Gerüchte

Das Internet ist ein überaus nützliches Medium. Es kann jedoch, wie alle Dinge dieser Welt, sowohl positiv, wie negativ eingesetzt werden.

Eines der negativsten Dinge ist das Gerücht. Aktuell ist oftmals von Fake News oder Hoax die Rede. Dies sind lediglich moderne Begriffe für genau denselben Sachverhalt.

Ein Gerücht (griech. pheme bzw. phama; lat. fama), auch Ondit (frz. on dit ‚man sagt‘), ist eine unverbürgte Nachricht, die stets von allgemeinem bzw. öffentlichem Interesse ist, sich diffus verbreitet und deren Inhalt mehr oder weniger starken Veränderungen unterliegt.
Wikipedia

Ohne Zweifel beinhalten Gerüchte, Fake News oder Hoax oftmals Wahrheit bzw. Teilwahrheiten. Nicht selten sind es jedoch glatte Lügen. Oftmals beides. In den meisten Fällen jedoch, bedeuten Gerüchte Schaden und Rufschädigung für andere Personen.

Neben Gerüchten, einzelne Personen betreffend, werden auch unzählige Verschwörungstheorien- mit der Bitte, diese doch wiederum dringend weiter zu verteilen- in die Welt gesetzt.

Gerüchte und Verschwörungstheorien sind letztlich nichts anderes als perfide und zersetzende Zerstörungsmittel. Methoden, die Menschen seit Anfang an benutzen, sei es zwischenmenschlich, oder unter Staaten, in der Politik oder im Krieg, um andere Menschen zu vernichten.

Gerüchte vergiftet den Geist des Menschen, fördert Mißtrauen und verursachen Spaltung!

Gerüchte dienen dazu, eigene und selten offen kommunizierte Interessen subtil durchzusetzen, “unliebsame Gegner” anderer Meinung mundtot zu machen.

Wie sollen wir uns als Christen dazu verhalten?

Gerüchte, ob wahr oder unwahr, beschädigen den Ruf einer anderen Person. In den 10 Geboten heißt es:

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
5.Mose 5:20

Der Heidelberger Katechismus zeigt uns eine etwas weitergehende Bedeutung des 9. Gebots- über das Verbot der bloßen Lüge auf und erklärt:

112. Frage: Was will Gott im neunten Gebot?
Ich soll gegen niemanden falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen, nicht hinter seinem Rücken reden und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen als Werke des Teufels bei Gottes schwerem Zorn vermeiden. Vor Gericht und in all meinem Tun soll ich die Wahrheit lieben, sie aufrichtig sagen und bekennen und auch meines Nächsten Ehre und guten Ruf nach Kräften retten und fördern.

Hier wird deutlich, dass es um mehr als offenkundiges Lügen geht. Gott hat hier vielmehr das grundsätzlich Wohl des anderen im Blick. Wobei es sogar aktiv darum geht, für die Ehre, für den Ruf des anderen einzutreten!

Jesus Sirach, zwar kein inspirierter Autor, jedoch Verfasser manch weisen Wortes, hat dazu u. a. folgendes hinterlassen:

Erzähl nie ein Gerücht weiter, dann kann dir auch kein Schaden daraus entstehen.
Rede über keinen, weder Freund noch Feind!
Du darfst nur dann etwas bekannt machen, wenn du durch Schweigen schuldig würdest.
Wenn du über jemand redest und er erfährt es, dann traut er dir nicht mehr und bald hasst er dich.
Wenn du ein Gerücht hörst, nimm es mit ins Grab!
Hab keine Angst, du wirst nicht davon platzen!
Jesus Sirach* 19,7-10

 

Ein hoher Anspruch an dem wir alle wohl schon oft gescheitert sind und weiterhin werden! Aber unser Herr ruf uns dennoch zu, die Sünde zu lassen, der Heiligung nachzujagen, die Werke des Fleisches zu töten…

sdg
Andreas

*Luther über Jesus Sirach und andere Apokryphen:
„Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.“

 

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Auslöser der Reformation

Der äußere Anlass der Reformation war der Ablasshandel der römischen Kirche.

Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen; dieses Datum gilt als Auftakt zur Reformation, dem Beginn einer Veränderung, welche die Kirche und damit die damalige Welt in vielerlei Hinsicht erfasst und nachhaltig geprägt hat.

Kern der Reformation war und ist jedoch Martin Luthers Erkenntnis, dass der sündige und gottlose Mensch allein durch Glauben gerettet wird, aus göttlicher Gnade, nicht durch irgendwelche guten Werke, sondern durch Zurechnung des leiblich-geschichtlichen Sühnetodes von Gottes eigenem Sohn.

Aus Angst vor der römischen Lehre des Fegefeuers, kauften viele Leute Ablassbriefe. Die römische Kirche lehrte, das wer einen Ablassbrief kauft, von seinen Sünden befreit wäre. Der Preis für einen Ablass lag bei unterem und mittlerem Einkommen etwa bei einem durchschnittlichen Monatslohn.

Tetzels Ablaßpredigt
Es geschah im Jahr 1517, daß ein Predigermönch namens Johann Tetzel, ein großer Schreier, von sich reden machte, Herzog Friedrich hatte ihn früher einmal in Innsbruck vom Sack erlöst, denn Maximilian hatte ihn zum Ersäuftwerden im Inn verurteilt, vermutlich um seiner großen Tugend willen. Herzog Friedrich leg in daran erinnern, als er uns Wittenberger so zu lästern anfing; er gab es auch offen zu.
Derselbe Tetzel ging nun mit dem Ablaß hausieren und verkaufte Gnade ums Geld aus Leibeskräften, so teuer oder so wohlfeil er konnte. Zu der Zeit war ich hier im Kloster Prediger und ein neugebackener Doktor, von heißer Liebe zur Heiligen Schrift erfüllt.
Als nun viel Volks von Wittenberg dem Ablaß nachlief nach Jüterbog und Zerbst usw., ich aber – so gewiß mich mein Herr Christus erlöst hat – nicht wußte, was der Ablaß war (wie es auch sonst kein Mensch wußte), fing ich vorsichtig an zu predigen, man könne wohl etwas Besseres tun, das gewisser sei als Ablaßlösen. Schon früher hatte ich hier auf dem Schlosse gegen den Ablaß gepredigt, aber bei Herzog Friedrich keine Gnade verdient; denn er hatte sein Stift auch sehr lieb. Nun um zur rechten Ursache des „lutherischen Lärms“ zu kommen – ließ ich zunächst alles so gehen, wie es ging. Indes wird mir berichtet, Tetzel habe greuliche, schreckliche Artikel gepredigt, von denen ich diesmal einige nennen will
Er hätte solche Gnade und Gewalt vom Papst, daß er es vergeben könnte, wenn einer gleich die Jungfrau Maria, Gottes geschwächt oder geschwängert hätte, wenn derselbe nur in den Kasten lege, was sich gebührt.
Weiter: Das rote Ablaßkreuz mit dem Wappen das in den Kirchen aufgerichtet werde, sei ebenso kräftig wie das Kreuz Christi.
Ferner: Wenn St. Peter jetzt hier wäre, hätte er keine größere Gnade oder Gewalt, als er habe.
Ferner: Er wollte im Himmel mit St. Peter nicht tauschen, denn er hätte mit [seinem] Ablaß mehr Seelen erlöst als St. Peter mit seinem Predigen.
Ferner: Wenn einer Geld für eine Seele im Fegefeuer in den Kasten lege, führe die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel, sobald der Pfennig auf den Boden fiele und klänge.
Ferner: Die Ablaßgnade sei eben die Gnade, durch welche der Mensch mit Gott versöhnt werde.
Ferner: Es sei nicht nötig. Reue, Leid oder BuBe für die Sünden zu tun, wenn einer den Ablaß oder die Ablaßbriefe kaufte (eigentlich sollte ich sagen: gewönne). Er verkaufte auch [Ablaß für] künftige×Sünden. Derlei Dinge trieb er greulich viel; es war ihm dabei nur ums Geld zu tun.
Ich wußte aber zu jener Zeit noch nicht, für wen dies Geld bestimmt war. Da kam ein Büchlein heraus, gar herrlich unter dem Wappen des Bischofs von Magdeburg, in dem einige dieser Artikel den Ablaß-krämern zu predigen aufgetragen wurden. Da kam’s an den Tag, das Bischof Albrecht diesen Tetzel gedungen hatte, weil er ein so großer Schreier war…
Aus >Wider Hans Worst<. (1541). Was 51,538,23 ff“
Quelle: Heinrich Fausel, Dr. Martin Luther Sein Leben und Werk 1483 -1521

In vielen Kirchen, auch den sogenannten „evangelischen Freikirchen„, wird daher heute offiziell der Reformation gedacht. In einigen Bundesländern ist der Reformationstag sogar ein arbeitsfreier Feiertag.

Blickt man jedoch hinter die Kulissen, der aus der Reformation hervorgegangen evangelischen Kirchen, und auch der Freikirchen, ist festzustellen, dass von einem reformatorischen Erbe auf der einen Seite wenig übrig geblieben und auf der anderen Seite überhaupt gar nicht von einem solchen zu sprechen ist.

Denn nicht der ist bereits schon „evangelisch„, der sich evangelisch oder reformatorisch nennt, sondern der ist im eigentlichen Sinn evangelisch (und damit Erbe der Reformation), der auf dem Fundament reformatorischer Lehre und reformatorischer Bekenntnisse steht.

Abgesehen von konfessionellen, bekenntnisorientierten evangelischen Freikirchen, besitzen die meisten modernen Freikirchen historisch betrachtet, jedoch überhaupt gar keine historische Verwurzelung in der Reformation.

Das selbstgewählte Attribut „reformatorisch“ bzw. „evangelisch„, vieler sich so bezeichnenden Bewegungen und Gemeinden, trifft strenggenommen deshalb oftmals überhaupt nicht zu. Denn aus der Reformationszeit sind letztlich sogar drei „reformierte“ Strömungen hervorgegangen.

  • Am bekanntesten dabei fraglos einerseits die beiden reformatorischen Kirchen (lutherisch und die reformiert),
  • andererseits jedoch, nicht minder „reformiert“, die römisch katholische Kirche (Konzil von Trient).
  • Zumeist vergessen wird jedoch daneben der „linke Flügel“ bzw. die „radikale Reformation“ (Heinold Fast) und damit ein dritter Typus: eine sich als „restituierte“ Kirche (Wiederherstellung der neutestamentlichen Gemeinde, Franklin H. LittelI) verstehende Bewegung.

Zu dieser Bewegung werden neben den Täufern, die Spiritualisten und Schwärmer bzw. die Antitrinitarier gezählt. Wobei diese Gruppen nicht streng voneinander getrennt zu sehen sind und deren theologische Positionen („Schleitheimer Artikel“) fließend ineinander übergingen.

Vergleicht man nun die Glaubensüberzeugungen vieler heutiger Freikirchen, mit denen dieser Bewegung, lässt sich deren fortgesetzte Bezugnahme auf die Reformatoren m.E. nicht durchhalten. Diese wurden von den Reformatoren ebenso hart bekämpft und abgelehnt wurde wie die römische Verirrung. Und von dieser radikalen Spielart der Reformation ausgehend, über den Pietismus und eben nicht der eigentlichen Reformation entstand der heutige Evangelikalismus, welchem die sich oft zu unrecht „evangelisch“ nennenden Freikirchen angehören.

Formal sind die zwei protestantisch-evangelischen Konfessionen (reformiert/lutherisch) zwar noch den fünf Solas und den reformatorische Bekenntnisse verbunden, haben aber das reformatorischen Erbe fast vollständig über Bord geworfen. Die evangelischen Kirchen vertreten heute liberal-theologische Positionen, sowohl in der universitären Forschung bzw. innerhalb der reformatorischen Volkskirchen – egal ob lutherisch, reformiert oder uniert, welche mit der traditionell-orthodoxen reformatorischen Lehre respektive den nach wie vor offiziell geltenden Bekenntnissen und nicht zuletzt der Schrift im Widerspruch stehen (Bibelkritik, Ablehnung des Sühnetods etc.). Reformatorische Positionen wurden und werden verwässert und sogar aufgegeben.

Luther hatte es der römisch katholischen Kirche in Bezug auf die Rechtfertigung (articulus stantis et cadentis ecclesia) damals mit auf den Weg gegeben: Diese hatte ihren Anspruch katholische Kirche zu sein – seiner Meinung nach – eben selbst dadurch verloren, dass sie sich von der Quelle wegorientiert hat und seine eigene Katholizität keineswegs in Frage stellen lassen. Dies gilt ebenso für die heutigen evangelischen Kirchen.

Der Begriff “reformatorisch” oder „evangelisch“ stand und steht ohne wenn und aber für konkret faßbare Lehren und Bekenntnisse. Diese stehen jedoch wiederum in einem – oft fundamentalen – Gegensatz zu den allermeisten Glaubenssätzen evangelikaler Gemeinden, insbesondere in der Frage der Rechtfertigung. Luther oder Calvin würden jedoch auch das „Sola Scritura“ Verständnis weiter Teile des Evangelikalismus als nichtreformatorisch und schwärmerisch ansehen.

Ohne erneute Reformation der Kirchen (Ecclesia semper reformanda est) in Deutschland, einer Reformation am Wort Gottes, unabhängig davon ob es Landeskirchen oder Freikirchen betrifft, gilt die oben genannte Feststellung Luthers für beide.

sdg
Andreas

Berechtigte Kritik und Verlust der Glaubwürdigkeit

Dr. Michael Brown, Radiomoderator eines christlichen Radio-Brodcasts kritisierte im Zuge der Strange-Fire-Konferenz die “Brandmarkung” der charismatisch-pfingstlichen Bewegung als “falsche Kirche”, “gefährlichen Kult” bzw. “Häresie” und bestand darauf, das diese Kritik nur für eine „winzige Minderheit“ berechtigt wäre:

 

“This is divisive and destructive language based on misinformation and exaggeration, as Pastor MacArthur attributes the extreme errors of a tiny minority to countless hundreds of thousands of godly leaders worldwide.” -DrBrown

 

Diese Kritik war zunächst einmal ernst zunehmen. Tragisch, aber leider nicht unerwartet: Nur kurze Zeit nach dieser Kritik, traf DrBrown einen extremen Irrlehrer, Benny Hinn, einen Angehörigen dieser von ihm als  “winzige Minderheit” bezeichneten Gruppe innerhalb der Pfingst-/Charismatischen Bewegung. Leider widersprach er dessen Irrlehren nicht, sondern bezeichnete dessen TV-Shows sogar als wundervoll:

 

“I just recorded five wonderful TV shows with Benny Hinn on Jesus in the OT, repentance, holiness, the fear of the Lord, and hyper-grace. They’re scheduled to air the week of January 13th, so watch them and then share your thoughts.” -DrBrown (Quelle)

Die Schrift ist in dieser Frage klar und benennt konkret die Gründe warum Irrlehrer wie Benny Hinn gemieden werden sollen:

Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken. 2Joh 10-11

Für mich ebenso tragisch und nicht nachzuvollziehen ist, dass im Grunde sehr vernünftige und solide Geschwister, nicht weniger unkritisch, weiterhin DrBrown’s Beiträge auf Facebook „liken“ und damit wiederum ihre eigene Glaubwürdigkeit verspielen.
Womit festzustellen ist, dass sowohl die Strange Fire Konferenz, wie auch das gleichnamige Buch berechtigte Kritik an der Pfingst-/Charismatischen Bewegung und Lehre übt. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann ab sofort das im Betanien-Verlag verlegte Buch von John MacArthur, „Fremdes Feuer“ bestellen: hier
sdg
Andreas

Sieben Konzile: Das Erste Konzil von Konstantinopel (Challies.com)

Situation & Absicht

Das Erste Konzil von Konstantinopel fand in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, Türkei statt. Es wurde von Theodosius I., der zu dieser Zeit Kaiser des Oströmischen Reiches war, einberufen. Das Konzil traf sich von Mai bis Juli des Jahres 381.

Das Konzil wurde einberufen um den Versuch zu unternehmen, die Kirche, welche in der Frage der Natur Christi und dessen Verhältnis zum Vater geteilten geblieben war, zu einen. Obgleich das Erste Konzil von Nicäa bereits versucht hatte einen Konsens zu erreichen, der Arianismus und anderen heterodoxen Auffassungen hinterließen Schlachtfelder in allen Regionen des Reiches.

Hauptcharaktere 
150 Ost-Bischöfe waren auf dem Konzil anwesend und unter diesen waren eine Handvoll wichtiger Persönlichkeiten.
Meletius, Bischof von Antiochien, war der erste Vorsitzende des Konzils, starb jedoch kurz nach dem dieses begann.
Gregor von Nazianzus, zu Beginn des Konzils zum Bischof von Konstantinopel gewählt, übernahm nach dem Tod von Meletius den Vorsitz. Doch kurz darauf, wurde die Rechtmäßigkeit seiner Wahl, basierend auf einer Regel des Konzils von Nicäa, nachdem Bischöfe nicht von einem Bistum zu einem anderen Bistum versetzt werden durften (Gregory war zuvor Bischof in Sasima), in Frage gestellt. Dieser Streit veranlasste Gregory von dem Bistum und dem Vorsitz zurückzutreten.
Nectarius ein städtischer Beamter, wurde schnell getauft, so dass er als Bischof von Konstantinopel und Vorsitzender des Konzils übernehmen konnte als Gregory zurücktrat.
Der Konflikt
Das Hauptaugenmerk des Konzils lag darauf, die Lehre, welche in dem Glaubensbekenntnis von Nicäa festgelegt worden war, wieder herzustellen. Sie taten dies, indem sie ein neues Bekenntnis verfassten, in welchem einige Formulierungen des Nizäanischen Bekenntnisses, welche sich als umstritten und problematisch erwiesen hatten, entfernen. Sie fügten ebenfalls Klärungen an Stellen hinzu, an welcher die kirchliche Lehre ein wenig weiter entfaltet, oder wo Orthodoxie in Frage gestellt wurde.
Ein spezieller Bereich, an welchem die kirchliche Lehre eine Entfaltung erfahren hatte, war im Bezug auf den Heiligen Geist. Das Konzil stellte vier Dinge zum Heiligen Geist fest:

  • den göttlichen Titel „Herr“,
  • dessen göttliche Funktionen, Leben zu geben welches er von Natur aus besitzt, und die Propheten inspiriert zu haben
  • seinen Ursprung aus dem Vater, nicht durch Schöpfung, sondern durch Hervorgehung
  • höchste Verehrung dem Vater und Sohn gleich „dargebracht“ (von Leo Donald Davis, Die ersten sieben Ökumenischen Konzilien).

Das Konzil versuchte eine möglichst biblische Sprache bei der Beschreibung des Geistes zu verwenden, um die Lehre den Anwesenden so schmackhaft wie möglich zu machen. Dennoch verließen sechsunddreißig mazedonische Bischöfe das Konzil, weil diese nicht bereit waren, eine solch hohe Sprache für den Heiligen Geist zu akzeptieren. Eustathius von Sebaste repräsentiert deren Sichtweise, als er sagte: „Ich für meinen Teil wähle weder, den Heiligen Geist Gott zu nennen, noch wage ich ihn ein Geschöpf zu nennen.

Das Ergebnis
Das wichtigste Ergebnis des Konzils war das Glaubensbekenntnis von Konstantinopel. Es war dem Niceanischen Glaubensbekenntnis sehr ähnlich, aber es entfernt den Bannfluch gegen den Arianismus.
Wir* glauben an den einen Gott
den Vater den Allmächtigen
der alles geschaffen hat Himmel und Erde
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus
Gottes eingeborenen Sohn
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott Licht vom Licht
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil
ist er vom Himmel gekommen
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden .
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus
hat gelitten und ist begraben worden
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit
zu richten die Lebenden und die Toten;
und seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist
der Herr ist und lebendig macht
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird
der gesprochen hat durch die Propheten
und die eine heilige katholische** und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt. Amen
* Der Originaltext hat durchgängig die Einzahl: Ich glaube…
** oder: allgemeine
Neben der Bekräftigung des Glaubens von Nicäa behandelte das Konzil einige weitere Themen. Am auffälligsten war, das dass Kirchengesetz festlegte, das „Der Bischof von Konstantinopel ein Ehrenprimat nach dem Bischof von Rom habe, weil Konstantinopel das neue Rom ist.“ In der Zeit zwischen Nicäa und Konstantinopel, war Konstantinopel durch Konstantin wieder aufgebaut und als neue Hauptstadt des römischen Reiches eingeweiht worden. Vorausgesetzt wurde, das eine solche Autorität für den Bischof von Konstantinopel eine Bedrohung für Rom und der Macht ihres Bischofs war. Dies wurde als eine schwere Beleidigung aufgefasst, da keine geistliche Bedeutung Konstantinopel existierte (während Roms Bischofsamt beanspruchte, von Petrus auszugehen). Diese scheinbar kleine Veränderung führte zu allerlei Kummer in den darauffolgenden Jahrhunderten.
Bleibende Bedeutung
Das Erste Konzil von Konstantinopel war sowohl theologisch wie administrativ signifikant. Davis fasst dies jeweils trefflich zusammen: „Theologisch steht es auf der Logik des Konzils von Nicäa und wendet behutsam die Argumentation des Konzils hinsichtlich der Beziehung des Sohnes zum Vater, auf den Heiligen Geist an, wenngleich sich beschränkend in der Ausführung auf biblische Terminologie. Administrativ führte das Konzil die östliche Praxis der Anpassung der kirchlichen Organisation, an die zivile Organisation des Reiches fort, die Saat der Zwietracht säend unter den vier großen Bischofssitzen in Ost und West, durch die Erhöhung des kirchlichen Status Konstantinopels, um dessen Position des neuen Rom’s zu entsprechen.“

 

Das Konzil war bedeutend, jedoch viele Konzile würden notwendig sein, bevor es zu einer einheitlichen christlichen Lehre kam.

Übersetzung aus dem Englischen
Mit freundlicher Genehmigung
von Tim Challis (Quelle)

1. Gottesdienst einer presbyterianischen Gemeindegründung

Am 16. Februar 2014 findet versuchsweise zwei erste Gottesdienste der reformierten Gemeindegründung in Berlin statt. Johannes Müller (hat in Hannover und London Theologie studiert) wird sich als deutscher Kandidat vorstellen und so Gott will, ab Sommer 2014 vollzeitlich die Gemeindegründung in Berlin mitgestalten; der Gottesdienst ist eine gute Gelegenheit, presbyterianische Liturgie kennen zu lernen und den Verantwortlichen aus England ein Feedback zu Johannes und seiner Predigt zu geben. Mehr Informationen hier

UPDATE

Wir danken Gott für einen gesegneten Tag des Herrn, mit zwei guten Gottesdiensten, einigen Gästen (morgens 27, abends knapp 20 Teilnehmer ->weitere Bilder) und auch einem jungen Mann, der zum ersten Mal das Evangelium hören durfte!

Unserem gnädigen Gott allein gebührt alle Ehre!

Die Predigten (hier) von Johannes Müller waren herausfordernd und ermutigend, und die Teilnehmer durften die schlichte Schönheit eines reformierten Gottesdienstes (hier) erleben.

Wir sind Gott sehr dankbar und ermutigt für die Zukunft!

Drei junge Männer aus England, Dan & Peter Winch und Liam Richardson, ebenso die ehemaligen Kommilitonen von Johannes Müller, Gottfried Rühle, Raphael und Simon Schuster und weitere Gäste haben uns sehr unterstützt. Wir danken für alle Gebete die uns begleitet haben und die freundlichen Grüße aus Heidelberg, Hannover, Osnabrück und dem RTS!

Bitte betet weiter für Gottes Werk in Berlin. Johannes Müller ist dabei sein Studium am LTS zu beenden und ein Praktikum in Sheffield zu absolvieren. So Gott will, wird er im Sommer diesen Jahres in Berlin die Gemeindegründungsarbeit vor Ort begleiten. Bitte betet für die bereits jetzt und zukünftig beteiligten Geschwister vor Ort und Kevin Bidwell, der die Arbeit weiter betreuen wird!

 

Sieben Konzile: Das Erste Konzil von Nicäa (Challies.com)

Situation & Absicht
Das Erste Konzil von Nicäa wurde im Jahr 325 durch den römischen Kaiser Konstantin einberufen. Konstantin hatte gehofft, sein Reich unter dem Banner des Christentums zu vereinen, sah nun aber die Einheit durch einen theologischen Grabenkrieg bedroht. Hosius von Cordoba empfahl ein Konzil, als Mittel, die sich zusammen brauende Kontroverse an zu gehen und Konstantin reagierte darauf, indem er die Kirchenführer zu Nicäa in Bithynien (heute Iznik, Türkei) zusammenrief. Irgendwo zwischen 250 und 318 Bischöfe aus dem gesamten römischen Reich kamen, und der Rat begann seine formalen Beratungen am 20. Mai.
Das Hauptproblem welches der Rat anzupacken hatte, war die Natur der Gottheit Christi, insbesondere die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn. Als Nebensache diskutierte das Konzil die Feier des Osterfestes.
Hauptcharaktere
Die beiden wichtigsten Persönlichkeiten auf dem Konzil, waren Athanasius, ein junger Diakon, der als Begleiter des Bischof Alexander von Alexandria kam und Arius, ein umstrittener Presbyter und Pfarrer aus Alexandria. Konstantin war als Beobachter ohne Stimme anwesend.
Der Konflikt
Der Konflikt im Herzen des ersten Konzils von Nicäa beschäftigte sich mit der Natur Gottes Sohn in Beziehung zu Gott, dem Vater. Auf der einen Seite des Konflikts waren diejenigen, die befanden, dass Jesus Christus vom Vater geschaffen, auf der anderen Seite diejenigen, die befanden, dass Jesus Christus vom Vater gezeugt wurde.
Arius war der führende Verfechter der Position der Schöpfung. Er meinte, dass der Sohn Gottes, Gottes erste Schöpfung war, und dass durch ihn alles andere gemacht wurde (Kolosser 1,15). Das machte den Sohn zur einzig direkten Schöpfung des Vaters und damit einzigartig unter der ganzen Schöpfung, als das erste und größte geschaffene Wesen. Er glaubte, dass des Vaters Gottheit größer als des Sohn war, und zitiert Johannes 14:28 zur Unterstützung seiner Position: „Ich gehe hin, und ich komme zu euch ‚“ Sie hörte mich sagen zu Ihnen, Wenn du mich lieb, so würdet ihr euch freuen, weil ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich“. Arius sagte: „Wenn der Vater den Sohn gezeugt hat, hat der, welcher gezeugt wurde einen Beginn der Existenz, und von diesem Punkt aus wird deutlich, dass es eine Zeit gab, als der Sohn nicht war.“
Alexander von Alexandria und sein Schützling Athanasius befanden, dass Christus gezeugt, nicht geschaffen war, und daher dem Vater vollständig gleich war. Das Konzil stimmte mit dieser Ansicht überein und verstand, dass der Arianismus die Einheit der Gottheit untergrub, so dass der Vater größer als der Sohn ist und widersprachen mit Schriftstellen wie Johannes 10,30 und Johannes 1,1. Im Laufe des Konzils, kam die große Mehrheit der Delegierten mit Athanasius zur der Übereinstimmung, dass der Sohn eine Ableitung (Derivat) des ewigen Vater sei, aber nichtsdestoweniger gleich ewig und gleichermaßen göttlich. Athanasius erklärte: „Ich weiß, dass Jesus als meinen Erlöser nicht weniger als Gott sein kann.“
Das Ergebnis
Die Debatte dauerte vom 20. Mai bis zum 19. Juni, an diesem ​​Punkt formulierte das Konzil eine erste Form des Nicäanischen Bekenntnisses welches ausdrücklich die Position der Zeugung bekräftigte und den Arianismus verurteilte. Alle bis auf zwei der Teilnehmer stimmten zu ihren Gunsten und diese beiden, wurden zusammen mit Arius exkommuniziert und nach Illyrien verbannt. Alle Schriften des Arius wurden gesichtet, beschlagnahmt und verbrannt.
Hier ist die ursprüngliche Version des Glaubensbekenntnisses (welche auf dem Zweiten Ökumenischen Konzil in Konstantinopel im Jahre 381 angepasst wurde).
Wir¹ glauben an einen Gott
den allmächtigen Vater
den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
Und an den einen Herrn Jesus Christus
den Sohn Gottes
der als einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist d.h. aus dem Wesen des Vaters
Gott vom Gott Licht vom Licht
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen
eines Wesens mit dem Vater;
durch den alles geworden ist was im Himmel und was auf Erden ist;
der für uns Menschen und wegen unseres Heils herabgestiegen und Fleisch geworden ist
Mensch geworden ist
gelitten hat und begraben worden ist
und am dritten Tage auferstanden ist
und aufgestiegen ist zum Himmel
und kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten;
Und an den Heiligen Geist.
Diejenigen aber die da sagen „es gab eine Zeit da er nicht war“ und „er war nicht bevor er gezeugt wurde“ und er sei aus dem Nichtseienden geworden oder die sagen der Sohn Gottes stamme aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit oder er sei geschaffen oder wandelbar oder veränderbar die verdammt die allgemeine Kirche.
¹ Im Originaltext durchgängig Einzahl: Ich glaube…
Das Konzil einigte sich auch auf einen Zeitpunkt, wann Ostern zu feiern sei. In einem Rundschreiben, welches Konstantin nach dem Konzil herausgab, erklärte er: „Auf dem Konzil haben wir auch die Frage unseres heiligsten Tages, Ostern betrachtet, und es wurde einvernehmlich festgestellt, dass jeder, überall es an ein und demselben Tag feiern sollte.“
Bleibende Bedeutung
Das Erste Konzil von Nicäa ist von höchster Bedeutung bei der Behandlung der  grundlegenden Frage im Bezug auf die Gottheit und Menschheit Jesu Christi. Jesus Christus wurde erkannt als, ewig und göttlich, gleich mit dem Vater, und unendlich größer zu sein als ein geschaffenes Wesen. Das Konzil ist auch bedeutsam als erster Versuch, einen Konsens unter allen Christen durch eine Debatte zwischen den Vertretern von sich wiedersprechenden Seiten zu erzielen. Es stellt einen Präzedenzfall dafür dar, Konzile abzuhalten um sonstige lehrmäßige und praktische Angelegenheiten der Kirche zu entscheiden, und diese Entscheidungen in Glaubensbekenntnissen und Kirchenrecht umzusetzen.
Es dauerte 56 Jahre bis zu dem nächsten Konzil, dem Ersten Konzil von Konstantinopel.
Übersetzung aus dem Englischen
Mit freundlicher Genehmigung
von Tim Challis (Quelle)