich persönlich kennen sollte, weiß um meine persönliche Wertschätzung Pastor Nestvogels einerseits, der kritischen Begleitung seines dispensationalistischen Lehrverständnisses andererseits.

Die Vorträge zum Thema reformatorischer contra historisch-kritischer Hermeneutik, deren geschichtlich-philosophische Entwicklung und geistliche Beurteilung waren insgesamt- wie nicht anders erwartet- gut. Zugeschnitten auf Publikum und Zeitrahmen, hat der Referent rhetorisch auf hohem Niveau, mit sprachlichem Witz und symphatisch, dass im Grunde eher trockene Thema für alle Konferenzteilnehmer lebendig und dessen Relevanz und Aktualität für die evangelikale Bewegung deutlich werden lassen.

Soweit so gut.

Anlass dieses Blogs, war die letzte Antwort und leider auch Zustimmung Pastor Nestvogels zu der Bemerkung eines Konferenzteilnehmers. Dieser äußerte die Möglichkeit einer Verbindung zwischen dem emergenten Verständnis einer gesellschaftlichen Verwirklichung des messianischen Friedensreichs als “Königreich Gottes” im Heute und der reformierten (eigentlich reformatorischen!) Position bezüglich des Tausendjährigen Reiches aus Offenbarung 20.

Die Antwort Pastor Nestvogels war so bekannt wie erwartet und wenig überzeugend. Reformierte/Presbyterianier wurden zwar ausdrücklich als Geschwister bezeichnet, jedoch stimmte Pastor Nestvogel dem Konferenzteilnehmer zu, versuchte diese argumentativ zu bestätigen und erklärte allen Ernstes die Reformatoren und deren Theologie in dieser Frage zu Wegbereitern der emergenten Reich Gottes Irrlehre. Seinen bekannten Argumenten und Irrtümern wurde bereits hier und hier ausreichend widersprochen:

Aktuelles Beispiel und Beleg dieser inhaltlichen Verquickung zwischen reformierter Theologie und emergenten Gedankengut sei- so Pastor Nestvogel- u. a. das im Betanien-Verlag erschienene Buch: „Zukunft. Hoffnung. Bibel.“ von Roland Hardmeier. Beim Betanien-Verlag ist zu Autor und Buch folgendes zu lesen:

Information der Betanien-Redaktion vom 22. März 2012: Da wir uns klarer gegen den aktuellen Trend der „Gesellschaftstransformation“ (Dominionismus) positionieren möchten, bieten wir dieses Buch nicht länger in unserem Onlineshop an. Zwar entspricht die Eschatologie in diesem Buch weitgehend unserer Auffassung, allerdings enthält es auch einige Aussagen zugunsten des von uns abgelehnten „transformatorischen Missionsverständnisses“, für das der Autor ein nicht unbedeutender Vertreter ist.

Auf die bekannte dispensationalistische Position Pastor Nestvogels, möchte ich hier nicht erneut eingehen. An dieser Stelle wichtig, ist jedoch ein inhaltlicher Widerspruch zu der falschen Behauptung, es existiere eine Kongruenz zwischen der emergenten Irrlehre, einer aktiven Umgestaltung dieser Welt in sozialer und gesellschaftspolitischer Hinsicht ohne exegetischen Rückhalt (mehr dazu hier) und der dem reformatorischen Schriftprinzip verpflichteten Position (hier der amillenialistischen Position), einer realen Herrschaft Christi seit seiner Himmelfahrt (mehr dazu bspw. von Prof. Dr. D, Murray hier).

Der reformatorische Amillenialismus und der Präsentismus der Emerging Church sind im Bezug auf das Reicht Gottes gerade am weitesten voneinander entfernt. Man könnt, wenn man wollte sogar sagen, das seine eigene Lehrmeinung, der Dispensationalismus, der Lehre der Emerging Church näher steht. Aber das wäre gehässig und genauso falsch wie seine falsche Behauptung.

Schade das die ansonsten gute Konferenz durch diesen Missklang erheblich getrübt wurde!

Kommentar zum Aufsatz von Dr. W. Nestvogel

In dem hier dokumentierten bzw. kommentierten Aufsatz, lotet Dr. Wolfgang Nestvogel, ehemaliger Rektor und Dozent der ART und Pastor der Bekennenden Evangelischen Gemeinde Hannover, den Begriff „reformatorisch“ aus. Er stellt auf seiner Homepage die Frage:

„Warum sollte eine theologische Position, die davon ausgeht, daß es ein 1000-jähriges Reich und eine Zukunft für das Volk Israel gibt, keinen Platz im Rahmen der reformatorischen Theologie haben?“

In meinem kurzen Artikel vom 23.08.2010 habe ich diese Frage bereits verneint, aber nur sehr kurz begründet warum. An dieser Stelle möchte ich dies ausführlicher tun.

Weiterlesen „Kommentar zum Aufsatz von Dr. W. Nestvogel“

Weitere Entwicklung an der ART

Am 22.07.2010 berichtete Idea (hier) über die Absetzung Dr. W. Nestvogel als Rektor der Akademie für Reformatorische Theologie (ART).„Inzwischen sei ihm“, so Heinrich Nordsieck (Erklärung des Mitgliedes des Stiftungsrates hier) „auch noch aus einem nicht näher qualifizierten „wichtigem Grund“ – auch die Anstellung als Dozent der ART fristlos(!) gekündigt“ worden. (Update 02.01.11) Weiterlesen „Weitere Entwicklung an der ART“

W. Nestvogel – Leitung der ART entzogen

Bedauerlicher Weise ist Wolfgang Nestvogel die Leitung der Akademie für Reformatorische Theologie (ART) mit sofortiger Wirkung entzogen worden. Auch wenn ich seine Position in dieser Frage nicht teile, habe ich seine christozentrischen und schriftorientierten Predigten stets geschätzt und empfehle diese weiterhin.

Idea berichtet, „daß der Stiftungsrat mitteilte, er selbst hätte den Entschluss gefasst, dies wies Nestvogel gegenüber idea als unwahr zurück. Weiterlesen „W. Nestvogel – Leitung der ART entzogen“