Atheismus und Unmoral

Für gläubige Menschen stellt sich oft die Frage, wie es sein kann, dass Menschen nicht allein schon aufgrund der Schöpfung die allgemeine Existenz eines Schöpfers anerkennen. Die Belege dafür sind so eindeutig, das (gläubige) Wissenschaftler konstatieren:

Wenn wir in das Universum hinausschauen und uns die vielen Zufälle der Physik und der Astronomie vergegenwärtigen, die zu unserem Vorteil zusammengewirkt haben, dann sieht es so aus, als hätte das Universum von unserem Kommen gewusst. Paul Davies (Quelle)

Glaube an Gott ist demnach keine Frage blosser Intelligenz, Bildung oder Herkunft. Auf Grundlage ein und derselben Wahrnehmung kommen Menschen regelmäßig zu unterschiedlichen Schlußfolgerungen. Wie kann das sein?

Paulus erläutert in seinem Brief an die Römer den entscheidenden Unterschied hinsichtlich der Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen.

Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten.   Denn was man von Gott weiß, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart,   damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt, an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also daß sie keine Entschuldigung haben,   dieweil sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepriesen als einen Gott noch ihm gedankt, sondern sind in ihrem Dichten eitel geworden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert.  Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst, sie, die Gottes Wahrheit haben verwandelt in die Lüge und haben geehrt und gedient dem Geschöpfe mehr denn dem Schöpfer, der da gelobt ist in Ewigkeit. Amen. Darum hat sie auch Gott dahingegeben in schändliche Lüste: denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen; desgleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann mit Mann Schande getrieben und und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen. Und gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt, voll alles Ungerechten, Hurerei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Neides, Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser,  Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, ruhmredig, Schädliche, den Eltern ungehorsam, Unvernünftige, Treulose, Lieblose, unversöhnlich, unbarmherzig. Sie wissen Gottes Gerechtigkeit, daß, die solches tun, des Todes würdig sind, und tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.  Römer 1:18-32

Dort, wo Gott, d.h. Seine ewige Kraft und Gottheit nicht geehrt, Ihm nicht gedankt wird, d.h. der Mensch nicht glaubt, von Gott keine neue Erkenntnis erhalten hat, besitzt er eine vollkommen andere, eine gottlose Wahrnehmung der Realität.

Ablehnung und Rebellion gegen Gott, derer sich jeder Mensch schuldig macht, sei es offen und militant oder unerklärt und desinteressiert, hat demzufolge nicht nur geistliche Auswirkungen, sondern zieht auch in natürlicher Hinsicht, darauf wie der Mensch fühlt und denkt, Konsequenzen nach sich.

Diese Folgen sind laut Paulus sowohl kognitiver, als auch ethischer Natur. Der gottlose Mensch richtet seine ganze intellektuelle Fähigkeit darauf, die Nichtexistenz Gottes zu beweisen um weiter in seiner Sünde und Unmoral leben zu können. Und er beginnt dabei folgerichtig damit, Gott als Schöpfer auszuschließen.

Warum aber lehnen Menschen Gott ab, der doch offensichtlich in der Schöpfung von allen Geschöpfen wahrgenommen werden kann? Paulus sagt uns auch dies unmissverständlich:

Es ist die moralisch-ethische Verdorbenheit, die Unmoral und Sünde des Menschen. Wenn Paulus sagt, dass Gott diese Menschen vollständig und umfassend „dahingegeben“ hat, besagt dies nichts anderes, als das Er sie in ihrem vorhandenen Zustand belässt, was wiederum noch größere Unmoral nach sich zieht.

Atheismus ist somit Ursache und Folge von Unmoral zugleich. Jeder Mensch ist ein Sünder, kann aber zumindest in der Schöpfung die allgemeine Existenz des Schöpfers, dem er Ehre und Dank schuldet erkennen. Verweigert er dies seinem Schöpfer, wird er diesen leugnen und seiner ohnehin vorhanden Lust zur Sünde und jeder Unmoral weiter und vermehrt folgen.

sdg
apologet

Advertisements

Atheismus – eine Glaubensposition

Atheismus: kein weltanschaulich neutraler, sondern ein durch und durch religiöser Begriff. Als negative Kategorie bezeichnet er das Fehlen von etwas: Gott

Nicht selten bestreiten Atheisten, daß Grundlage ihrer Weltanschauung selbst eine Glaubensposition ist.

Da ein Atheist jedoch lediglich glaubt es gäbe keinen Gott – beweisen kann er es ja nicht – formuliert er eine Gegen- bzw. Antithese. Diese ist mit Fug und Recht Unglaube zu nennen. Agnostiker könnten viel eher  für sich in Anspruch nehmen, was für den Atheismus behauptet wird: weltanschauliche Neutralität.

So gesehen unterliegen viele einem gewichtigen Irrtum. Ein Atheist bekennt ausdrücklich seinen Unglauben an Gott (welchen auch immer). Er verneint  Metapysik als solches und ist seiner weltanschaulischen Orientierung Naturalist bzw. Materialist.

Daher wäre Atheismus auch in einem nichtreligiösen Umfeld eine Glaubensposition, nämlich jene, die jeglichen „Geist„, jede von Materie getrennte Kategorie verneint.

(hier) unterscheidet in seinem – schon etwas älterem Buch, „Atheismus – Humanismus – Christentum“ zwischen drei verschiedenen Erscheinungsformen des Atheismus. Ich hab die wesentlichen Charakteristika als Substrat zusammengefasst:

  • Atheismus militans (früher marxistisch, heute oft humanistisch)
  • Atheismus philosophicus (westlich, philosophisch)
  • Atheismus practicus

Atheismus militans (östlich, marxistisch)

Prinzipielle Gottlosigkeit, Gewalt als Ausdrucksmittel der Wahrheit (geprägt durch russ. Revolution 1917; Hromadka), geschichtliche Kraft, klassisch-dialektischer Materialismus, Erkenntnis ausschließlich auf naturwissenschaftlicher Basis (Experiment, Statistik, Enzyklopädie), rein methodisch, intellektuell unreif, präzise aber oberflächlich und naiv, dogmatisch und simplifizierend, naiv-optimistische Anthropologie , Fähigkeit zur Kritik,

Atheismus subtilissive philosophicus (westlich, philosophisch)

Verweigernde Gottlosigkeit, bei Satre wäre selbst ein bewiesener Gott bedeutungslos, verachtend:

„Der Mensch muß sich selber wieder finden und sich überzeugen, das ihn nichts vor ihm selber retten kann, wäre es auch ein gültiger Beweis der Existenz Gottes.“ Jean Paul Satre

oder erwartungslos und resignierend wie bei Camus:

„Ich weiß, das der Himmel, der eure furchtbaren Siege voll Gleichgültigkeit betrachtete, eure gerechte Niederlage ebenfalls gleichgültig hinnehmen wird. Auch heute erwarte ich nichts von ihm.“ Albert Camus

theoretische, offensive Verneinung Gottes, illusionslose Anthropologie

Atheismus practicus

Ignorante Gottlosigkeit, intellektueller Provinzialismus bzw. metapysische Schwäche, keine antitheistische Theorie sondern praktische Ignorierung Gottes, schweigende Paganisierung (im Sinne einer Austrocknung der alten Religion -> Rom).

Auslegung der Parabel von Lazarus und dem Reichen von Bengel:

„Der Reiche sei nicht wegen einer Häresie zur Hölle verdammt worden, sondern nur deswegen, weil er in einem gewissen Atheismus practicus lebte und Gott und die Ewigkeit mißachtete“ Johann Albrecht Bengel, Gnomon Novi Testamenti (1687- 1752)

Unbeholfen in religiösen Angelegenheiten, ebenfalls spezifisch naturwissenschaftliches Denken und dadurch vom Glaubensdenken abgeschnitten

„Wenn, unter solchem Gesichtspunkt betrachtet, nicht einmal Reste des Christentums mit übernommen werden, so bedeutet es, daß das Christentum tot ist, so tot, das es eine Übernahme nicht wert ist. So ist es. [ .. } Die Einheit der abendländischen Zivilisation ohne das Christentum ist so stark, das sie dort, wo sie übernommen wird, auch keinen Raum mehr für einen andere Hochreligion lässt. Wer sie übernimmt, zerstört seine alte religiöse Welt. Das heißt: Mit dem Christentum sterben die anderen Hochreligionen.“ C. W. Marek bzw. Ceram, Götter, Gräber und Gelehrte (das Ende der Hochreligionen)

sdg
apologet

ähnliche Artikel
Bibelkreis-München: Der „neue Atheismus“