Reformatorische Theologie – Wegbereiter emergenter Reich Gottes Lehre?

Zurück von der Frühjahrskonferenz der Konferenz für Gemeindewachstum (KfG). Hauptthema: „Vom Schriftprinzip zur Schriftkritik – 500 Jahre Theologiegeschichte im Überblick“, Nebenthema: „Die große Transformation?“ (Emerging Church). Referent: Pastor Dr. W. Nestvogel (BEG-Hannover). Wer diesen Blog über die Jahre verfolgt haben oder mich persönlich kennen sollte, weiß um meine persönliche Wertschätzung Pastor Nestvogels einerseits, der kritischen Begleitung seines dispensationalistischen Lehrverständnisses andererseits.

Die Vorträge zum Thema reformatorischer contra historisch-kritischer Hermeneutik, deren geschichtlich-philosophische Entwicklung und geistliche Beurteilung waren insgesamt- wie nicht anders erwartet- gut. Zugeschnitten auf Publikum und Zeitrahmen, hat der Referent rhetorisch auf hohem Niveau, mit sprachlichem Witz und symphatisch, dass im Grunde eher trockene Thema für alle Konferenzteilnehmer lebendig und dessen Relevanz und Aktualität für die evangelikale Bewegung deutlich werden lassen.

Soweit so gut.

Anlass dieses Blogs, war die letzte Antwort und leider auch Zustimmung Pastor Nestvogels zu der Bemerkung eines Konferenzteilnehmers. Dieser äußerte die Möglichkeit einer Verbindung zwischen dem emergenten Verständnis einer gesellschaftlichen Verwirklichung des messianischen Friedensreichs als “Königreich Gottes” im Heute und der reformierten (eigentlich reformatorischen!) Position bezüglich des Tausendjährigen Reiches aus Offenbarung 20.

Die Antwort Pastor Nestvogels war so bekannt wie erwartet und wenig überzeugend. Reformierte/Presbyterianier wurden zwar ausdrücklich als Geschwister bezeichnet, jedoch stimmte Pastor Nestvogel dem Konferenzteilnehmer zu, versuchte diese argumentativ zu bestätigen und erklärte allen Ernstes die Reformatoren und deren Theologie in dieser Frage zu Wegbereitern der emergenten Reich Gottes Irrlehre. Seinen bekannten Argumenten und Irrtümern wurde bereits hier und hier ausreichend widersprochen:

Aktuelles Beispiel und Beleg dieser inhaltlichen Verquickung zwischen reformierter Theologie und emergenten Gedankengut sei- so Pastor Nestvogel- u. a. das im Betanien-Verlag erschienene Buch: „Zukunft. Hoffnung. Bibel.“ von Roland Hardmeier. Beim Betanien-Verlag ist zu Autor und Buch folgendes zu lesen:

Information der Betanien-Redaktion vom 22. März 2012: Da wir uns klarer gegen den aktuellen Trend der „Gesellschaftstransformation“ (Dominionismus) positionieren möchten, bieten wir dieses Buch nicht länger in unserem Onlineshop an. Zwar entspricht die Eschatologie in diesem Buch weitgehend unserer Auffassung, allerdings enthält es auch einige Aussagen zugunsten des von uns abgelehnten „transformatorischen Missionsverständnisses“, für das der Autor ein nicht unbedeutender Vertreter ist.

Auf die bekannte dispensationalistische Position Pastor Nestvogels, möchte ich hier nicht erneut eingehen. An dieser Stelle wichtig, ist jedoch ein inhaltlicher Widerspruch zu der falschen Behauptung, es existiere eine Kongruenz zwischen der emergenten Irrlehre, einer aktiven Umgestaltung dieser Welt in sozialer und gesellschaftspolitischer Hinsicht ohne exegetischen Rückhalt (mehr dazu hier) und der dem reformatorischen Schriftprinzip verpflichteten Position (hier der amillenialistischen Position), einer realen Herrschaft Christi seit seiner Himmelfahrt (mehr dazu bspw. von Prof. Dr. D, Murray hier).

Der reformatorische Amillenialismus und der Präsentismus der Emerging Church sind im Bezug auf das Reicht Gottes gerade am weitesten voneinander entfernt. Man könnt, wenn man wollte sogar sagen, das seine eigene Lehrmeinung, der Dispensationalismus, der Lehre der Emerging Church näher steht. Aber das wäre gehässig und genauso falsch wie seine falsche Behauptung.

Schade das die ansonsten gute Konferenz durch diesen Missklang erheblich getrübt wurde!

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Israel – Schlüsselfrage des reformatorischen Schriftprinzips

Dr. W. Nestvogel erhebt in einem aktuellen Artikel („Zeitschrift für aktive Christen – Fest und treu“: „Die Israel-Frage als Testfall“) die Erkenntnis bezüglich Israel zur Schlüsselfrage für das allgemeine Schriftverständnis. Darin sei ihm zunächst durchaus zugestimmt. Auch der bekannte evangelikale, dispensationalistische Theologe Charles Ryrie erkärt ohne Umschweife.

„Das Wesen des Dispensationalismus liegt also in der Unterscheidung zwischen Israel und der Kirche. Diese erwächst aus der konsequenten Anwendung der normalen oder einfachen Auslegung, und sie spiegelt ein Verständnis der Grundabsicht Gottes in allen seinen Regierungswegen mit der Menschheit wieder, durch die Errettung und auch durch andere Mittel sich selbst zu verherrlichen.“

Es sind demnach weniger Fragen des Endzeitverständnisses (Amillenialismus vs Dispensationalismus), oder die oft als Hauptmerkmal des Dispenstaionalismus angeführten „Haushaltungen“ (Bündnisse vs Haushaltungen „Dispens“), als vielmehr grundlegende hermeneutische Überlegungen im Hinblick auf die Ekklesiologie (siehe dazu auch den Artikel „Definition des Dispensationalismus“ von S. Heck).

Widerspruch erfordert, die von Dr. W. Nestvogel vorgenommene, allerdings unzutreffende „grundsätzliche Gegenüberstellung“ eines ethnischen Israelverständnisses, mit der sogenannten Beerbungs- bzw. „Ersetzungslehre“ (Substitutionstheorie), welche er den Reformierten unterstellt. Dies ist ein offenkundiges und -leider auch nicht redliches- Strohmannargument, da dies in dieser Weise nicht gelehrt. Er müsste es als ehemaliger Rektor und Dozent der ART besser wissen.

Auf Grundlage einer tatsächlich reformatorischen Hermeneutik- auf welche sich auch Nestvogel beruft- kann man, so meine ich, in Bezug auf Israel weder zu einem rein wortwörtlichen (=ethnischen), wie auch zu keinem bloß sinnbildlichen (Gemeinde ersetzt Israel) Israelverständnis gelangen. Vielmehr wird durch eine reformatorische Hermeneutik deutlich, dass von Anfang an ein entscheidendes Kriterium für die Zugehörigkeit zu Israel galt und bis heute gilt.

Wie begründet Dr. W. Nestvogel seine- offenkundig auf Irtümern basierende- Gegenüberstellung?

Irrtum 1
Dr. W. Nestvogel spricht sowohl den historischen Reformatoren wie auch den modernen Reformierten ab, die Schrift im Hinblick auf Israel dem einfachen Schriftsinn nach auszulegen, unterstellt ein allegorisches Schriftverständnis. Für seine eigene Position nimmt Nestvogel dagegen in Anspruch, dem reformatorischen Literalsinn („buchstäblich“, wie er diesen versteht) gerecht zu werden.

Dr. Nestvogel irrt. Das reformatorische Prinzip des claritas scripturae- der Klarheit der Schrift- bedeutet keineswegs Texte buchstäblich zu interpretieren und eine geistliche Interpretationen auszuschließen, sondern vielmehr Texte unter historischen und grammatischen Gesichtspunkten zu analysieren damit deren ursprünglich gemeinte Bedeutung erfasst werden kann.

Weiterhin existiert ein entscheidender Unterschied zwischen „literal“ (Wortsinn) und „literalistisch“ (buchstäblich). Das reformatorischen Prinzip der Klarheit der Schrift schließt weder eine sinngemäße Interpretation umgangssprachlicher Formulierungen, noch das Vorhandensein von Bildern oder Symbolen aus, erkennt schlicht die Existenz unterschiedlicher Textgattungen an. Eine wortwörtliche Interpretation der Schrift würde in der Regel oft zu hanebüchenen Ergebnissen führen. Der Forderung Nestvogels und anderer Dispensationalisten nach strikter, buchstäblicher Wortwörtlichkeit werden zudem selbst die klassischen Dispensationalisten (Scofield etc.) nicht durchgängig gerecht.

Der Vorwurf einer „allegorischen Auslegung“ trifft auf die reformierte Bundestheologie also nicht zu. Diese begreift die biblischen Texte lediglich als das was sie in Wirklichkeit sind: Literatur unterschiedlicher Textart und legt diese im Rahmen der bekannten reformatorischen Prinzipien aus.

Irrtum 2
Dr. W. Nestvogel irrt weiterhin, wenn er der Bundestheologie unterstellt, diese würde sich die Substitutionstheorie (Ersatztheologie) zu eigen machen. Die reformierte Bundestheologie versteht sich– und erfüllt dieses Verständnis inhaltlich auch– als „Erfüllungstheologie“. Auch nach allgemeinem reformatorischen Verständnis, werden Gläubige aus den Heiden und Israel durch Christus zu dem „einen neuen Menschen“ (Eph2), werden Heiden in das Israel Gottes „eingepfropft“ (Röm11). Das alttestamentliche Israel ist nach reformierter Überzeugung Bild und Schatten des neutestamentlichen Gottesvolkes bzw. dessen Beginn, steht in einem Verhältnis der Kontinuität und Diskontinuität zueinander, welches in der Kirche seine vollständige Erfüllung findet, Israel der „Anfang von Christus“ die Kirche die „volle Reife“ (Heb5/6).

Die Bundestheologie vertritt demnach keine „Ersetzung“ Israels. Dies ist eine bewußte Verdrehung der Wahrheit, eine Lüge! Unter „Israel“ und „Jude“ wird das verstanden, was der Apostel Paulus beispielsweise den Römern schreibt: „nicht der ist ein Jude, sondern der ist ein Jude“ (Röm2:28-29) und dies mit der inwendigen Beschneidung verbindet. Es ist demnach der Apostel, der die Zugehörigkeit zu Israel nicht biologisch oder ethnisch, sondern an den Glauben an Christus knüpft. Die Unterscheidung zwischen Juden und Heiden, „die Zwischenwand der Umzäunung“ (Eph2) ist in Christus ein für allemal niedergerissen und das ungläubige Israel eine Nation wie jede andere. Dies sagt Petrus den ersten Christen als er vom jüdischen Hohen Rat zurückkam (Apg4:27). Eine „ethnisch-nationale Dimension Israels“ hat in der Weise ohnehin nie existiert.

Ein solches Verständnis ist ein Phänomen der Moderne. Das „Konstitutivum“ der Zugehörigkeit zu Israel, war das Zeremonialgesetz bzw. die Beschneidung d. h. kultischer Natur. Aus dem Heiden Abram, wurde durch die inwendige (=Herz) bzw. äußere Beschneidung (=Vorhaut), Abraham, der „Vater“ aller Gläubigen (Röm4:11-12).

Bereits die Propheten des AT unterschieden zwischen dieser äußeren bzw. inneren Beschneidung (bspw. Hes44:7). Und so wie nicht jeder Angehörige des alttestamentlichen Israel zu dem gläubigen „Überrest“ des Gottesvolkes gehörte, kennt auch das reformatorischen Verständnis einen vermischten Leib (corpus permixtum), in welchem wahrhaft Gläubige und Heuchler, ihre Sünden bedauernde, gerechtfertigte Sünder und Unbußfertige miteinander vermengt sind (bspw. Mt13:36ff). Es ging und geht immer um die Beschneidung des Herzens, also den Glauben. Wer äußerlich aber nicht innerlich beschnitten war, gehörte auch im AT nicht zum wahren Israel, nicht zu dem gläubigen Überrest den sich Gott immer bewahrt hat. Dasselbe gilt auch im NT. Es gibt viele getaufte Christen, die aber innerlich nie durch den Geist getauft wurden.

Fazit
Wenn man also über Verheißung, Erfüllung, Israel, Gemeinde und die Frage der Hermeneutik nachdenkt, erscheint als angebracht über Abraham und Christus zu sprechen. Abram, bekam von Gott mit dem Bund drei Verheißungen:

– Land
– Nachkommenschaft
– Segen

Diese Verheißungen und auch deren Erfüllung wurde aus Sicht Israel‘s tatsächlich wortwörtlich verstanden. Aus dem Neuen Testament wissen wir jedoch, dass diese Verheißungen eine viel weitreichendere Bedeutung (Gal5:15ff) besaßen, eine Bedeutung, die das Volk Israel nicht erkannte, nicht erkennen konnte denn es lag eine „Decke“ auf ihren Augen (2Kor 3,14-16) die erst in Christus weggetan wurde.

Der tatsächliche Verheißungserbe CHRISTUS, sollte jedoch nicht nur ein Segen für Israel, sondern letztendlich die ganze Welt sein (1Mo12:1ff). Interessant auch, dass der Segen von der Reaktion der anderen „Abraham“ gegenüber abhängen sollte. Gott sagt, dass er die Menschen segnen wird, die Abraham segnen, und jene verfluchen wird, die ihn verfluchen. Dieser Bund hat seine Erfüllung aus neutestamentlicher Sicht vollständig in Christus gefunden. Diejenigen, die Christus verfluchen, sind verflucht. Unbestritten ist, dass der Same Abrahams, das Volk Israel (und aus diesem Christus hervorgehend), das Mittel für den Segen Gottes für alle Menschen war. Aber es sind keine getrennten Verheißungen, die nichts miteinander zu tun hätten, sondern Schatten und Original.

Es lohnt sich daher tatsächlich für eine grundsätzliche Anwendung des reformatorischen Schriftprinzips zu streiten, den Literalsinn des Textes zu ergründen, jedoch nicht in Form eines Literalismus. Christus und die Apostel widersprechen einem solchen Schriftprinzip wiederholt.

sdg
apologet

Hans-Werner Deppe: Rezension von Wolfgang Nestvogels Artikel „Testfall Israel“

Kommentar zum Aufsatz von Dr. W. Nestvogel

In dem hier dokumentierten bzw. kommentierten Aufsatz, lotet Dr. Wolfgang Nestvogel, ehemaliger Rektor und Dozent der ART und Pastor der Bekennenden Evangelischen Gemeinde Hannover, den Begriff „reformatorisch“ aus. Er stellt auf seiner Homepage die Frage:

„Warum sollte eine theologische Position, die davon ausgeht, daß es ein 1000-jähriges Reich und eine Zukunft für das Volk Israel gibt, keinen Platz im Rahmen der reformatorischen Theologie haben?“

In meinem kurzen Artikel vom 23.08.2010 habe ich diese Frage bereits verneint, aber nur sehr kurz begründet warum. An dieser Stelle möchte ich dies ausführlicher tun.

Weiterlesen „Kommentar zum Aufsatz von Dr. W. Nestvogel“

Was heißt hier “reformatorisch”?

Dr. Wolfgang Nestvogel geht in seinem Aufsatz, „Wer oder was ist reformatorisch? – Auf der Suche nach dem „reformatorischen Konsens“ der Frage nach, inwieweit seine persönliche Erkenntnis zu den Themen „Israel/Gemeinde bzw. Eschatologie mit dem Begriff „reformatorisch“ zu vereinbaren ist bzw. inwiefern dieser synonym zu Begiffen wie „evangelikal“ oder „bibeltreu“ steht. Dies muß und kann – unabhängig von der aktuellen Entwicklung um seine Person und Position an der ART – betrachtet werden. Weiterlesen „Was heißt hier “reformatorisch”?“

Weitere Entwicklung an der ART

Am 22.07.2010 berichtete Idea (hier) über die Absetzung Dr. W. Nestvogel als Rektor der Akademie für Reformatorische Theologie (ART).„Inzwischen sei ihm“, so Heinrich Nordsieck (Erklärung des Mitgliedes des Stiftungsrates hier) „auch noch aus einem nicht näher qualifizierten „wichtigem Grund“ – auch die Anstellung als Dozent der ART fristlos(!) gekündigt“ worden. (Update 02.01.11) Weiterlesen „Weitere Entwicklung an der ART“

W. Nestvogel – Leitung der ART entzogen

Bedauerlicher Weise ist Wolfgang Nestvogel die Leitung der Akademie für Reformatorische Theologie (ART) mit sofortiger Wirkung entzogen worden. Auch wenn ich seine Position in dieser Frage nicht teile, habe ich seine christozentrischen und schriftorientierten Predigten stets geschätzt und empfehle diese weiterhin.

Idea berichtet, „daß der Stiftungsrat mitteilte, er selbst hätte den Entschluss gefasst, dies wies Nestvogel gegenüber idea als unwahr zurück. Weiterlesen „W. Nestvogel – Leitung der ART entzogen“

Komapatient: Evangelikaler erwacht nach über dreißig Jahren…

Peter Schmitt, Angehöriger einer – 1976 noch sehr kleinen – evangelikalen Gemeinde ist nach über dreißig Jahren aus dem Koma erwacht. Nach einer Zeit der Rehabilitation und Gewöhnung an die veränderte Alltagswelt, besucht er heute wieder wie früher den Gottesdienst und andere Veranstaltungen seiner damaligen Gemeinde. Diese ist inzwischen stark gewachsen und in ein neu gebautes Zentrum mit einer großen Bühne und viel Technik umgezogen ist. Er kennt nur noch einige wenige der alten Mitglieder.

Dreißig Jahre später

Letzten Sonntag berichteten einige Mitarbeiter begeistert von dem „Willow-Creek Leitungskongress“ 2010 in Karsruhe und bei den weiteren Bekanntmachungen macht der Moderator auf das „Jahr der Stille“ und den laufenden „Alpha-Kurs“ aufmerksam. Bei dem beim letzten Treffen habe sich eine Teilnehmerin für „Jesus entschieden und sei wiedergeboren“, zwei weitere Teilnehmer haben die „Geistestaufe“ erlebt. Wer Interesse an einer Mitarbeit habe, solle sich bei ihm melden, es würden noch Küchemitarbeiter gesucht.

ln der Gebetszeit spielt die „Lobpreisband“ einige rockige „Worship-Lieder“, lediglich zum Abschluss spricht der Leiter ein kurzes Gebet. Als Einleitung für die etwa 20 Minuten dauernde Predigt führt die Jugend ein „Phanomime-Stück“ – bereichert durch einige „Tanzelemente“ und „Videoclips“ – auf.

Die Predigt selbst behandelt das Thema „Mission“ unter einem ganzheitlichen Gesichtspunkt, und die „Pastorin“ ruft die Gemeinde ganz im Sinne der „Emerging Church“ auf, nicht mehr „missionarisch“ oder „evangelistisch“ tätig, sondern „missional“ zu sein. Als Abkündigung informiert sie darüber, das zu Ostern keine Predigt stattfindet, sondern eine professionelle Theatergruppedas „Theaterstück“: Plan C – Die letzten Tage Christi aufführen, also das Thema darstellerisch umsetzen werde. Dies sei eine hervorragende Gelegenheit Freunde und Bekannte einzuladen, da die Hemmschwelle wesentlich niedriger sei.

Nach dem Gottesdienst schaut er am Büchertisch vorbei und entdeckt in der Auslage das Buch „die Hütte“, das ihm empfohlen wird um das Wesen Gottes ganz neu zu entdecken. Als geistliche Lebenshilfe, um sich auf Gott spirituell und meditativ einzulassen, werden die Ratgeber des katholischen Priesters und Mystikers „Anselm Grün“, durch die Werbung evangelikaler Verlage angepriesen.

Dem ehemaligen Komapatienten wird schwindelig und er beginnt sich zu fragen, ob er an den Spätfolgen des Komas leidet… oder ob er sich in einer vollkommen anderen geistlichen Realität befindet… genau jene Inhalte – bspw. Gefahren des „New Age“ – vor denen er selbst damals in Jugendstunden gewarnt hat, werden heute von den führenden Leitern der evangelikalen Bewegung vertreten und propagiert…

Stell‘ Dir vor

Du wärst z.B. im Jahr 1976 ins Koma gefallen und im Jahr 2010, nach über dreißig Jahren aus diesem erwacht…

(Name und Handlung frei erfunden, inspiriert durch eine Predigteinleitung von Dr. W. Nestvogel)

Dr. Wolfgang Nestvogel – „Unwiderstehlich“ – Hoffnung zieht Kreise … (Bibeltage 2010 – Die Botschaft des 1. Petrusbriefes)

http://begh.podspot.de/files/BT0310_Ref2_Teil1.mp3

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