Canon fidei versus canon charitatis?

Dr. Markus Till hat einen Artikel mit dem Titel „Vom Pferd gefallen“ geschrieben. In diesem geht es ihm um „die Kunst, Fehlentwicklungen offen anzusprechen und sich zugleich ein weites Herz zu bewahren“. Ich möchte ihm sehr gerne antworten und meine Gedanken zum Thema und seinem Artikel niederschreiben.
Es ist ein gutes, ein wichtiges Thema! Ein Thema das die Christenheit seit Jahrtausenden begleitet. Denn das Eintreten für bzw. die Verteidigung des Evangeliums ist Kernauftrag der Kirche. Wichtig, weil die Schrift dies fordert. Ebenso darf eins darüberhinaus jedoch nicht vergessen werden, weil uns die Schrift ebenso dazu auffordert: die Liebe untereinander.

Canon fidei versus canon charitatis?

Luther empfahl deswegen im Zweifelsfall den „Maßstab der Liebe“ anzulegen – dem „canon charitatis“ zu folgen und das Christsein des andern anzunehmen. Das letzte Urteil über den „Maßstab des Glaubens“ des Herzens kommt Gott allein zu; Gott sieht das Herz an.

Dennoch aber müssen wir uns, was unsere Verantwortung für die lehrmäßige Entfaltung der christlichen Wahrheit betrifft, um höchstmögliche Klarheit und Deutlichkeit bemühen. „Es ist Sache der Liebe“, sagt Luther, „alles zu ertragen [1Kor 13,7] und allen zu weichen. Dagegen ist es Sache [der öffentlichen Lehre] des Glaubens, schlechthin nichts zu ertragen und keinem zu weichen.“ Das ist der sogenannte canon fidei.

Ich beurteile diese Regel nicht nur als nützlich, sondern als eindeutig biblisch geboten. Der canon charitatis für das Urteil über den Bruder, der canon fidei für die Beurteilung der Lehre.
Gleich zu Beginn, als Hinführung und „warm up“ sozusagen, schreibt Dr. Markus Till von einem, ihn schockierenden Buch über die Verfolgung der Täuferbewegung im 16. und 17. Jahrhundert und sein Entsetzen, wie bspw. Martin Luther solch, aus unserer Perspektive natürlich entsetzlichen Vorgänge unterstützen konnte. Nun könnte man, dem angeführten Link argumentativ folgen und Luther insofern in Schutz nehmen, als das dieser wohl unter dem Einfluss Melanchthons so gehandelt hat. Aber das wäre genauso zu kurz gesprungen, wie diese Anekdote grundsätzlich als „warm up“ zu nutzen. So werden emotionale Weichen gestellt, nicht jedoch sachlich Argumente vorbereitet.

Das Bild vom Pferd oder tertium non datur

Kommen wir zum Bild: Dem Pferd, von dem man von zwei Seiten fallen kann. Ja, man kann und mag dieses Bild  durchaus verwenden, wenn tatsächlich nur zwei Seiten existieren. Ansonsten ist es logisch schlicht irrig, ein Denkfehler: tertium non datur, wörtlich „ein Drittes ist nicht gegeben“ oder „ein Drittes gibt es nicht“.
Wir haben es bei der hier behandelten Frage eben nicht mit dem sprichwörtlichen Pferd zu tun, bei dem es neben der Einheit auf Kosten der Wahrheit und den falschen Mauern aus menschlicher Erkenntnis keine weiteren Aspekte gibt. Denn wie uns Luther oben lehrt, sind lehrmäßig feste, hohe Mauern und weite Herzen eben kein Widerspruch, sondern existieren parallel.
Ein paar weitere grundsätzliche Gedanken: Mit Sprache, d. h. bestimmten Begriffen (Trigger) oder Formulierungen, kann ebenso wie mit Emotionen (s. o.) von der eigentlichen Sache ablenken. Wenn Paulus z.B. unterstellt wird, dieser sei „flexibel bei bestimmten Fragen“ oder „bereit sich kulturell vollständig anzupassen“ mag man das vielleicht als flapsige Ausdrucksweise abtun, aber das würde das damit verbundene Problem nicht angemessen beschreiben.
Denn Paulus war lehrmäßig keineswegs flexibel. Dies würde ja implizieren, Gott selbst habe sich nicht festgelegt. Es gibt auch keinen „Graubereich“ in den meisten darunter subsumierten Fragestellungen. Nur Unkenntnis. Im Zweifelsfall auf allen Seiten. Im Bezug auf das Götzenfleisch bedeutet dies, im Hinblick auf die hier diskutierte Fragestellung, dass lehrmäßig (canon fidei) klar und unmissverständlich der Verzehr erlaubt gewesen ist (heute stellt sich diese Frage regelmäßig nicht mehr). Das ist ein universelles
Dogma ohne Hintertür! Im Umgang mit den (lehrmäßig oder anderweitig) schwachen Geschwistern jedoch, dass man sich des Verzehrs vor den Geschwistern davon enthielt und diese Schwäche in Liebe solange ertrug (canon charitatis).
Paulus hat sich auch in keiner Weise „kulturell angepasst“. Bei „kultureller Anpassung“ denkt man sofort auch an die emergenten Konzepte „missional“ und „Transformation“. Nein, Paulus hat als Jude noch viele Kultvorschriften, die dem Gesetz nach gefordert waren, unter Juden gehalten, unter Heiden jedoch, weil das Gesetz in Christus erfüllt wurde, jedoch nicht gehalten. Dies mag oberflächlich betrachtet als Anpassung erscheinen, ist dem biblischen Kontext folgend jedoch Rücksichtnahme auf Geschwister auf Grundlage seiner Freiheit als Gläubiger in Christus.

Die 1-Million-Euro-Frage ist zu „billig“

Die Pferd-Frage haben wir bereits betrachtet. Kann man also die „1-Million-Euro-Frage“ stellen? Ich meine, man kann nicht! Und schon gar nicht so defizitär auf Christus und die Schrift begrenzt. Da ist, wer immerhin die reformatorischen Soli als Grenze anerkennt, ja bereits richtig eng!
Ein kluger Mann, den auch Dr. Till zitiert, hat zur Einheit der Kirche folgendes gesagt:
„Ich bin mir ganz sicher, daß wir die Einheit am besten fördern, wenn wir die Wahrheit fördern. Es wird uns nichts nützen, wenn wir alle vereint sind, indem sich jeder unter die Irrtümer des anderen beugt. Wir sollten einander in Christus lieben; aber wir sollten nicht so vereinigt sein, daß wir außerstande sind, die Fehler des anderen und besonders die eigenen Fehler zu erkennen. Nein, reinigt das Haus Gottes, und dann werden herrliche, gesegnete Zeiten über uns anbrechen.“
C.H. Spurgeon
Das heißt: um Wahrheit muss, trotz und gerade auch um der eigenen Fehler willen, gerungen werden! Keine Flexibilität oder Lehrweite… Dafür lässt auch Spurgeon nicht vereinnahmen.

Anmerkungen zu den Prinzipien für die Prüfung von Lehren und Bewegungen

zu 1. Niemals Fehlerfreiheit erwarten!
Richtig, kein einzelner Gläubiger hat eine vollkommen richtige und ausgewogene Theologie. Und die Ermahnung des Paulus (Röm.12,16) ist da vollkommen zu recht angeführt. Allerdings kennt die Schrift nicht nur den einfachen Gläubige, sondern zunächst auch noch lehrbefähigte Gläubige d. h. Lehrer/Älteste und zudem die Kirche als solches. Von Lehrern kann man bspw. durchaus erwarten mehr zu wissen. Deswegen warnt die Schrift davor, zu schnell als Lehrer aufzutreten (Jak.3,1). bzw. zu schnell die Hände aufzulegen . Des Weiteren erwartet die Schrift sehr wohl, dass das einmal überlieferte Evangelium gekannt, gelehrt und verteidigt wird.

Historischen Irrlehren wurde oft auf Kozilien und Synoden allgemein und verbindlich für die ganze Kirche widersprochen. Die altkirchlichen Bekenntnisse zeugen davon.
Daher weiterhin ja zum canon charitatis, der Annahme des Christseins des Anderen, jedoch nein zur lehrmäßigen Weite bei der Beurteilung der Lehre anderer Christen! Und Paulus sagt eben nicht in diesem Kontext „gelassen“:„Prüft alles und behaltet das Gute“ (1.Thess.5,21). Dies sagt er im Kontext (!) einer Ortsgemeinde und dort bezogen auf Weissagungen (egal wie man diese nun definiert).
zu 2. Hochmut und Geistlosigkeit tötet
Wer sich im Dienst der Unterscheidung betätigen will braucht dazu ohne Zweifel den Heiligen Geist. Allerdings- wieder unabhängig wie man zu der charismatischen Position duesbezüglich steht- hat sich der Heilige Geist dazu herabgelassen, sich in schriftlich verfassten Texten nachprüf- und verifizierbar zu äußern. Wer hier lieb- und geistlose Buchstabenwahrheit bzw. ein tödliches Prinzip (2.Kor.3,6) anmahnt, sollte die jeweiligen Texte angemessen auslegen. Denn in 2.Kor3:6 wird der Buchstabe keineswegs als tot bezeichnet sondern als jemand der tötet! Hier steht ein aktives Partizip und beschreibt ein aktives handeln des Buchstabens. Das ist der Unterschied zwischen einem Mörder und einer Leiche. Die Leiche ist passiv weil sie tot ist, der Mörder ist aktiv weil er jemanden getötet hat. Unser Buchstabe hier ist der Mörder und nicht die Leiche! In 2 Kor. 3 steht also nichts anders als in Hebr. 4,12:
Hebr4:12Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
Klärung bringt also das Suchen und Forschen in der durch den Heiligen Geist verfassten Schrift (Apg17:11) und nicht nur ein nebulöses „brauchen“ des Geistes!
zu 3. Durchgängigkeit des biblischen Zeugnisses
Kontext! Kontext! Kontext! Mit der Beachtung dieses Prinzips lassen sich die schlimmsten Fehler bereits vermeiden. Auch die Frage nach der Rolle der Frau beim Predigen und Leiten. Auch hier geht es- wie bei der Frage der Homosexualität- eben nicht lediglich um unterschiedliche Akzente, die man setzten und flexibel sein kann, sondern um biblische Wahrheit die wichtig ist und beachtet werden will. Entweder ja oder nein, kein nebeneinander von verschiedenen Wahrheiten.
zu 4. Verwurzelung in Tradition und Bekenntnis
Absolut einer Meinung. Die Wichtigkeit von Bekenntnissen kann gar nicht genug betont werden. In Bekenntnissen wird Christus vor Gott und den Menschen bekannt und darüber hinaus Rechenschaft über den Inhalt des Glaubens abgelegt. Desweiteren stellen Bekenntnisse eine verbindliche Grenze zum Schutz gegenüber nicht-biblischen Lehren und Praktiken nach innen dar und vertreten die überlieferte Wahrheit aktiv nach außen. Nicht zuletzt vermitteln Bekenntnisse Kindern und Erwachsenen die wesentlichen Inhalte des biblisch-christlichen Glaubens und helfen dabei bei eines Sinnes zu sein und echte biblische Einheit zu leben.
zu 5. Das Kriterium der Frucht
Im Prinzip vertrete ich eine ähnliche Meinung. Aber man kann sehen, dass dieses Prinzip interpretationsfähig ist. Denn die Frucht der Pfingstbewegung bewerte ich, mit vielen anderen, nicht eben positiv. Ebenso die Frucht der „Berliner Erklärung“. Auch diese wird wohl nach wie vor unterschiedlich bewertet. Die Auffassung Menschen seinen aufgrund dieser Erklärung für immer verloren gegangen bzw. der daraus resultierenden tiefen Spaltung der Kirche ist, freundlich ausgedrückt, höchst befremdlich. Hat also Christus Menschen verloren, die ihm der Vater gegeben hat?
zu 6. Statt Richten lieber öfter mal die Klappe halten
Auch hier gilt wieder: Kontext! Kontext! Kontext!
Wenn Christus in Mt 7:1ff von „richten“ spricht, dann ist damit nicht das Beurteilen der Glaubensüberzeugungen anderer Menschen gemeint, sondern deren Verhalten. Jesus selbst hat ja ständig die Lehren der Sadduzäer und Pharisäer gerichtet bzw. verurteilt.
Anbei eine kleine Liste von Stellen, in denen das urteilen/richten von Lehre ausdrücklich gefordert wird: Kol 2:8; Gal 1:6; 1 Joh 2:22; 2 Joh 1; 1 Kor 15:12; Apg 20:29; 2 Kor 11:13; 1 Joh 4:1; 1 Tim 4:16.
Es kann also weniger darum gehen, die Klappe zu halten, sondern sich vielmehr darum, sich mit dem Wort Gottes zu beschäftigen um eine Lehre beurteilen zu können. Dann darf und soll man auch seine Klappe aufmachen, weil dann nämlich Gott selbst Richter ist und man nicht seine Gefühle oder den Irrtum „Weite“ herrschen lässt.

Anmerkungen zu Vorsicht Falle: 6 fragwürdige Prüfungskriterien

zu 1. Formen:
Zu kurz gesprungen und Strohmänner gebastelt. Niemand der Schlagzeug, Band oder moderne Lobpreismusik ablehnt, tut dies regelmäßig aus den genannten Gründen (Dämonen). Insofern ist hier die Argumentation- auch in dem abwertend konstruierten Zusammenhang zwischen alten Chorälen und schrumpfenden Gemeinden fragwürdig. Da hier kein Raum für eine breite Diskussion zu diesem Thema ist nur soviel: Der Inhalt hat die Form zu bestimmen. Mir scheint, hier von Gottesstrafen zu fabulieren im höchstem Maße vermessen!
zu 2. Gefühle 
Gott ist der Schöpfer menschlicher Emotionalität, wer bezweifelt dies. Aber auch hier gilt nur kurz angemerkt: der Inhalt hat die Form- hier die Emotionalität- zu bestimmen. Dies wird sich bspw. kulturell unterschiedlich äußern. Wenn jedoch in deutschen Gottesdiensten afrikanische Emotionalität gefördert wird, darf dies zu recht in Frage gestellt werden. Der Vorwurf des „verkopften Christentums“ müsste ausgeführt werden. Interessant jedoch, das ausgerechnet diese Kritik auch von J. Hartl geteilt wird.
zu 3. Überinterpretierte Einzelzitate: 
Kontext! Kontext! Kontext!
zu 4. Falscher Beifall: 
Man sollte niemanden verurteilen, weil er mal einen Irrlehrer zitiert hat oder von zweifelhaften Leuten Beifall bekommen hat. Aber wenn die Schrift fordert, uns vor der Gemeinschaft mit Irrlehrern zu enthalten, im Zweifelsfall nicht einmal zu grüßen (2.Joh 7-11), sollte man zweifelhafte Personen lieber nicht, oder nur gekennzeichnet zitieren.
zu 5. Unterschiedliche Begriffsfüllung: 
Auch wenn man die eigene Blase, um wirklich zu verstehen, wie Andere ticken und wie ihre Äußerungen gemeint sind, nicht unbedingt verlassen muss, sollte man die andere Blase zumindest gut kennen. Denn Kommunikation ist tatsächlich eine schwierige Sache. Aus eben diesem Grund verwendet Paulus bspw. den Begriff „anderer Christus“. Oftmals gleicher Name, aber vollkommen andere Person dahinter.
zu 6. Unterstellungen und Einseitigkeit: 
In der Tat ein Problem. Man sollte niemals vorschnell urteilen, sondern nur aufgrund eingehender Prüfung und Beschäftigung. Vor allem immer bei der Sache bleiben, nicht persönlich werden. Ansonsten immer auch die direkte Auseinandersetzung suchen, zumindest Artikel, Bücher oder ausführliche Rezensionen gelesen haben.

Zurück zum Pferdebild: In den Sattel steigen heißt leider oft auch auf anderes zeigen

Richtig und wichtig ist in der Tat, dass man bei jeder Diskussion immer auch die Bereitschaft mitbringen sollte, seine eigene Position zu hinterfragen. Genauso unbequem ist es jedoch, die Position eines anderen zu hinterfragen, da dies selten gern gesehen und man schnell als Ankläger und Nestbeschmutzer angesehen wird.
Daher am Ende auch nochmal in aller Deutlichkeit: Es gibt kein entweder oder, kein Wahrheit oder Liebe, sondern beides gleichzeitig. Man kann weder das eine gegen das andere ausspielen, noch wäre eines wichtiger als das andere.
Werbeanzeigen

Social Media und unsere Verantwortung

Ist man als Blogger oder Poster bei Facebook, Twitter etc. grundsätzlich „Lehrer„?

Auf ChristianityToday stellt John Dyer (hier) eine solche These auf:

What few of us realize is that when we press those „Publish,“ „Post,“ „Comment,“ and „Send“ buttons, we are making the shift away from merely „believing“ truth and stepping into the arena of publishing that belief. In doing so we are effectively assuming a position of leadership and teaching that prior to 2004 was not available to us.

Begibt sich damit jeder Blogger, jeder, der bspw. etwas auf Facebook postet in diese „Arena„, oder bedeutet dies nicht ebenso schlicht „Rede und Antwort“ nach 1Petr3:15 zu stehen, über die Hoffnung die einen erfüllt?

Ich denke die Grenze ist fließend.

Bezweifelt werden darf, dass sich wirklich jeder Gedanken über die Tragweite seiner öffentlichen Äußerungen und der damit einhergehenden Verantwortung macht.

Ohne Social Media blieb früher alles im kleinen, privaten oder zumindest inner-gemeindlich überschaubaren Rahmen, konnte entweder schnell korrigiert werden bzw. richtete nur begrenzten Schaden an.

Heute jedoch- befeuert durch die neuen Medien gibt es- wenn nicht unzählige Lehrer- zumindest Multiplikatoren von Lehre. Zudem mit erheblicher, potentiell weltweiter Reichweite.

Zu Bloggen oder auf Facebook unterwegs zu sein birgt ohne Zweifel viele Möglichkeiten, jedoch werden Lehrer aus biblischer Perspektive mit einem anderen Maß gemessen bzw. tragen eine andere Verantwortung als einfache Gläubige.

„Liebe Brüder, unterwinde sich nicht jedermann, Lehrer zu sein, und wisset, daß wir desto mehr Urteil empfangen werden.“ Jakobus 3:1.

Das Liken oder Teilen von Beiträgen bestimmter Lehrer oder Theologen, das Schreiben unterstützender Artikel für  diese kommt dem Lehren an sich u. U. gleich. Dies mag in der Tragweite durchaus unterschiedlich sein und bewertet werden, dürfte sich aber, nach kurzem überlegen selbst erklären. Insbesondere im evangelikalen Raum ist die Grenze zwischen Lehrern und Gemeindegliedern ohnehin stark verwaschen.

Aufgestoßen ist mir dieses Thema nun erneut durch die vielen positiven Reaktionen diverser Evangelikaler, auch eher konservativer Blogger auf die MEHR-Konferenz von Johannes Hartl bzw. ihn persönlich.

Es ist nun durchaus eine Sache mit J. Hartl persönlich im Gespräch zu bleiben, eine andere jedoch, von ihm durchgeführte „Gottesdienste“ mitzufeiern oder ihn und seine Vorträge durch positive Artikel auf Blogs, Liken, Teilen bei Facebook, Twitter zu unterstützen und zu promoten.

Wichtig: Es geht hierbei nicht um Personen, sondern um die transportierte Lehre!

Immer wieder und ich meine wirklich immer wieder, wird Kritikern entgegengebracht bzw. behauptet, man solle doch „alles prüfen und das Gute behalten“. Womit man sich vermeintlich auf 1. Thess 5,21 beruft:

„Prüft alles, das Gute behaltet!“

Ist hier gemeint, Gläubige können oder sollen nun „Gutes“ bei geistlich fragwürdigen Lehrern, eventuell sogar bei Irrlehren zu suchen? Nein, das ist definitiv nicht gemeint. Der Kontext stellt eindeutig heraus, dass hier nicht jeder oder gar Irrlehrer, sondern Gläubige die weissagen (unabhängig des diesbezüglichen Verständnisses) gemeint sind.

Ein weiterer Irrtum in dieser Debatte ist der ständige Verweis auf das „Stückwerk“ aus 1. Kor. 13,9. Wieder unabhängig möglicher Interpretationsmöglichkeiten, steht eines fest: Das jeweilige „Stückwerk“ (Erkenntnis, Weissagung) an sich, ist jeweils unvermischt gut.

Gemeinden und Gläubigen wird vielmehr geboten, sich vor dem Sauerteig zu hüten und Irrlehre und Irrlehrer abzuweisen.

„Ihr lieft gut; wer hat euch aufgehalten, daß ihr der Wahrheit nicht gehorcht? Die Überredung kommt nicht von dem, der euch berufen hat! Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Ich traue euch zu in dem Herrn, daß ihr nicht anders gesinnt sein werdet; wer euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer er auch sei.“ Gal 5,7-10

Wann aber ist etwas „gut“ bzw. gibt es überhaupt etwas tatsächlich ausschließlich „Gutes“? Ja, die Bibel kennt eindeutig unverfälscht „Gutes“ und nein, es gibt nicht „ein wenig Gutes“ zusammen mit etwas Bösem, welches man „prüfen und behalten“ kann.

Das „Gute“, also das Evangelium, kann nur dann wirklich gut sein, wenn es unvermischt mit dem Bösen ist.

Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie! Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen. Denn euer Gehorsam ist überall bekanntgeworden. Darum freue ich mich euretwegen, möchte aber, daß ihr weise seid zum Guten und unvermischt bleibt mit dem Bösen. Röm 16,17-19

Ginge es nun nur um jene, welche von J. Hartl begeistert sind, wäre dies keinen Artikel, keine Diskussion wert. Aber es geht um mehr!

Zum einen darum, „die Kleinen“, also die im Glauben Schwachen oder Neubekehrten nicht in Gefahr zu bringen verführt zu werden, zum anderen aber auch darum, nicht vorschnell „die Hände aufzulegen“, also Personen in Verantwortung zu bringen bzw. als geistlich koscher zu adeln.

„Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, die Bitteres süß und Süßes bitter nennen!“ (Jes 5,20),

Eine neutrale bzw. Grauzone existiert dabei nicht. Entweder gut oder böse. Das wahre, einmal überlieferte Evangelium oder falsches Evangelium. Wo nun Sauerteig öffentlich positiv begleitet, verteidigt oder sogar beworben wird, hier die römische-katholische Lehre, trägt man ebenfalls Verantwortung für die verbreitete Lehre und für die Verführung, wie die eigentlichen Irrlehrer.

Sieben Konzile: Das Erste Konzil von Nicäa (Challies.com)

Situation & Absicht
Das Erste Konzil von Nicäa wurde im Jahr 325 durch den römischen Kaiser Konstantin einberufen. Konstantin hatte gehofft, sein Reich unter dem Banner des Christentums zu vereinen, sah nun aber die Einheit durch einen theologischen Grabenkrieg bedroht. Hosius von Cordoba empfahl ein Konzil, als Mittel, die sich zusammen brauende Kontroverse an zu gehen und Konstantin reagierte darauf, indem er die Kirchenführer zu Nicäa in Bithynien (heute Iznik, Türkei) zusammenrief. Irgendwo zwischen 250 und 318 Bischöfe aus dem gesamten römischen Reich kamen, und der Rat begann seine formalen Beratungen am 20. Mai.
Das Hauptproblem welches der Rat anzupacken hatte, war die Natur der Gottheit Christi, insbesondere die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn. Als Nebensache diskutierte das Konzil die Feier des Osterfestes.
Hauptcharaktere
Die beiden wichtigsten Persönlichkeiten auf dem Konzil, waren Athanasius, ein junger Diakon, der als Begleiter des Bischof Alexander von Alexandria kam und Arius, ein umstrittener Presbyter und Pfarrer aus Alexandria. Konstantin war als Beobachter ohne Stimme anwesend.
Der Konflikt
Der Konflikt im Herzen des ersten Konzils von Nicäa beschäftigte sich mit der Natur Gottes Sohn in Beziehung zu Gott, dem Vater. Auf der einen Seite des Konflikts waren diejenigen, die befanden, dass Jesus Christus vom Vater geschaffen, auf der anderen Seite diejenigen, die befanden, dass Jesus Christus vom Vater gezeugt wurde.
Arius war der führende Verfechter der Position der Schöpfung. Er meinte, dass der Sohn Gottes, Gottes erste Schöpfung war, und dass durch ihn alles andere gemacht wurde (Kolosser 1,15). Das machte den Sohn zur einzig direkten Schöpfung des Vaters und damit einzigartig unter der ganzen Schöpfung, als das erste und größte geschaffene Wesen. Er glaubte, dass des Vaters Gottheit größer als des Sohn war, und zitiert Johannes 14:28 zur Unterstützung seiner Position: „Ich gehe hin, und ich komme zu euch ‚“ Sie hörte mich sagen zu Ihnen, Wenn du mich lieb, so würdet ihr euch freuen, weil ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich“. Arius sagte: „Wenn der Vater den Sohn gezeugt hat, hat der, welcher gezeugt wurde einen Beginn der Existenz, und von diesem Punkt aus wird deutlich, dass es eine Zeit gab, als der Sohn nicht war.“
Alexander von Alexandria und sein Schützling Athanasius befanden, dass Christus gezeugt, nicht geschaffen war, und daher dem Vater vollständig gleich war. Das Konzil stimmte mit dieser Ansicht überein und verstand, dass der Arianismus die Einheit der Gottheit untergrub, so dass der Vater größer als der Sohn ist und widersprachen mit Schriftstellen wie Johannes 10,30 und Johannes 1,1. Im Laufe des Konzils, kam die große Mehrheit der Delegierten mit Athanasius zur der Übereinstimmung, dass der Sohn eine Ableitung (Derivat) des ewigen Vater sei, aber nichtsdestoweniger gleich ewig und gleichermaßen göttlich. Athanasius erklärte: „Ich weiß, dass Jesus als meinen Erlöser nicht weniger als Gott sein kann.“
Das Ergebnis
Die Debatte dauerte vom 20. Mai bis zum 19. Juni, an diesem ​​Punkt formulierte das Konzil eine erste Form des Nicäanischen Bekenntnisses welches ausdrücklich die Position der Zeugung bekräftigte und den Arianismus verurteilte. Alle bis auf zwei der Teilnehmer stimmten zu ihren Gunsten und diese beiden, wurden zusammen mit Arius exkommuniziert und nach Illyrien verbannt. Alle Schriften des Arius wurden gesichtet, beschlagnahmt und verbrannt.
Hier ist die ursprüngliche Version des Glaubensbekenntnisses (welche auf dem Zweiten Ökumenischen Konzil in Konstantinopel im Jahre 381 angepasst wurde).
Wir¹ glauben an einen Gott
den allmächtigen Vater
den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
Und an den einen Herrn Jesus Christus
den Sohn Gottes
der als einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist d.h. aus dem Wesen des Vaters
Gott vom Gott Licht vom Licht
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen
eines Wesens mit dem Vater;
durch den alles geworden ist was im Himmel und was auf Erden ist;
der für uns Menschen und wegen unseres Heils herabgestiegen und Fleisch geworden ist
Mensch geworden ist
gelitten hat und begraben worden ist
und am dritten Tage auferstanden ist
und aufgestiegen ist zum Himmel
und kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten;
Und an den Heiligen Geist.
Diejenigen aber die da sagen „es gab eine Zeit da er nicht war“ und „er war nicht bevor er gezeugt wurde“ und er sei aus dem Nichtseienden geworden oder die sagen der Sohn Gottes stamme aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit oder er sei geschaffen oder wandelbar oder veränderbar die verdammt die allgemeine Kirche.
¹ Im Originaltext durchgängig Einzahl: Ich glaube…
Das Konzil einigte sich auch auf einen Zeitpunkt, wann Ostern zu feiern sei. In einem Rundschreiben, welches Konstantin nach dem Konzil herausgab, erklärte er: „Auf dem Konzil haben wir auch die Frage unseres heiligsten Tages, Ostern betrachtet, und es wurde einvernehmlich festgestellt, dass jeder, überall es an ein und demselben Tag feiern sollte.“
Bleibende Bedeutung
Das Erste Konzil von Nicäa ist von höchster Bedeutung bei der Behandlung der  grundlegenden Frage im Bezug auf die Gottheit und Menschheit Jesu Christi. Jesus Christus wurde erkannt als, ewig und göttlich, gleich mit dem Vater, und unendlich größer zu sein als ein geschaffenes Wesen. Das Konzil ist auch bedeutsam als erster Versuch, einen Konsens unter allen Christen durch eine Debatte zwischen den Vertretern von sich wiedersprechenden Seiten zu erzielen. Es stellt einen Präzedenzfall dafür dar, Konzile abzuhalten um sonstige lehrmäßige und praktische Angelegenheiten der Kirche zu entscheiden, und diese Entscheidungen in Glaubensbekenntnissen und Kirchenrecht umzusetzen.
Es dauerte 56 Jahre bis zu dem nächsten Konzil, dem Ersten Konzil von Konstantinopel.
Übersetzung aus dem Englischen
Mit freundlicher Genehmigung
von Tim Challis (Quelle)

Wie verlasse ich eine Gemeinde?

 

In einer neuen Gemeinde neu zu beginnen ist oftmals nicht leicht, der schwierigere Schritt jedoch ist oft der, seine alte Gemeinde zu verlassen.

In einem Artikel von Kevin DeYoung (hier), habe ich dazu- wie ich finde- sehr hilfreiche und nachdenklich stimmende Gedanken gefunden und sinngemäß übersetzt.

Es geht also nicht darum zu klären ob, sondern wie (also die Art und Weise) man eine Gemeinde verlassen sollte.

1.Sei gnädig
Eine Gemeinde freiwillig zu verlassen (nicht wegen eines Umzugs o.ä.) ist meist mit schmerzhaften Erfahrungen, Enttäuschungen und Verletzungen verbunden. Die größte Anfechtung dieser Situationen ist Bitterkeit. Man möchte sich wehren. Aber auch wenn sich das gut anfühlt, ist es zweifellos falsch. Besser sanftmütig als Irrender da zu stehen und Gott die Vergeltung überlassen. Dies führt dazu auch eigenes Versagen und eigene Irrtümer einzugestehen von denen wohl auch einige vorhanden sein werden.

2. Geh nicht schweigsam
Erzähl dem Pastor, der Ältestenschaft das du gehst. Dies könnte entscheident sein. Möglicherweise wird es auch so bemerkt, eine gute Ältestenschaft wird dies, aber wenn die Entscheidung bereits gefallen ist, ist keine Zeit dafür eingeschnappt zu sein. So besteht die Möglichkeit das man füreinander betet oder bestehende Missverständnisse ausräumt. Und wer weiss, vielleicht lernen sie aus dieser Erfahrung. Also: gehe nicht einfach still und leise!

3. Lass Dich nicht treiben, bleib engagiert
Zieh Dich nicht nach und nach aus allem zurück. Wenn Du bis jetzt mit arbeitest, tue dies bis zum Schluss. Denn Deine Verantwortung trägst Du allein Gott und der Gemeinde gegenüber.

4. Überlege Dir freundliche Abschiedsworte
Denke darüber nach, wie du freundlich und ehrlich die Frage: „Warum gehst du?“ beantworten kannst. Die Leute werden fragen um die Gründe zu erfahren und zu verstehen. Zerstöre nicht das Ansehen einer Person oder einer ganzen Bewegung. Bleib bei den Fakten, aber eine einfache, klare Antwort genügt: „Ich stimme nicht mit der Ausrichtung, den Lehren der Gemeinde überein“, „ich kann die Autorität der Ältestenschaft nicht länger akzeptieren“. Sag die Wahrheit, aber dies in der Weise, wie Du möchtest das die Gemeinde über Dich sprechen soll.

5. Sorge für die Zukunft
Sei vorbereitet für den Zeitpunkt nach dem du die Gemeinde verlassen hast. Es mag etwas Zeit brauchen sich mit der Situation zu arrangieren, jedoch sollte man sich umgehend mit der Zukunft beschäftigen. Existiert eine in Frage kommende Gemeinde in der Nähe? Welche Gemeinden gibt es überhaupt im näheren Umfeld? Sollen die in Frage kommenden Gemeinden ein- oder mehrmals besucht werden? Wichtig ist- für dich und u.U. deine Familie- sich nicht zu viel Zeit zu lassen bei der Suche nach einer Alternative, keine Monate oder gar Jahre verstreichen zu lassen. Die Gefahr auf der Strecke zu bleiben ist viel zu groß!

6. Brich keine Brücken ab
Wer nicht den Wohnort wechselt, wird in der Regel weiterhin Geschwistern aus der alten Gemeinde über den Weg laufen, diesen u.U. sogar auf Hochzeiten, Beerdigungen, in der Schule etc. begegnen. Vielleicht sogar auf Familientreffen! Es ist zwangsläufig ein wenig problematisch, aber tue das Deinige um die Beziehungen intakt zu halten.

7. Bete weiter für die anderen und bitte um deren Gebet
Enge Verbindungen sind nicht leicht zu brechen. In mancher Hinsicht sind sie das auch nicht. Offensichtlich verändern sich Beziehung wenn man eine Gemeinde verlässt, dennoch sollte man das Beste für die anderen, die man hinter sich gelassen ht wollen. Und hoffentlich werden sich diese auch immer noch um dich sorgen. Es schadet nie, mehr Gebet haben.

sdg
apologet

Reformatorisches Netzwerk: Evangelium21

Vor ein paar Wochen habe ich bereits auf die Evangelium21-Konferenz (18-20. August 2011) hingewiesen. Ron Kubsch, Dozent für Apologetik und Neuere Theologiegeschichte am Martin Bucer Seminar und Autor von TheoBlog hat nun das dahinterstehende Netzwerk und dessen Motivation etwas näher vorgestellt.

Mehrmals haben wir hier schon darüber nachgedacht, ob wir in Deutschland ein Netzwerk für reformatorisch gesonnene Christen benötigen. Langsam kommt nun etwas in Bewegung. 2009 hatte sich erstmals ein Kreis von ungefähr 15 Pastoren, Verlegern und Theologen in München getroffen, um über Fragen des Evangeliums im deutschsprachigen Raum zu sprechen. Zu sehen, dass junge Christen aus verschiedenen Gemeinden, Kirchen und Bünden das Verlangen spüren, wieder Gott und sein befreiendes Evangelium in die Mitte von Gemeinde, Mission, Seelsorge und Leben zu stellen, hat mich damals sehr gefreut.

Auch John Piper war dabei und hat uns ermutigt, ähnlich wie die Gospel Coalition in Nordamerika, für Christen mit entsprechenden Präferenzen im deutschsprachigen Europa eine Plattform anzubieten.

Eine wirklich interessante Entwicklung und ein hoher Anspruch! Ich bin gespannt und freue mich daher insbesondere auf die diesjährige Konferenz… und ich gestehe, noch ein wenig mehr auf die Konferenz im kommenden Jahr!

Eine Folgekonferenz ist für das Jahr 2012 geplant. Bei diesem Treffen soll es vor allem um die Heilige Schrift und ihre Auslegung gehen. Erfreulicherweise haben Professor Donald Carson und Dr. John Piper bereits zugesagt.

Mir gefällt sowohl die Motivation, wie auch die Zielsetzung und ich verbinde damit durchaus ein wenig Hoffnung für das reformatorische Anliegen in Deutschland.

sdg
apologet

weiterführende Artikel
TheoBlog: Es tut sich was: »Evangelium21«
Was heißt hier „reformatorisch“?
Weitere Entwicklung an der ART

“Dammbruch” – Weltweite Annäherung zwischen Evangelikalen und Charismatikern

Gibt es “reformierte” Charismatiker?

Neue Seite: Heidelberger Katechismus

Bekenntnisse und Katechismen werden schon lange nicht mehr als zeitgemäß empfunden, passen diese doch einfach nicht in eine pluralistische und tolerante Gemeindelandschaft. Die meisten Gemeinden oder Gemeinschaften von heute, listen zumeist nur ein paar kurze, oft unverbindliche Sätze darüber auf, was man allgemein glaubt. Klare Lehraussagen oder Abgrenzungen sind nicht wirklich gefragt, vieles befindet sich im Fluss.

Bekenntnisse und Katechismen stellen im Gegensatz dazu, sowohl früher wie auch heute noch, klare und verbindliche Lehrsätze auf Grundlage des biblischen Evangeliums auf. Sie besitzen eine, die Kirche einigende Funktion, können dazu benutzt werden Streitfragen zu klären oder Irrlehren abzuwehren. Schon immer wurden diese auch dazu verwandt, Menschen im Glauben zu unterrichten oder fortlaufend daraus zu predigen.

Ab sofort existiert eine neue Seite, welche sich explizit mit dem Heidelberger Katechismus beschäftigt: Katechismus.serk-heidelberg.de

Der Heidelberger Katechismus ist der bekannteste und beliebteste, bis heute aber auch in seiner Theologie vergessenste Katechismus aller Zeiten.

Während es auf Niederländisch und auf Englisch viele Ressourcen über die Geschichte und Theologie des Katechismus, sowie Predigten zu den einzelnen Fragen und Sonntagen gibt, drohen diese Quellen in der deutschen Sprache – der Originalsprache des Katechismus – langsam aber sicher zu versiegen.

Diese Seite will solche deutschsprachigen Ressourcen zusammentragen und sie systematisch darbieten unter den jeweiligen Fragen des Katechismus.

weitere Artikel
Ein Plädoyer für Bekenntisse
SERK-Blog: Bekenntnisse – eine normierte Norm

Verändern Social Media die theologische Debatte?

Oder anders gefragt: Sind Blogger grundsätzlich „Lehrer„? Auf ChristianityToday stellt John Dyer (hier) eben diese These auf und verweist auf Jakobus 3:1.

What few of us realize is that when we press those „Publish,“ „Post,“ „Comment,“ and „Send“ buttons, we are making the shift away from merely „believing“ truth and stepping into the arena of publishing that belief. In doing so we are effectively assuming a position of leadership and teaching that prior to 2004 was not available to us.

Ist dies tatsächlich immer so? Begibt sich jeder Blogger in diese „Arena„, oder bedeutet bloggen nicht ebenso schlicht „Rede und Antwort“ nach 1Petr3:15 zu stehen, über die Hoffnung die einen erfüllt? Ich meine, daß hier das grundlegende Verständnis über Kirche und Amt eine entscheidende Rolle zu spielen scheint.

sdg
apologet