Selbstmord und geschäftsmäßige Beihilfe – Ausdruck von Würde?

»Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.«
— Artikel 1, Absatz 1 GG
Selbstmord als „Ausdruck von Würde“
Das Bundesverfassungsgericht hat am 26. Februar 2020 entschieden: „Die selbstbestimmte Verfügung über das eigene Leben“ sei ein-Ausdruck von Würde“, sagt das höchste deutsche Gericht. Mit dieser Begründung hat der Zweite Senat festgestellt, dass das in § 217 des Strafgesetzbuchs (StGB) normierte Verbot aus dem Jahr 2015, der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung gegen das Grundgesetz verstößt und nichtig ist. Beendet dieses staatliche Machtwort nun die Debatte um die Beihilfe zum Selbstmord? Ich behaupte: nein.
Auch unter Libertären gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen. Existiert ein Recht auf Selbstmord (Selbsteigentum bzw. Verfügungsrecht) oder gar auf geschäftsmäßige Assistenz (Vertragsfreiheit)?
Das Bundesverfassungsgericht begründet seine Entscheidung mit der Definition der Würde des Menschen als Mittel zur Erreichung einer- wie auch immer gearteten und nicht näher ausgeführten- Entfaltung von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung bzw. Wahrung eines autonomen (willkürlich gesetzten) Selbstbildes bzw. Erlösung von einem möglicherweise als leidvoll empfundenen Lebens. Die Verwurzelung dieses behaupteten Rechts auf selbstbestimmtes Sterben in der „Menschenwürdegarantie„, impliziert nach dieser Argumentation sogar, dass eigenverantwortliche Entscheidungen über das eigene Lebensende keiner weiteren Begründung oder Rechtfertigung bedürfen und sich der Bewertung, anhand allgemeiner Wertvorstellungen, religiöser Gebote, gesellschaftlicher Leitbilder für den Umgang mit Leben und Tod oder Überlegungen objektiver Vernünftigkeit entzieht! Gesellschaftliche Leitbilder sind Gegenstand der Ethik.
»Dieser in der Würde des Menschen wurzelnde Gedanke autonomer Selbstbestimmung wird in den Gewährleistungsgehalten des allgemeinen Persönlichkeitsrechts näher konkretisiert. Es sichert die Grundbedingungen dafür, dass der Einzelne seine Identität und Individualität selbstbestimmt finden, entwickeln und wahren kann. Namentlich die selbstbestimmte Wahrung der eigenen Persönlichkeit setzt voraus, dass der Mensch über sich nach eigenen Maßstäben verfügen kann und nicht in Lebensformen gedrängt wird, die in unauflösbarem Widerspruch zum eigenen Selbstbild und Selbstverständnis stehen.«
— Urteil vom 26. Februar 2020, 2 BvR 2347/15, 2 BvR 2527/16, 2 BvR 2354/16, 2 BvR 1593/16, 2 BvR 1261/16, 2 BvR 651/16
Religiöse Ethik
Obgleich das Konzept der Menschenwürde, zumindest nach Auffassung der meisten Staatsrechtler, jüdisch-christlicher Ethik-Tradition entstammt, wird der Artikel 1 des Grundgesetzes zweifelsohne auch nicht religiös begründet. Dies ist insofern von Relevanz, da in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft nur noch wenige Menschen bzw. Libertäre nach dezidiert religiösen Begründungen ihrer Ethik fragen. Wenn also das Bundesverfassungsgericht bei seiner Urteilsbegründung sowohl das Recht auf Selbsttötung, wie auch die Inanspruchnahme geschäftsmäßiger Suizidhilfe vom grundrechtlichen Schutz umfasst sieht, und dies mit der Würde des Menschen begründet, gilt es diese Begründung („Würde des Menschen“) dieses gesellschaftlichen Leitbildes näher zu betrachten.
Das Christen- und Judentum begründet die Würde des Menschen mit der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott und verneint das Recht auf Selbstmord mit dem grundsätzlichen Tötungsverbot. In der Begründung des Urteils wird daher folgerichtig festgestellt, das sowohl die Kirchen, wie auch der Zentralrat der Juden bestreiten, Suizid oder die Assistenz dabei, wäre mit der Würde des Menschen aus religiös-ethischer Sicht vereinbar. Da der Suizident sich durch die Tötung der vitalen Basis der Menschenwürde beraube und selbst wenn aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht oder der allgemeinen Handlungsfreiheit aus Art. 2 Abs. 1 GG ein verfassungsrechtlicher Schutz der freiverantwortlichen Selbsttötung abzuleiten wäre, sich ein solches Recht auf Suizid nicht auf das Recht auf Beihilfe zum Selbstmord erstrecke bzw. das strikte Verbot jeder Tötung, auch die Selbsttötung umfasst.
Das religiöse Verbot, unabhängig dessen Relevanz, soll jedoch hier nicht behandelt werden.
Rationale Ethik?
Zu klären gilt also, ob eine anders begründete, genuin rationale Ethik diese Frage beantworten kann. Dies ist insofern elementar, da das Gegenteil: „Absolute und universelle Wahr- oder Falschheiten existieren in der Ethik nicht“, ersten selbst eine absolute Aussage, mit Anspruch, eine absolute Wahrheit über die Ethik zu sein, wäre und weiterhin auf eine Position des moralischen Nihilismus, also der grundsätzlichen Ablehnung aller positiven Zielsetzungen, Ideale, Werte und völlige Verneinung aller Normen und Werte hinausliefe. Es muss also rationale, vernünftige und gültige Wahrheit über Ethik allgemein und speziell diese Frage existieren, da universell gültiges Wissen existiert.
Aus libertärer Perspektive gilt das Prinzip des Selbsteigentums als logisches Axiom (Locke, Ruthbard, Hoppe etc.) der sogenannten rationalen Ethik, aus welchem sich auch das Verfügungsrecht über den eigenen Körper ableitet.
»Wenn es etwas gibt, worauf wir fest bauen können, ist es die bedeutende natürliche Tatsache, dass jedes menschliche Wesen mit seinem oder ihrem Körper eine abgesonderte Einheit bildet – woraus wir schliessen müssen, dass die Entitäten sich selbst und nicht sich gegenseitig gehören. Keine andere logische Ableitung ist möglich. Wenn die Entitäten nicht sich selbst gehören, sind wir zurückgeworfen auf die absurdeste Schlussfolgerung: A oder B können kein Eigentum an sich selbst haben, aber ihnen können ganz oder teilweise C oder D gehören.«
— Murray N. Rothbard, „Ethik der Freiheit“
Wie verhält es sich nun mit einer, auf rationaler, logischer Ethik basierenden Antwort auf die Frage rechten und unrechten Handelns, hier konkret in Bezug auf Selbstmord bzw. Beihilfe zum Selbstmord? Existiert ein moralisch neutrales, wertfreies Verfügungsrecht über den eigenen Körper, oder gibt es hier ein Richtig oder Falsch?
Vernunftrecht – Deontologische Ethik
Eine ethisch-religionsfreie, ausschließlich logisch-rationale Antwort findet sich bei dem Philosophen Immanuel Kant und seiner- auf dem kategorische Imperativ basierenden- Formel des „Zweckes an sich selbst“ (Selbstzweckformel). Kant setzte neben das Naturrecht das Vernunftrecht: der Mensch ist aus seiner Vernunft heraus verpflichtet, die Persönlichkeit und in ihr die Würde des Menschen zu achten, da die Selbstbestimmung des Menschen ihn zum grundlegenden Zweck seines Handelns macht.
»Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.«
— Immanuel Kant, Menschenrechtsformel GMS, AA IV, 429
Mit „Zweck“ meint Kant rationale, absolute bzw. objektive Zwecke an sich, die anders als relative, empirische Zwecke (Mittel zur Bedürfnisbefriedigung) unabhängig subjektiver Interessen und Mittel-Zweck-Beziehungen einen absoluten Wert besitzen. Kant unterscheidet im Bereich menschlicher Zwecksetzungen also zwischen dem, was einen Preis hat, und dem, was Würde besitzt.
Kant sieht die Besonderheit des Menschen- im Gegensatz zu einem Tier- in dessen Kombination aus Sinn- und Vernunftwesen. Tötet der Mensch sich selbst, zerstört er beides. Damit verkäme die Person des Menschen und seine Würde wieder zu einem Mittel der Bedürfnisbefriedigung. Kant verneint daher ein Recht auf Selbsttötung, da damit die Grundlage der Moral an sich bzw. die Würde des Menschen wegfallen würde. Nichts ließe sich mehr ethisch-moralisch begründen, da die Verbindlichkeit aller Moral entfiele.
Wenn also das Bundesverfassungsgericht mit dem Leben bzw. dem Selbstmord eines Menschen als Mittel zur Erreichung der Selbstbestimmung argumentiert, reduziert er den Mensch von seinem Selbstzweck, auf ein subjektives Mittel. Auf Kants Deontologische Ethik kann sich das Bundesverfassungsgericht bei seiner Begründung mit der Würde des Menschen nicht berufen.
Naturrecht – Ethik  der Freiheit
Auch der Libertäre Murray Newton Rothbard argumentiert in seiner „Ethik der Freiheit“ auf Grundlage des Naturrechts ähnlich, auch wenn er das Thema Selbstmord nicht explizit anspricht. Er versteht das Naturrecht nicht religiös, sondern ausschließlich als auf Vernunft und rationale gegründete Untersuchung logischer, ethischer und physischer Gesetzmäßigkeiten bzw. Prinzipien menschlichen Verhaltens, die von der Vernunft in den Grundneigungen der menschlichen Natur entdeckt werden können und die absolut, unwandelbar, von universeller Gültigkeit für alle Zeiten und Orte sind. Weiterhin führt er aus, das menschliches Handeln immer absichtsvoll, und dessen Ziele von der Vernunft als rational oder nicht rational, als objektiv gut oder schlecht erfasst werden können.
Rationales Verhalten entspricht also moralischem Verhalten, in Übereinstimmung mit rechter Vernunft und Verwendung der Mittel, dies zu erreichen.
Er widerspricht damit David Humes moral-nihilistischer Auffassung, Vernunft sei darauf verpflichtet, bloßer Sklave der Leidenschaft zu sein, dessen Aufgabe darauf beschränkt ist, die Mittel zu willkürlich gewählten Zwecken auszuhecken. Denn die Zwecke selbst werden unter Gebrauch der Vernunft gewählt und rechte Vernunft diktiert dem Menschen die ihm angemessenen Ziele und auch die Mittel um diese zu erreichen.
Auch Rothbard postuliert mit seiner Ethik der Freiheit, die Natur des Menschen als Vernunftwesen, ebenso das Vorhandensein rationaler, ergo guter und nicht rationaler, schlechter Zwecke. Die Möglichkeit zum Selbstmord ist Rothbards Argumentation zufolge sicher nicht unter rationale Zwecke einzuordnen. Rothbard bringt es folgendermaßen auf den Punkt:
»Es sollte aus dieser Arbeit klar werden, dass Freiheit zuerst und zuvorderst ein moralisches Prinzip ist, das in der Natur des Menschen begründet ist. Im Besonderen ist sie ein Prinzip von Gerechtigkeit, der Annullierung aggressiver Gewalt in Belangen von Menschen. …Gerechtigkeit, nicht das schwache Schilf blanker Nützlichkeit, muss die treibende Kraft sein, wenn Freiheit erreicht werden soll.«
— Murray Newton Rothbard
Fazit
Ob religiös bzw. metaphysisch oder rational begründet: die Ablehnung von Selbstmord unterscheidet  lediglich in der argumentativen Begründung, nicht jedoch in der inhaltlichen Schlussfolgerung. Ob in der Ebenbildlichkeit mit Gott, oder der Ausnahmestellung des Menschen als Vernunftwesen begründet: aus der Würde des Menschen, leitet sich keinesfalls das Recht auf Selbstmord ab. Hier irrt das Bundesverfasssungsgericht. Noch abwegiger ist das darauf aufbauende Argument, aus einem falsch verstandenen Selbstbestimmungs- respektive Verfügungsrecht des einzelnen bzw. der Vertragsfreiheit zwischen Personen erwachse ein „Recht“ auf organisierte bzw. assistierte Beihilfe zum Selbstmord. Vielmehr wird hier die ultimative Verweigerung von Hilfe staatlich sanktioniert und juristisch legalisiert.
Richtig ist vielmehr, das bei assistiertem Selbstmord manche von der faktischen Möglichkeit des Selbstmords, welche ihnen zweifelsohne offen steht, keinen Gebrauch machen und auf Beihilfe nicht verzichten können oder wollen. Richtig ist jedoch auch, dass niemand anderen Personen effektiv verbieten oder daran hindern kann, sich zu töten -wer es tut, tut es- und wer tot ist, braucht keine Strafe zu fürchten. Weiterhin ist es geltende Rechtslage, das Assistenz bei der Selbsttötung durch Angehörige oder Ärzte, ohnehin nicht verfolgt wird, solange eine Wiederholung nicht zu erwarten ist. Das Problem ist also eher theoretischer bzw. ideologischer Natur. Ein neues positives Recht wird konstruiert. Wer jedoch andere braucht oder dabei einspannt, sich selbst zu töten, verlässt freiwillig oder unfreiwillig das Konzept schlichter freiheitlicher und rechtlich zustimmungspflichtiger Vertragsfreiheit.
Die kulturelle Ächtung von Selbstmord hat gute Gründe. Diese gilt es nun umso stärker zu betonen!

Patriotische Solidarität oder freiwillige Selbsthilfe?

In der aktuell äußerst kontrovers ausgetragenen Diskussion zwischen Libertären und Identitären (zuletzt hier), insbesondere zu den Themen Nation, Einwanderung und Sozialstaat, wird von den Identitären immer wieder der Begriff „patriotische Solidarität“ in den Diskurs eingebracht. Aus libertärer Sicht verdächtig nach nationalen Sozialismus klingend, weisen Identitäre dies- aus nachvollziehbaren Gründen- von sich. Was hat es nun mit diesem „patriotische Solidarität“ auf sich? Und wie kann eine libertäre Antwort darauf aussehen?

Auf Sezession, „Patriotische Solidarität und das Sozialsystem“ vom 21. April 2016 , schreibt Siegfried Waschnig zur patriotischen Solidarität, dass sich diese primär an „ethnokulturellen Notwendigkeiten“, „gleichen Anschauungen und Zielen“ orientiere und „unbedingtes Zusammenhalten“ bedeute. Im Gegensatz dazu unterscheide „Sozialismus“ respektive „sozial“, aufgrund egalitärer Weltanschauung, esplizit nicht zwischen „Herkunft, Talenten und realen Notwendigkeiten“, sei „gemeinnützig, hilfsbereit und barmherzig“.

Identitäre halten nun Libertären vor, diese lehnten „nationale Identitäten und Nationalstaaten als Wegwerfobjekte der Vergangenheit, „Völkerabfall“ (Engels) der Geschichte“ bzw. „Schutzgemeinschaften als unfair und Hindernisse für den Fortschritt ab“ bzw. fordern aufgrund ihrer liberalen Ideologie gar „Bevölkerungsaustausch, den Abbau aller Grenzen und die totale Mobilmachung des Menschen in einem Weltmarkt“ (Sezession, Martin Sellner, Kapitalistische Willkommenspolitik, vom 13. November 2019).

Das sind starke Behauptungen, die jedoch selbst einer oberflächlichen Überprüfung nicht wirklich standhalten (weder v. Mises, erst recht nicht v. Hayek oder Friedman vertreten eine solche Position) und aufzeigen, dass Sellner, wie viele Identitäre oder Nationalkonservative, den Liberalismus als solchen nicht wirklich kennen oder verstanden haben.

Zunächst einmal ist wohl richtig, dass Liberale das Thema offene Grenzen und Migration äußerst pragmatisch sahen und sehen, durchaus aber auch, aus wiederum pragmatischen Gründen (Hayek=Erstarken des Nationalismus, Friedman=Unvereinbarkeit mit dem Wohlfahrtsstaat), kritisch bewerten. Insbesondere Murray Rothbard hat nun eine, ausgehend von Beobachtungen in der Sowjetunion (Massenmigration als Kultur und Sprache vernichtend), dezidiert erkenntnistheoretisch begründete, ablehnende Position offenen Grenzen gegenüber entwickelt und formuliert. In eigentümlich frei, vom 15. November 2019, „Liberalismus und Migration bei Hayek, Friedman und Rothbard – Eigentumsrechte statt offene Grenzen“ schreibt Gérard Bökenkamp über die Position Rothbards:

Offene Grenzen sind kein libertäres Prinzip, sondern ein kommunistisches, weil es davon ausgeht, dass es Ressourcen wie Land, Zugang zu öffentlicher Daseinsvorsorge und Infrastruktur gibt, die praktisch allen Erdenbürgern gehören. Die Position offener Grenzen betrachtet diese als Allgemeineigentum der ganzen Welt und schafft damit das Problem der Allmende. Was allen gehört, gehört tatsächlich niemandem, und dementsprechend geschieht das, was immer geschieht, wenn kein Privateigentümer nach dem Rechten sieht, es verkommt und verödet. Rothbard hat damit mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Sein Modell bietet einen schlüssigen Ansatz, um die negativen Folgen von Massenmigration zu erklären. Er zeigt, dass es auf der Basis eines radikalliberalen Ansatzes möglich und sogar zwingend ist, das Konzept offener Grenzen zu verwerfen, ohne den methodischen Individualismus aufzugeben und etatistische und kollektivistische Konzepte von links oder rechts übernehmen zu müssen.

Damit ist der ersten Behauptung, Liberalismus stehe für „offene Grenzen“ und „Massenmigration“, die argumentative Grundlage entzogen. Wie sieht es nun mit der geforderten „Solidarität“ aus?

Auch hier hat der Liberalismus eine gut begründete Erwiderung. Professor Dr. Philipp Bagus weist in seinem Vortrag „Ein freier Markt für die Bedürftigenhilfe“ nach, dass vor dem Hintergrund der Geschichte und Theorie der freien und privaten Bedürftigenhilfe festzustellen ist, dass diese als Solidarprinzip ausreichend bzw. besser geeignet ist. Der Staat schafft keine neuen Ressourcen, er verteilt diese lediglich schlecht, bürokratisch und mit Eigeninteresse um.

Entgegen der identitären Kritik am Liberalismus, will der Mensch helfen, braucht dafür jedoch auch die Ressourcen. Je reicher eine Gesellschaft und je kleiner der Wohlfahrtsstaat, desto größer ist auch der Anreiz privat zu helfen. Der Ausnahmefall: eine Person ist vollständig mittellos und niemand will helfen. Das wird im Regelfall ein Schwerverbrecher sein. Hier erfüllt der gesellschaftliche Boykott eine wichtige soziale Funktion. Nur wer weiß, dass er bei schweren Verbrechen keine Hilfe mehr erhält, hat ggf. einen Anreiz sich anständig zu verhalten. In den historisch bekannten Selbsthilfeorganisationen wurden Verbrecher rausgeschmissen.

Die Existenz nationaler Solidarität- insbesondere bei einem 80 Millionen Volk, ist offenkundig ein identitärer Mythos. Solidarität in der Familie, zwischen Freunden oder Nachbarn gegenüber, dagegen ohne Beweis jedem einsichtig. Hier kommen aus Sicht des Liberalismus private Hilfe und Unterstützung (private Ersparnisse) bzw. freiwillige Selbsthilfeorganisationen ins Spiel. Professor Dr. Philipp Bagus nennt folgende Beispiele:

  • Versicherungen -> monetäre Entschädigung, genau definierte Schadensfällen, finanzielle Gewinnmaximierung
  • Familie -> Umverteilung auf Grund von Liebe und Zuneigung
  • Selbsthilfeorganisationen -> Gegenseitigkeit, Solidarprinzip, Ermessensspielräume, horizontale, demokratische Struktur, nicht nur monetäre, auch psychologische/spirituelle Hilfe, „Metaversicherung“
  • Wohltätigkeitsvereine -> Hilfsbedürftige kommen als Bittsteller, Abhängigkeit, „ultima ratio“, entweder direkt oder durch Organisationen (Kirche etc.)
  • allg. Nächstenhilfe -> Grundkonstante der menschl. Natur, evolutionär oder christlich begründet, außer Psychopathen, bereits die Frage, was wäre denn ohne Sozialstaat, zeigt, dass dies ein Grundmotiv, ein menschliches Bedürfnis ist, das im Markt nachgefragt und angeboten wird.

Die libertäre Antwort auf die „patriotische Solidarität“ besteht also in einem klaren „Nein Danke“! Und dies aus den o. g. stichhaltigen Gründen.

Wer ist Greta Thunberg?

„Politische Narrative“ beschäftigen sich mit der Sinnvermittlung öffentlicher Kommunikation. Ziel und Zweck dieser Herrschaftstechnik ist es, das Denken einer ganzen Gesellschaft zu steuern und zu lenken, politische Geschehnisse zu deuten, zu erklären, zu rechtfertigen und zu legitimieren. Dies am besten unerkannt von der Wiege bis zur Bahre.

Das derzeitig vorherrschende politische Narrativ- neben anderen sekundären Themen- ist primär der „menschgemachte Klimawandel“. Und innerhalb der übergreifenden, großen Meta-Erzählung, gibt es immer wieder kleinere Erzählungen und Nebenstränge, die jedoch stets das große politische Narrativ unterstützen.

Damit wären wir bei Greta Thunberg. Für Presse und Politik ist die 16 jährige, kleine Schwedin, eine nahezu perfekte Identifikationsfigur. Wäre Greta nicht im Mai 2018 zufällig aufgetaucht (Im Mai 2018 wurde die 15-jährige Thunberg Preisträgerin eines Schreibwettbewerbs zur Umweltpolitik), man hätte sie erfinden müssen.

Doch halt: wirklich zufällig? Nun gab es sofort auch viel Misstrauen und Vorwürfe der Vorteilnahme seitens des Vaters (CO2-Zertifikate) bzw. der Inszenierung durch profilierungssüchtige Eltern. Wer weiß. Aktuell wurde Greta zur „Frau des Jahres 2018“ in Schweden gewählt und ist für den Friedensnobelpreis nominiert!

Auf jeden Fall viel Stoff für jede Menge interessanter Artikel und investigativen Journalismus. Diesbezüglich ist jedoch größtenteils Fehlanzeige zu vermelden. Politik und Medien nutzen die Figur Greta ausschließlich als Vermarktungsobjekt bzw. Galionsfigur ihrer jeweiligen oder gemeinsamen Agenda.

Sei es mit den #FridaysforFuture, bei denen Schüler missbräuchlich vom Schulunterricht ferngehalten werden:

Am 2. März 2019 lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schülerdemonstrationen in ihrem Video-Podcast:

Ich unterstütze sehr, dass Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür kämpfen. Ich glaube, dass das eine sehr gute Initiative ist. Wir können unsere Klimaschutzziele nur dann erreichen, wenn wir auch Rückhalt in der Gesellschaft haben.“
– Angela Merkel: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

oder für sogar als Begründung für die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre:

Bundesjustizministerin Katharina Barley (SPD) erklärte am 1. März 2019 gegenüber der Passauer Neuen Presse:

Diese Proteste, bei denen Schülerinnen und Schüler Freitag für Freitag für ihre Zukunft auf die Straße gehen, verdienen hohen Respekt: Solche jungen Leute wünschen wir uns.“ Doch die Jugendlichen hätten noch kein Wahlrecht, das sie ausüben könnten. „Wir sollten ein Wahlrecht ab 16 Jahren einführen.“

Doch zurück zu Greta: Wer ist diese Klima-Aktivistin, Tochter der Opernsängerin Malena Ernman und des Schauspielers Svante Thunberg, mit Asperger-Syndrom? Eins ist mal sicher: kein normales Mädchen von nebenan. Welches Mädchen von nebenan, dass im Mai einen Schreibwettbewerb gewinnt, nimmt sieben Monate später an einer UN-Klimakonferenz teil, trifft den UN-Generalsekretär, hält eine Rede auf dem Gipfel und erhält weltweit mediale Aufmerksamkeit und Unterstützung?

Möglicherweise die Nachfahrin des Begründers der ganzen Klimawandel-Erzählung?

Svante August Arrhenius (19. Februar 1859 † 2. Oktober 1927) war schwedischer Physiker und Chemiker und erhielt 1903 den Nobelpreis für Chemie. Aber nicht nur das. Svante Arrhenius selbst ist Mitgründer und langjähriger Direktor des Nobelinstituts, als welcher er für die Vergabe der Nobelpreise mitverantwortlich gewesen ist. Es ist weiterhin Svante Arrhenius, der 1895 die Theorie zum Treibhausgaseffekt und einer damit verbundenen Erderwärmung aufstellt!

Weitere Mitglieder der Familie sind in der Folge wissenschaftlich, politisch und aktivistisch tätig und als solche in Schweden bekannt. Unter anderem die Politikerin und Aktivistin der Grünen, Anna Horn, langjähriges Mitglied des schwedischen Reichstages und Gründerin mehrerer Stiftungen.

Dies alles wurde nicht von Journalisten recherchiert, sondern von misstrauischen Privatpersonen. Und damit wären wir wieder bei den politischen Narrativen als Herrschaftsmittel. Gretas Erscheinen, ihr Wirken und auch die politische Bezugnahme auf sie ist eines sicher nicht: Zufall.


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=4rAcz18wsro

Freiheit versus Knechtschaft

Die Bibel kennt und berichtet von Gesetzen und Geboten. Zunächst ein einziges Gebot: die Geschichte von Adam, Eva und dem vermeintlichen „Apfel“ berichtet uns davon. Mit Mose gab Gott dem Volk Israel die 10 Gebote und in Christus das Doppelgebot der Liebe.

Gesetze, Vorschriften, Verordnungen, Regulierung, Paragraphen und Artikel… das liebt der Piefke jedoch sehr. Wie ich meine, viel zu sehr! Ähnlich den Pharisäern, gilt bei uns: je mehr desto besser. Und für den Nachbarn bzw. denen, mit anderen Interessen als den eigenen, gleich umso mehr davon. Straßenmusiker dürfen in Berlin nur noch leise spielen, Buntstifte mit Blei, Diesel, Rauchen, Plastik, Süßes… alles verbieten!

Und gemeint ist es natürlich immer gut!

Ja, der Deutsche liebt seinen Obrigkeitsstaat, nimmt gern politisch-mediales Nudging (Verhaltensökonomische Methodik zur subtilen Beeinflussung menschlichen Verhaltens) hin, befürwortet ausdrücklich hohe Steuern (Deutschland erreichte auf einer Skala von 1 (geringe Akzeptanz) bis 10 (starke Akzeptanz) einen Durchschnittswert von 7,0; Quelle) und sehnt ein Verbot ungesunder Lebensmitteln (64%; Quelle) herbei.

Mit Freiheit und Eigenverantwortung hat er es dagegen nicht so.

Damit kein Zweifel aufkommt: jede Gesellschaft braucht Regeln des Zusammenlebens. Ob im Privaten, dem Verkehr oder in der Geschäftswelt. Dabei sollte jedoch stets sowohl der Grundsatz
So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ zur Anwendung kommen, wie auch die Regel, Gesetze immer wieder auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen.

Warum? Zunächst einmal aus praktischer Erwägung. Jedes erlassene Gesetz bedarf der Durchsetzung und Kontrolle und verursacht dadurch erheblichen bürokratischen Aufwand und damit Kosten.

Wichtiger jedoch: jedes Gesetz verursacht einen Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte des einzelnen. Es mag den wenigsten bekannt oder bewusst sein, aber die Grundrechte des Grundgesetzes sind Freiheitsrechte der Bürger vor dem Staat! Aus eben diesem Grund bedarf es grundsätzlich eines Gesetzes, wenn der Staat die Freiheit der Bürger verletzt. Das gilt für den Eingriff in das Eigentum (Steuern, Abgaben!) ebenso, wie für die Familie (Schulpflicht) und viele weitere Bereiche.

Die Liebe des Deutschen zu seinem Staat als Tugendbehörde, auch des Sozial- bzw. Wohlfahrtsstaates, welcher Gutes erzwingt und Schlechtes verbietet ist jedoch ein Weg in die Knechtschaft (vgl. v. Hayek, Der Weg zur Knechtschaft). Egal ob rechter oder linker Totalitarismus, Sozialismus oder Faschismus, offene Diktatur oder schleichende Gängelung. Überall dort, wo in das Recht des Einzelnen auf Privateigentum, Vertragsfreiheit und persönliche Freiheit eingegriffen oder dieses gar verboten wird, ist die Freiheit bedroht oder bereits in Knechtschaft umgeschlagen.

Kapitalismus – christlich akzeptable Wirtschaftsordnung?

Zunächst einmal kann festgestellt werden, dass für das Zusammenleben von Menschen- im Kleinen wie im Großen- stets Ordnung benötigt wird. Im Hinblick auf das Regierungssystem wird aktuell Demokratie und Rechtsstaat als allgemein akzeptierte Ordnung und Rahmen gesicherter gleicher Handlungsfreiheit und Mitwirkungsmöglichkeit angesehen. Gleichermaßen verhält es sich mit Fragen des Geldes und der Arbeit, auch diese benötigen eine Ordnung, eben eine Wirtschaft- bzw. Sozialordnung.

Auch wenn aus christlicher Perspektive keine Regierungsform bzw. Wirtschaft- bzw. Sozialordnung biblisch oder unbiblisch ist, gibt es doch durchaus menschliche Systeme, die unter den gegebenen Umständen einer gefallenen Welt, einigermaßen „gerecht“ sein können.

Beim Nachdenken über diese Frage, geht es, bedenkt man Augustins „De civitate Die“ oder Luthers „Zwei-Reiche-Lehre“, um eine säkulare Staats- und Gesellschaftsordnung (civitas terrena). Und um die gefallene Schöpfung, speziell die menschliche Natur unter der Knechtschaft der Sünde (Anthropologie des Menschen).

Christliches Utopia

Christen machen sich nun seit Jahrhunderten Gedanken über eine gerechtere und soziale Staats- und Gesellschaftsordnung. Mit dem Roman „Utopia“ des englischen Staatsmanns und katholischen Klerikers Thomas Morus (englisch Thomas More, 1478–1535) erschien vor 500 Jahren, der erste Sozialismusentwurf[i].

Vertraut man nun auf diverse Christen- vor allem aus linkskatholischen/-evangelikalen Gruppen bzw. deren Ideologen- gibt es, im Hinblick auf die Wirtschaftsordnung tatsächlich keinen Zweifel daran, dass eine Form des Sozialismus oder „Kommunismus des Urchristentums“ „christlich“ bzw. biblisch geboten ist.

Anhänger dieser Ideologie, eines christlich motivierten bzw. kirchlichen Sozialismus, sind weiterhin nicht nur in den klassisch linken Parteien (SPD, Die Grünen, LINKE) zu verorten, sondern- für viele durchaus überraschend- auch fest verankert in der CDU/CSU.[ii]

Ein solch kirchlicher Sozialismus existiert, natürlich je nach konfessioneller Spielart, in allen Kirchen und Freikirchen. Dort wird dieser durchaus theologisch begründet, als politisch-diakonische Befreiungstheologie, als eschatologische Vorwegnahme des kommenden Gottesreiches oder als ein auf Fragen des Sozialen oder der Gerechtigkeit dekonstruiertes Evangelium vertreten.

Was nun gleich gänzlich ausgeschlossen werden kann, ist die Behauptung, es gäbe überhaupt einen Unterschied zwischen normalen und kirchlichen Sozialismus.[iii]

Betrachtet man die unrühmliche Geschichte bzw. den fehlenden Erfolg der bisherigen Versuche mit Hilfe des Sozialismus/Kommunismus, eine funktionierende bzw. gerechte Staats- und Gesellschaftsordnung zu errichten, ist festzustellen, dass dessen Scheitern eine logische Folge dieser Ideologie darstellt.

Nehmen – Sozialismus

Sozialismus, also die Verstaatlichung der Produktionsmittel, der Umverteilung des Privatvermögens bis Gleichheit erreicht ist, muss als „Wirtschaftsform des Nehmens“ (Prof. Martin Rhonheimer[iv]) bezeichnet werden. Die Idee des Sozialismus ignoriert die Natur des gefallenen Menschen bzw. appelliert an dessen schlechtesten Eigenschaften: Neid, Faulheit, Initiativlosigkeit, Vorteilsnahme etc. In der Realität bedeutet dies ohne Ausnahme: Umverteilung bis alle gleich arm sind.

Wieso halten trotzdem viele Christen, selbst wenn sie nicht durch den real existierenden Sozialismus sozialisiert wurden, ausgerechnet Sozialismus für christlich akzeptabel oder gar geboten?

Offensichtlich deshalb, weil ihnen die Utopie des Sozialismus suggeriert, durch allgemeine Gleichheit eine gerechte Wirtschafts- bzw. Sozialordnung herstellen zu können. Bei näherer Betrachtung ist jedoch offenkundig, dass durch Gleichheit keine „Gerechtigkeit“ und erst recht kein wirtschaftlicher Erfolg hergestellt werden kann.

Bereits der griechische Philosoph Aristoteles zeigte auf, dass Gerechtigkeit bedeutet Gleiche gleich und Ungleiche ungleich zu behandeln (Aristoteles’ Grundsatz formaler Gerechtigkeit[v]). Ökonomisch ausgedrückt: Gerecht ist, wenn das Gleiche nur der bekommt, der das Gleiche tut.

Viele Christen lehnen Kapitalismus aber auch wegen seines schlechten Rufes ab bzw. sie gar nicht wissen was diesen ausmacht.

Durch Karl Marx abwertend verwandte Begriffe wie „Kapitalismus“, „Kapital“ oder „Kapitalist“, werden heute ganz allgemein, nicht erst durch die Kritik am „Raubtier- oder Turbokapitalismus“ negativ verwendet und als unsozial grundsätzlich abgelehnt. [vi]

Dabei ist bspw. das Sparen d.h. das Ansammeln von Kapital ein positives und wesentliches wirtschaftliches Element, nicht primär um reich zu werden, sondern auch um für Zeiten der Not vorzusorgen.

Geben – Kapitalismus

Der Kapitalismus, die Marktwirtschaft als Sozial- und Wirtschaftssystem, erkennt dagegen die sündhafte und eigennützige Natur des Menschen an und basiert auf dem oben angeführten simplen aristotelischen Prinzip. Er fördert individuelle Freiheit und Selbstverantwortung: Man erntet was man sät. So wie der Sozialismus die Wirtschaftsform des Nehmens ist, ist der Kapitalismus letztlich die „Wirtschaftsform des Gebens“ (Prof. Martin Rhonheimer):

„Die Marktwirtschaft ist durch zwei Elemente gekennzeichnet: es besteht Sondereigentum an den Produktionsmitteln und Arbeitsteilung. Jeder handelt für sich, doch jedermanns Handeln ist mittelbar auch auf die Erfüllung der Zwecke der anderen Handelnden gerichtet. (…) Jeder gibt, um zu empfangen; jeder dient, um bedient und bedankt zu werden. Jeder ist Zweck und Mittel zugleich: Zweck sich selbst und Mittel allen anderen zur Erreichung ihrer Zwecke.“ Ludwig von Mises, „Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens“

Kapitalismus stellt den Menschen, dessen natürliche Rechte, inklusive dessen individuelle Freiheit, und sein privates Eigentum in den Mittelpunkt eines gerechten Sozialsystems. Jeder kann reicher, aber auch ärmer werden. Jeder Mensch hat seine wirtschaftliche Situation, gewissermaßen selbst in der Hand.

Auf der Suche nach einer christlich gebotenen Wirtschafts- und Sozialordnung wäre also besser gefragt, ob eine Wirtschaftsordnung möglich ist, welche das biblische Urteil über die Gegebenheiten dieser Welt und des Menschen anerkennt und sich daran ausrichtet.

Geben ist seliger als nehmen – Christliches Wirtschaftsverständnis

Gleich zu Beginn der Geschichte wurde der Mensch aus dem Paradies, dem tatsächlich biblischen „Utopia“ vertrieben. Damit stand und steht auch das soziale und wirtschaftliche Handeln in dieser Welt, unter den Folgen des Sündenfalls (Mühsal und Anstrengung[vii]).

Durch die Schrift zieht sich ein roter Faden, nach dem Haushalterschaft (sinnvolles, sparsames Wirtschaften) nicht bloß erstrebenswerte Tugenden sind, sondern sich daraus gerechte Folgen für das Leben ergeben[viii].

Kapitalismus, als säkulare Ordnung in Fragen der Wirtschafts- und Sozialordnung ist somit nicht nur vorteilhaft und effizient, weil sie der menschlichen Natur entspricht, Kapitalismus kann aus christlich-ethischer Sicht durchaus als geboten bezeichnet werden.

Moralität (Eigeninitiative, Freiheit und Selbstverantwortung) und Ethik (Wahlfreiheit und Verantwortung für das eigene Handeln) sind Voraussetzung und notwendiger Rahmen eines funktionierenden Marktes. Wer auf Grundlage des biblischen Prinzips der Haushalterschaft, mit Voraussicht, Fleiß, Selbstbeherrschung, Kooperationsbereitschaft wirtschaftet, wird für seine Mühsal und Anstrengung belohnt.

Der Kapitalismus entspricht somit sowohl am besten der Natur des Menschen, wie er die effektivste Ordnung des Wirtschaftens ist.

 

[i] http://www.linke-buecher.de/texte/romane-etc/Morus–%20Utopia.pdf

[ii] (Strömungen innerhalb des deutschen politischen Katholizismus, die sich aus religiösen Motiven auf der linken Seite des politischen Spektrums positionierten s. a.  Zentrumspartei). Bekannteste Beispiele: der „Herz-Jesu-Sozialist“ Norbert Blüm, Heiner Geissler oder Rita Süssmuth. Quelle: http://www.kas.de/wf/de/71.8820/

[iii] „Der kirchliche Sozialismus, wie er in den letzten Jahrzehnten bei zahlreichen Bekennern aller christlichen Kirchen Fuß gefasst hat, ist nichts anderes als eine Spielart des Staatssozialismus. Staatssozialismus und kirchlicher Sozialismus sind so sehr ineinander verwachsen, dass es schwerfällt, zwischen ihnen eine feste Grenze zu ziehen und von einzelnen Sozialpolitikern zu sagen, ob sie dieser oder jener Richtung angehören.“ Quelle: Ludwig von Mises, Die Gemeinwirtschaft – Untersuchungen über den Sozialismus (1922) http://docs.mises.de/Mises/Mises_Gemeinwirtschaft.pdf

[iv] Prof. Martin Rhonheimer, http://austrian-institute.org/christliche-sozialethik-und-kapitalismus/

[v] http://www.qe-gm.at/produkte/downloads/Band%202/Schmid_Gleichheit-und-Gerechtigkeit.pdf

[vi] „In einer aktuellen Umfrage der Harvard University lehnten 51% der Generation Y den Kapitalismus ab, während 33% den Sozialismus befürworteten.“ Quelle: http://www.misesde.org/?p=14601

[vii] 1Mose3:16-19 Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.

[viii] Spr21:5 Das Planen eines Emsigen bringt Überfluss; wer aber hastet, dem wird’s mangeln.; Spr10:4 Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich.; 1Thess 4,11 und eure Ehre darein setzt, dass ihr ein stilles Leben führt und das Eure schafft und mit euren eigenen Händen arbeitet, wie wir euch geboten haben,; 2Thess 3,10 Denn schon als wir bei euch waren, geboten wir euch: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.

Adventszeit

Die Adventszeit hat begonnen und damit auch das große Weihnachstgeschäft.

In früheren Jahrhunderten besaßen die Menschen noch eine ungefähre Ahnung davon, was „Advent“ eigentlich bedeutet: Eine Zeit der Besinnung auf Gott und Seinen Heilsplan. Wer sich heute fragt, was es damit auf sich hat, schaut vielleicht bei Wikipedia nach und liest den ersten Satz:

Advent (lateinisch adventus „Ankunft“), eigentlich Adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nach katholischer wie evangelischer Tradition auch das neue Kirchenjahr.

Der Ursprung der Adventszeit reicht bis in das 7. Jahrhundert zurück. Man bezeichnete sie als „Zeit vor der Geburt des Herrn“) oder „Zeit der Ankunft des Herrn“. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt auch das neue Kirchenjahr.

Die Kirche in den ersten Jahrhunderten feierte den Advent als Fastenzeit zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin am 6. Januar. Später wurde im Westen der 25. Dezember als Weihnachttermin und die Zahl der Adventssonntage auf vier festgelegt und auch kein Fasten mehr verlangt.

Alle Adventssonntage haben ihre Namen mit einer jeweiligen Bedeutung:

1. Advent: „Erdenadvent“ (Lukas 2, 1-20)
Jesus Christus kam zu uns als kleines Kind in Bethlehem.
Der erste Advent steht für das erste Kommen unseres Herrn.

2. Advent: „Herzadvent“ (Apostelgeschichte 2)
Jesus Christus kommt heute zu dir und wohnt in deinem Herzen.
Der zweite Advent steht für Pfingsten. Gott will durch den Heiligen Geist in unsere Herzen kommen und darin wohnen.

3. Advent: „Brautadvent“  (Apostelgeschichte 1, 10+11)
Jesus Christus wird am Jüngsten Tag als König auf unsere Erde wiederkommen.
Der dritte Advent steht für die Wiederkunft Christi.

3. Advent: „Königsadvent“ (Matthäus 25, 31-46)
Jesus Christus kommt heute zu dir und bringt Licht in dein Leben.

In diesem Sinn wünsche ich allen Geschwistern eine gesegnete Adventszeit!

sdg
Andreas

Gerüchte

Das Internet ist ein überaus nützliches Medium. Es kann jedoch, wie alle Dinge dieser Welt, sowohl positiv, wie negativ eingesetzt werden.

Eines der negativsten Dinge ist das Gerücht. Aktuell ist oftmals von Fake News oder Hoax die Rede. Dies sind lediglich moderne Begriffe für genau denselben Sachverhalt.

Ein Gerücht (griech. pheme bzw. phama; lat. fama), auch Ondit (frz. on dit ‚man sagt‘), ist eine unverbürgte Nachricht, die stets von allgemeinem bzw. öffentlichem Interesse ist, sich diffus verbreitet und deren Inhalt mehr oder weniger starken Veränderungen unterliegt.
Wikipedia

Ohne Zweifel beinhalten Gerüchte, Fake News oder Hoax oftmals Wahrheit bzw. Teilwahrheiten. Nicht selten sind es jedoch glatte Lügen. Oftmals beides. In den meisten Fällen jedoch, bedeuten Gerüchte Schaden und Rufschädigung für andere Personen.

Neben Gerüchten, einzelne Personen betreffend, werden auch unzählige Verschwörungstheorien- mit der Bitte, diese doch wiederum dringend weiter zu verteilen- in die Welt gesetzt.

Gerüchte und Verschwörungstheorien sind letztlich nichts anderes als perfide und zersetzende Zerstörungsmittel. Methoden, die Menschen seit Anfang an benutzen, sei es zwischenmenschlich, oder unter Staaten, in der Politik oder im Krieg, um andere Menschen zu vernichten.

Gerüchte vergiftet den Geist des Menschen, fördert Mißtrauen und verursachen Spaltung!

Gerüchte dienen dazu, eigene und selten offen kommunizierte Interessen subtil durchzusetzen, “unliebsame Gegner” anderer Meinung mundtot zu machen.

Wie sollen wir uns als Christen dazu verhalten?

Gerüchte, ob wahr oder unwahr, beschädigen den Ruf einer anderen Person. In den 10 Geboten heißt es:

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
5.Mose 5:20

Der Heidelberger Katechismus zeigt uns eine etwas weitergehende Bedeutung des 9. Gebots- über das Verbot der bloßen Lüge auf und erklärt:

112. Frage: Was will Gott im neunten Gebot?
Ich soll gegen niemanden falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen, nicht hinter seinem Rücken reden und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen als Werke des Teufels bei Gottes schwerem Zorn vermeiden. Vor Gericht und in all meinem Tun soll ich die Wahrheit lieben, sie aufrichtig sagen und bekennen und auch meines Nächsten Ehre und guten Ruf nach Kräften retten und fördern.

Hier wird deutlich, dass es um mehr als offenkundiges Lügen geht. Gott hat hier vielmehr das grundsätzlich Wohl des anderen im Blick. Wobei es sogar aktiv darum geht, für die Ehre, für den Ruf des anderen einzutreten!

Jesus Sirach, zwar kein inspirierter Autor, jedoch Verfasser manch weisen Wortes, hat dazu u. a. folgendes hinterlassen:

Erzähl nie ein Gerücht weiter, dann kann dir auch kein Schaden daraus entstehen.
Rede über keinen, weder Freund noch Feind!
Du darfst nur dann etwas bekannt machen, wenn du durch Schweigen schuldig würdest.
Wenn du über jemand redest und er erfährt es, dann traut er dir nicht mehr und bald hasst er dich.
Wenn du ein Gerücht hörst, nimm es mit ins Grab!
Hab keine Angst, du wirst nicht davon platzen!
Jesus Sirach* 19,7-10

 

Ein hoher Anspruch an dem wir alle wohl schon oft gescheitert sind und weiterhin werden! Aber unser Herr ruf uns dennoch zu, die Sünde zu lassen, der Heiligung nachzujagen, die Werke des Fleisches zu töten…

sdg
Andreas

*Luther über Jesus Sirach und andere Apokryphen:
„Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.“

 

Ehe für alle – eine Kritik

Am 1. Oktober 2017 ist die sogenannte „Ehe für alle“ in Kraft getreten.

Nachdem jahrelang über dieses Thema gestritten wurde, ging auf einmal alles ganz schnell.

Während einer Podiumsdiskussion wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von einem Bürger gefragt, ab wann dieser seinen Freund Ehemann nennen könne. Merkel antwortete, dass sie die Diskussion in Richtung einer Gewissensentscheidung lenken wolle. Damit wich Merkel ohne Parteitagsbeschluss vom klaren Nein der Union zur Öffnung der Ehe ab und ermöglichte eine Gesetzesänderung.

Das diese Änderung gesellschaftlich begrüßt werden bzw. einer Mehrheit egal sein würde, hat weder Konservative, noch Christen überrascht. Insbesondere die EKD hat dieses Anliegen seit langem positiv begleitet, wenn nicht sogar ausdrücklich unterstützt.

Dabei existiert keine rechtliche, logische, moralische, historische oder gar biblische Begründung für eine Unterstützung der sogenannten Ehe für alle. Im Gegenteil, es existieren unzählige Gründe dagegen.

Rechtliche Überlegungen

Wenn schon Rasse oder Geschlecht keine legitime Grundlage darstellen, nach denen Rechte gewährt oder verweigert werden (Gleichheit vor dem Gesetz), gilt dies erst recht für eine wie auch immer ausfallende „sexuelle Orientierung“.

Ehe ist kein staatliches Konstrukt, kein Vertrag, sondern eine vorstaatliche Realität, welche ihre unverwechselbare Identität aus dem Aufeinanderbezogensein von Mann und Frau bezieht.

Der Staat definiert Ehe daher nicht, er erkennt lediglich reale Ehen als solche an.

Weiterhin existiert kein Recht auf eine Ehe. Weder darauf, einen bestimmten Menschen- weil man diesen z. B. liebt zu ehelichen, noch auf unterschiedliche Formen der Ehe.

Für den Schutz nach Art. 6 kommt es, nach allgemeiner juristischer Ansicht, weder auf die individuelle Zeugungs- oder Gebärfähigkeit noch auf den individuellen Fortpflanzungswillen an. Es geht um das Potential. In der Weimarer Verfassung war dies sogar noch deutlich im Gesetz verankert:

»Artikel 119

Die Ehe steht als Grundlage des Familienlebens
und der Erhaltung und Vermehrung
der Nation unter dem besonderen Schutz
der Verfassung. Sie beruht auf der Gleichberechtigung
der beiden Geschlechter.
Die Reinerhaltung, Gesundung und
soziale Förderung der Familie ist Aufgabe
des Staates und der Gemeinden. Kinderreiche
Familien haben Anspruch auf ausgleichende
Fürsorge …«
Quelle

Es wird auch nicht, wie oft angeführt behauptet, das Gleichheitsprinzip (Art. 3 GG) verletzt, da dieses besagt, dass Menschen an Würde und Rechten gleich sind, Ungleichbehandlung jedoch durch sachliche Gründe gerechtfertigt wird.

Art. 3 Abs. 1 GG verbietet nicht jede, sondern nur eine grundlose Ungleichbehandlung, die einer Rechtfertigung bedarf.

Das Gleichheitsprinzip im Sinne des Prinzips einer Gleichbehandlung muss daher immer- bspw. ethisch- abgewogen werden.

Gleiches darf nicht wesentlich ungleich, Ungleiches darf nicht wesentlich gleichbehandelt werden!
Quelle

Eine Ungleichbehandlung, die an das Geschlecht anknüpft, ist nach dem allgemeinen Gleichheitssatz, Art. 3 daher nur dann zulässig, wenn sie eine Lösung eines Problems darstellt, dass nur entweder bei Männern oder bei Frauen auftritt. Das ist in diesem Fall unzweifelhaft der Punkt der Vermehrung, da sich die aus dem Geschlecht ergebenden biologischen oder funktionalen Unterschiede so auf das zu regelnde Lebensverhältnisse entscheidend auswirken, so daß gemeinsame Elemente überhaupt nicht zu erkennen sind bzw. zumindest vollkommen zurücktreten.

Wenn sich nun die Verfassungsrichter immer häufiger als Gesetzgeber und Herren über die Verfassung aufspielen, war und ist dies nicht so vorgesehen. Vielmehr sind diese Hüter der Verfassung, deren Aufgabe es u. a. ist, deren Grenzen zu wahren. Aufgabe der Verfassung ist auch, die dort verfassten Rechte und Werte in die Gesellschaft zu vermitteln.

In dem Sinne ist es ein Angriff auf die Verfassung, diese ohne Not und vor allem ohne Notwendigkeit verändern zu wollen. Wer Bestrebungen verfolgt, die Verfassung, insbesondere in deren Kernbereich verändern zu wollen, handelt verfassungsfeindlich.

Allgemeine Überlegungen

Zudem, wo behauptet wird, das Instituts Ehe sei zuerst etwas Religiöses, wird, wenn der Staat hier eingreift, aus einem- wie derzeit- Partner, ein Betreiber von Religion.

Ehe ist mehr als eine Liebes- und Versorgungsgemeinschaft (so die derzeitig ständig kolportierte Argumentation), ja selbst mehr als die sogenannte Keimzelle der Gesellschaft: Ehe ist in dem Aufeinanderbezogensein der zwei biologischen Geschlechter und der Vermehrung d. h. als integraler Bestandteil der Familie begründet. Ehe ist immer monogam, umfassend vereinigend über die eigene Existenz hinaus auf Kinder bezogen.

Definitionen, die das Wesen nicht verfügbarer Dinge (hier die Ehe) beschreiben (Realdefinitionen) sind nicht „individuell“, sondern allgemeingültig definiert. Weder der Staat, noch die Gesellschaft und schon gar nicht Einzelpersonen können diese willkürlich verändern oder neu definieren.

Ehe wurde jedoch historisch immer so verstanden, dies gilt im Prinzip für alle zivilisatorisch hochstehenden Kulturen, erst recht für unsere abendländische Kultur.

Selbst aus atheistisch-naturalistischer Perspektive ist diese eine ausser- bzw. vorstaatliche Institution. D. h. nicht der Staat stiftet oder definiert Ehe. Ehe besteht aus aus biologischer und funktionaler Sicht aus Mann und Frau und macht, als Vorstufe und integraler Aspekt von Familie, nur dann Sinn, wenn sie im natürlichen und herkömmlichen Sinn verstanden wird.

Dies gilt auch in gesellschaftlich-sozialer Hinsicht, da Ehen und Familien als Regel- und Idealfall Stabilitätsfaktoren bzw. sogar Vorstufe von Gesellschaft und Staat darstellen und aus eben diesen Gründen, zwar nicht, wie bereits ausgeführt, vom Staat konstituiert oder legitimiert, jedoch aber geschützt und gefördert werden.

Impliziert werden auch weitere Normen in Frage gestellt. Das primäre Erziehungsrecht der Eltern, das natürliche Recht der Kinder auf Schutz in der Familie etc. pp.

Homo-Ehe ist demokratiefeindlich

Ehe für alle ist auch ein Angriff auf die Religions- und Meinungsfreiheit. Insbesondere jene, welche lautstark Toleranz im Hinblick auf Minderheiten fordern, lassen selbige in Bezug auf religiöse Gruppen und Meinungen, hier die Diskussion um die „Ehe für alle“ (gleiches gilt aber auch für die Kritik am Feminismus, Genderismus etc.) vermissen. Wer nicht dafür ist, wird öffentlich diffamiert. Oder vor Gericht gezogen. Aber Meinungsfreiheit bedeutet, die Freiheit zu haben und sie anderen zuzugestehen, ungestraft anderer Meinung zu sein.

Adoption, Recht auf ein Kind

Ein „Recht auf ein Kind“ existiert grundsätzlich nicht, kann gar nicht existieren, da ein solches bspw. nicht durchsetz- oder einklagbar bzw. aus anderen Gründen nicht erfüllbar ist und zudem auch aus ethischen Erwägungen (Grenzen, Risiken, Gefahren und Fragwürdigkeit der Reproduktionsmedizin, der Leihmutterschaft, Auslandsadoptionen) zu hinterfragen wäre.

Was existiert, sind z. B. jedoch juristisch fassbare Rechte von Kindern in Bezug auf Ihre Abstammung (Persönlichkeitsrecht), menschliche Rechte, auf die Liebe seiner beiden eigenen biologischen Eltern (Vater und Mutter) und auch Großeltern, daraus folgende soziale Rechte, im Hinblick auf eine natürliche Förderung der eigenen Persönlichkeit und Rolle (elterliche Fürsorge) etc. pp.

Natürliche, biologische Elternschaft verbindet Kinder in der Generationenfolge ein Leben lang mit den beiden leiblichen Eltern und deren Eltern. Wohingegen die bloß rechtliche und soziale „Elternschaft“ von einer Person auf eine andere übergehen kann, wie es zum Beispiel in Stieffamilien oder bei Adoptionen der Fall ist

Ein bloß „menschenwürdig“, damit sich Personen, die natürlich keine Kinder bekommen können selbst verwirklichen können, ist nicht genug. Notlösungen (Adoption oder Pflegschaft durch eine natürliche Familie) sind für Notfälle das Beste was eben möglich ist, aber selbst dort niemals das Optimum.

Die bloße Behauptung eine „stabile und glückliche“ gleichgeschlechtliche Ehe kann einem Adoptiv-Kind genauso Rückhalt geben, wie eine Adoption in eine Ehe zwischen verschiedengeschlechtlichen Ehepartnern“ ist eben bloß dies: Eine bloße Behauptung.

Daher schützt und fördert die Verfassung insbesondere die Idee, das Konzept von bzw. Ehe und Familie an sich und nicht bloß das Vorhandensein von Kindern. Denn „Stabilität“, menschliche Nähe, Freundschaft etc. gibt es auch in Wohngruppen. Aber vielleicht ist ja ein Bienenstock oder ein Ameisenvolk das erwägenswerte sozialistische Vorbild: Stabilität und Ausbildung einer arbeitsfähigen Bevölkerung…

Geistliche Überlegungen

Insbesondere aus biblischer Perspektive ist die Definition der Ehe zwar prinzipiell vorgegeben, wird aber mittlerweile nicht nur von den liberalen, evangelischen Landeskirchen bestritten, sondern vereinzelt auch von Evangelikalen angezweifelt.

Die Bipolarität ist jedoch ein Schöpfungsprinzip und begründet die Ehe als Bund theologisch. Es ist daher vollkommen unsinnig, die Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu öffnen. Dies liefe ihrem Sinn und Zweck zuwider. Ein solcher Schritt wäre auch keine Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, sondern eine Reduzierung dessen, was Ehe ausmacht, eine Reduzierung auf eine allgemeine Form verbindlichen Zusammenlebens.

Luther schreibt zur Ehe folgendes:

„Aufs erste wollen wir sehen, welche Personen miteinander die Ehe schließen können. Und auf dass wir dazu einen passenden Eingang machen, nehmen wir uns den Spruch 1. Mose 1, 27 vor: »Gott schuf den Menschen, als Mann und Weib.« Auf Grund dieses Spruches sind wir sicher, dass Gott die Menschen in die zwei Teile geteilt hat: dass Mann und Weib oder ein Er und Sie sein soll. Und das hat ihm so gefallen, dass er’s selbst ein gutes Schöpfungswerk nennt (1. Mose 1, 31). Darum wie Gott seinen Leib einem jeden von uns geschaffen hat, so muss er ihn haben, und es steht nicht in unserer Gewalt, dass ich mich zu einem Weibsbild oder du dich zu einem Mannsbilde machest, sondern wie er mich und dich gemacht hat, so sind wir: ich ein Mann, du ein Weib. Und solch gutes Schöpfungswerk will er geehrt und als sein göttlich Werk unverachtet (gehalten) haben, dass der Mann das Weibsbild nicht verachte noch verspotte, und umgekehrt (auch) das Weib den Mann nicht, sondern dass ein jeglicher des andern Bild und Leib als ein göttlich gut Werk ehre, das Gott selbst wohl gefällt.“ Martin Luther
Quelle

Ehe – ein Geheimnis
„Um deswillen wird ein Mensch verlassen Vater und Mutter und seinem Weibe anhangen, und werden die zwei ein Fleisch sein.  Das Geheimnis ist groß; ich sage aber von Christo und der Gemeinde. (German Bible: Luther 1912) Epheser 5:31-32

Ehe – ein Bund
Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch. (Luther 1912) 1. Mose/Genesis 2:24

Den Ehelichen aber gebiete nicht ich, sondern der HERR, daß sich das Weib nicht scheide von dem Manne; (Luther 1912) 1. Korinther 7:10

Ehe – geschlechtergerecht
Sie erfüllt 50% Frauenquote.

Ausicht

Unionspolitiker dringen zum Glück nach wie vor auf eine Verfassungsklage- bspw. durch die bayerische Landesregierung- gegen die Ehe für alle. „Um Rechtsklarheit zu schaffen, empfehle ich, das Verfassungsgericht anzurufen“, erklärte (hier) bspw. Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU).

 

Linke Presse

Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat eine Studie über die politische Einstellung von SRG-Journalisten veröffentlicht.

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft ist für das öffentlich-rechtliche Programm verantwortlich, sozusagen ARD, ZDF und Dritte für die Schweiz.

Nun mag es durchaus landsmannschaftliche Unterschiede geben. Nichtsdestotrotz zeigt die Studie eine Tendenz auf, die auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar sein dürfte.

Die Resultate sind eindeutig und dürften viele in ihren Vorurteilen bestätigen: 70 Prozent der SRG-Journalisten bezeichnen sich als links, 16 Prozent zählen sich zur politischen Mitte und 16 Prozent der Befragten ordnen sich dem rechten Lager zu. Während sich keiner der Medienschaffenden auf der Skala zu ganz rechts aussen bekennt (Werte 9 und 10), bezeichnen sich immerhin 7,4 Prozent der Journalisten als links aussen (Werte 0 und 1).

Laut Studienautor Dingerkus unterscheiden sich SRG-Journalisten jedoch nicht signifikant von ihren Kollegen aus den privaten Medien – dort bezeichnen sich 62 Prozent als links. Dass die meisten Journalisten links sind, ist also kein Vorurteil, sondern Tatsache.
Quelle

Man versichert zwar, dass die Berichterstattung darunter nicht leiden würde, man objektiv und unabhängig bleiben würde, aber die Realität belegt das Gegenteil.

Das „dritte Geschlecht“

Die Dekonstruktion der Realität wird weiter vorangetrieben.

Die heutige Zeit kann nun aber auch wirklich überfordernd sein. Nachdem man uns nun schon eine Weile mit der soziologischen „Erkenntnis“ unendlich vieler Geschlechter (Gender) „argumentativ“ bombardiert und dies auf mannigfaltige Weise durchsetzt, wird nun versucht, dies per Gerichtsbeschluss der echten Wissenschaft (Biologie) juristisch per höchstrichterlichen Beschluss aufzudrücken.

Es wird wohl nur ein erster Schritt, zu mehr Diversität, in dieser viel zu sehr auf Fakten basierten Disziplin sein!

Was sind denn nun die Fakten?

Ein äußerst geringer Prozentsatz von Menschen wird mit unbestimmtem Geschlechtsmerkmalen geboren. International wird dies medizinisch als Krankheit, als Gendefekt definiert (Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien).

Am 8. November 2017 verpflichtete nun das deutsche Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber, bis Ende 2018 für diesen Gendefekt einen dritten Geschlechtsbegriff neben männlich und weiblich im Geburtenregister zu ermöglichen oder allgemein auf einen Geschlechtseintrag zu verzichten.

Bei einer Chromosomenmutation wird die Struktur der Chromosomen verändert. Das heißt, es können Teile des Chromosoms fehlen, zusätzlich vorhanden oder uneindeutig ausgeprägt sein. Im vorliegenden Fall kommt es zu einer uneindeutigen Ausprägung des menschlichen Geschlechts (weitere Infos).Es handelt sich also um eine genetische Anormalität. Das ist, wenn auch wenig empathisch, jedoch völlig korrekt.

Die bisherige rechtliche Regelung war demnach sowohl rechtlich einwandfrei als auch dem Sachverhalt angemessen:

„In Deutschland wird laut § 22 Abs. 3 des Personenstandsgesetzes bei geschlechtlicher Uneindeutigkeit die Geburt ohne Angabe des Geschlechts in das Geburtenregister eingetragen. Im Einwohnermelderegister erfolgt dies mit der Ziffer 1 (ohne Angabe) statt den Buchstaben m (männlich) oder w (weiblich); bei der Datenübermittlung wird jedoch ein x verwendet. Das Geschlecht kann später nachgetragen werden, muss aber nicht; es bleibt dann unbestimmt. Wurde trotz Uneindeutigkeit ein Geschlecht eingetragen, so kann auch später der Geschlechtseintrag wieder gestrichen (also auf ohne Angabe gesetzt) werden. Im Reisepass ist dies mit dem Großbuchstaben X vermerkt. Das dritte Geschlechtsmerkmal steht nicht für ein einzelnes drittes Geschlecht im biologischen oder sozialen Sinn, sondern vermerkt den Umstand, dass die Person nicht eindeutig eingeordnet ist und formaljuristisch kein Geschlecht hat.“
Quelle: Wikipedia

Die neue- vom Gericht der Regierung beauftragte- Regelung, definiert Gendefekte (Chromosomenanomalien) zu einem neuen, biologisch nicht existenten dritten „Geschlecht“ um. Dies von, offenkundig von der Realität überforderten, ideologisierten, aber hochdotierten Juristen. Das Urteil des ersten Senats wurde bspw. von der früheren Direktorin des Genderkompetenz-Zentrums Berlins, Prof. Dr. Susanne Baer mit entschieden. Einer Richterin, die auf Vorschlag der Grünen zur Richterin am Bundesverfassungsgericht wurde.

Es ist der Zeitgeist bzw. dessen Betreiber, welche heute an den Schaltstellen der Macht, egal ob in Politik, Justiz oder den Medien sitzen, die solche Urteile oder eben Gesetze, wie aktuell das Ehe-für-alle-Gesetz ermöglichen bzw. forcieren.

Das Urteil ist sowohl aus wissenschaftlicher Sicht, wie auch aus theologischer Hinsicht vollkommener Unsinn, folgt aber stringent der Genderidologie. Die Herleitung der Begründung von zwei Geschlechtern aus biologischer Sicht, definiert Geschlechter über die Fortpflanzung. Mediziner stufen Intersexualität nach wie vor als „Störung“ respektive „Anomalie“, als Gendefekt (Chromosomenanomalien) ein.

Nicht zuletzt weil damit einhergeht, dass „normale“ Körperfunktionen wie z. B. Fruchtbarkeit ausfallen. Unfruchtbarkeit wird ja auch medizinisch erfasst, ohne dass damit Unfruchtbare sofort schlechtere Menschen sind – aber sie sind eben unfruchtbar und weichen damit von der geschlechtstypischen Norm ab.

Und auch die Bibel definiert den Menschen als Mann und Frau, nachdem sie diesen primär sogar als Bild Gottes bezeichnet. Wenn nun EKD und einzelne katholische Theologen das Urteil begrüßen, muss man diese fragen: Wann erschuf Gott die Dritten? Und wie nannte er sie? Natürlich ist jeder Mensch wertvoll und gewollt und unter dem Aspekt der Nächstenliebe auch mit Würde zu behandeln, aber wenn jeder Chromosomenfehler, wie bspw. auch Trisomie 21 eine ist, vom Bundesverfassungsgericht besonders bedacht würde, dann müsste noch etliches mehr in Deutschland geändert werden.

Trisomie 21 ist dabei genau das richtige Thema: Diese Menschen mit einem Gendefekt erfahren keinen besonderen Schutz vom Verfassungsgericht, sondern dürfen ermordet werden!

Weder das Gericht, noch Politiker, Medien, Kirchen oder irgendwelche Lobbyverbände werden sich abschließend über dieses Urteil freuen. Der Staat gibt hier seine Ordnungsfunktion gegenüber den individuellen Persönlichkeitsrechten auf und öffnet der Beliebigkeit Tür und Tor bzw. ermöglicht unabsehbare Ansprüche.

Was also nun? Eine Gruppe von Menschen hat „Recht“ bekommen. Was bedeutet dies für die Gesellschaft an sich?

„Intersexuelle Menschen werden ständig diskriminiert, nicht nur beim Gang zur Toilette. Deswegen ist die Forderung des Bundesverfassungsgerichts für uns ja so ein großer Erfolg – weil sie Folgeregelungen nach sich ziehen wird, die man bis jetzt gar nicht auf dem Schirm hatte. Was ist etwa mit geschlechtergetrenntem Sportunterricht? Mit getrennten Umkleidekabinen und Duschen in Schwimmbädern? Was ist mit der Elternschaft, bei der Festlegung von Vater und Mutter? Ich bin guter Dinge, dass sich nach dem heutigen Tag auch in diesen Bereichen viel tun wird.“ Quelle

Die bisherige Rechtslage trug der- ohne Zweifel schwierigen- persönlichen Situation Rechnung, indem bspw. toleriert wurde, das kein Eintrag in das Geburtsregister erfolgte. Nun wird jedoch ein Anspruch auf etwas etabliert, was sachlich nicht vorhanden ist.

Ein neuer Rechtsanspruch wird geschaffen und zukünftig die Mehrheit der Bevölkerung noch unvorhersehbar beschäftigen. Werden wir demnächst auf eine neue Anrede, „Sehr geehrte Damen, Herren und Dritte“, verpflichtet. Wird es neben der Frauenquote auch eine für Dritte geben, weitere sanitäre Anlagen? Sowohl das Ehe- als auch das Familienrecht, um nur die zwei wichtigsten Felder zu nennen, sind nämlich ganz und gar auf die binäre Geschlechtlichkeit ausgerichtet.

Ohne jeden Zweifel, es gibt Menschen, welche die genetischen Merkmale von Mann und Frau tragen. Aber dabei handelt es sich eben nicht um ein „drittes Geschlecht“.

Was wir brauchen ist keine Ideologie, sondern praktische Lösungen.