Canon fidei versus canon charitatis?

Dr. Markus Till hat einen Artikel mit dem Titel „Vom Pferd gefallen“ geschrieben. In diesem geht es ihm um „die Kunst, Fehlentwicklungen offen anzusprechen und sich zugleich ein weites Herz zu bewahren“. Ich möchte ihm sehr gerne antworten und meine Gedanken zum Thema und seinem Artikel niederschreiben.
Es ist ein gutes, ein wichtiges Thema! Ein Thema das die Christenheit seit Jahrtausenden begleitet. Denn das Eintreten für bzw. die Verteidigung des Evangeliums ist Kernauftrag der Kirche. Wichtig, weil die Schrift dies fordert. Ebenso darf eins darüberhinaus jedoch nicht vergessen werden, weil uns die Schrift ebenso dazu auffordert: die Liebe untereinander.

Canon fidei versus canon charitatis?

Luther empfahl deswegen im Zweifelsfall den „Maßstab der Liebe“ anzulegen – dem „canon charitatis“ zu folgen und das Christsein des andern anzunehmen. Das letzte Urteil über den „Maßstab des Glaubens“ des Herzens kommt Gott allein zu; Gott sieht das Herz an.

Dennoch aber müssen wir uns, was unsere Verantwortung für die lehrmäßige Entfaltung der christlichen Wahrheit betrifft, um höchstmögliche Klarheit und Deutlichkeit bemühen. „Es ist Sache der Liebe“, sagt Luther, „alles zu ertragen [1Kor 13,7] und allen zu weichen. Dagegen ist es Sache [der öffentlichen Lehre] des Glaubens, schlechthin nichts zu ertragen und keinem zu weichen.“ Das ist der sogenannte canon fidei.

Ich beurteile diese Regel nicht nur als nützlich, sondern als eindeutig biblisch geboten. Der canon charitatis für das Urteil über den Bruder, der canon fidei für die Beurteilung der Lehre.
Gleich zu Beginn, als Hinführung und „warm up“ sozusagen, schreibt Dr. Markus Till von einem, ihn schockierenden Buch über die Verfolgung der Täuferbewegung im 16. und 17. Jahrhundert und sein Entsetzen, wie bspw. Martin Luther solch, aus unserer Perspektive natürlich entsetzlichen Vorgänge unterstützen konnte. Nun könnte man, dem angeführten Link argumentativ folgen und Luther insofern in Schutz nehmen, als das dieser wohl unter dem Einfluss Melanchthons so gehandelt hat. Aber das wäre genauso zu kurz gesprungen, wie diese Anekdote grundsätzlich als „warm up“ zu nutzen. So werden emotionale Weichen gestellt, nicht jedoch sachlich Argumente vorbereitet.

Das Bild vom Pferd oder tertium non datur

Kommen wir zum Bild: Dem Pferd, von dem man von zwei Seiten fallen kann. Ja, man kann und mag dieses Bild  durchaus verwenden, wenn tatsächlich nur zwei Seiten existieren. Ansonsten ist es logisch schlicht irrig, ein Denkfehler: tertium non datur, wörtlich „ein Drittes ist nicht gegeben“ oder „ein Drittes gibt es nicht“.
Wir haben es bei der hier behandelten Frage eben nicht mit dem sprichwörtlichen Pferd zu tun, bei dem es neben der Einheit auf Kosten der Wahrheit und den falschen Mauern aus menschlicher Erkenntnis keine weiteren Aspekte gibt. Denn wie uns Luther oben lehrt, sind lehrmäßig feste, hohe Mauern und weite Herzen eben kein Widerspruch, sondern existieren parallel.
Ein paar weitere grundsätzliche Gedanken: Mit Sprache, d. h. bestimmten Begriffen (Trigger) oder Formulierungen, kann ebenso wie mit Emotionen (s. o.) von der eigentlichen Sache ablenken. Wenn Paulus z.B. unterstellt wird, dieser sei „flexibel bei bestimmten Fragen“ oder „bereit sich kulturell vollständig anzupassen“ mag man das vielleicht als flapsige Ausdrucksweise abtun, aber das würde das damit verbundene Problem nicht angemessen beschreiben.
Denn Paulus war lehrmäßig keineswegs flexibel. Dies würde ja implizieren, Gott selbst habe sich nicht festgelegt. Es gibt auch keinen „Graubereich“ in den meisten darunter subsumierten Fragestellungen. Nur Unkenntnis. Im Zweifelsfall auf allen Seiten. Im Bezug auf das Götzenfleisch bedeutet dies, im Hinblick auf die hier diskutierte Fragestellung, dass lehrmäßig (canon fidei) klar und unmissverständlich der Verzehr erlaubt gewesen ist (heute stellt sich diese Frage regelmäßig nicht mehr). Das ist ein universelles
Dogma ohne Hintertür! Im Umgang mit den (lehrmäßig oder anderweitig) schwachen Geschwistern jedoch, dass man sich des Verzehrs vor den Geschwistern davon enthielt und diese Schwäche in Liebe solange ertrug (canon charitatis).
Paulus hat sich auch in keiner Weise „kulturell angepasst“. Bei „kultureller Anpassung“ denkt man sofort auch an die emergenten Konzepte „missional“ und „Transformation“. Nein, Paulus hat als Jude noch viele Kultvorschriften, die dem Gesetz nach gefordert waren, unter Juden gehalten, unter Heiden jedoch, weil das Gesetz in Christus erfüllt wurde, jedoch nicht gehalten. Dies mag oberflächlich betrachtet als Anpassung erscheinen, ist dem biblischen Kontext folgend jedoch Rücksichtnahme auf Geschwister auf Grundlage seiner Freiheit als Gläubiger in Christus.

Die 1-Million-Euro-Frage ist zu „billig“

Die Pferd-Frage haben wir bereits betrachtet. Kann man also die „1-Million-Euro-Frage“ stellen? Ich meine, man kann nicht! Und schon gar nicht so defizitär auf Christus und die Schrift begrenzt. Da ist, wer immerhin die reformatorischen Soli als Grenze anerkennt, ja bereits richtig eng!
Ein kluger Mann, den auch Dr. Till zitiert, hat zur Einheit der Kirche folgendes gesagt:
„Ich bin mir ganz sicher, daß wir die Einheit am besten fördern, wenn wir die Wahrheit fördern. Es wird uns nichts nützen, wenn wir alle vereint sind, indem sich jeder unter die Irrtümer des anderen beugt. Wir sollten einander in Christus lieben; aber wir sollten nicht so vereinigt sein, daß wir außerstande sind, die Fehler des anderen und besonders die eigenen Fehler zu erkennen. Nein, reinigt das Haus Gottes, und dann werden herrliche, gesegnete Zeiten über uns anbrechen.“
C.H. Spurgeon
Das heißt: um Wahrheit muss, trotz und gerade auch um der eigenen Fehler willen, gerungen werden! Keine Flexibilität oder Lehrweite… Dafür lässt auch Spurgeon nicht vereinnahmen.

Anmerkungen zu den Prinzipien für die Prüfung von Lehren und Bewegungen

zu 1. Niemals Fehlerfreiheit erwarten!
Richtig, kein einzelner Gläubiger hat eine vollkommen richtige und ausgewogene Theologie. Und die Ermahnung des Paulus (Röm.12,16) ist da vollkommen zu recht angeführt. Allerdings kennt die Schrift nicht nur den einfachen Gläubige, sondern zunächst auch noch lehrbefähigte Gläubige d. h. Lehrer/Älteste und zudem die Kirche als solches. Von Lehrern kann man bspw. durchaus erwarten mehr zu wissen. Deswegen warnt die Schrift davor, zu schnell als Lehrer aufzutreten (Jak.3,1). bzw. zu schnell die Hände aufzulegen . Des Weiteren erwartet die Schrift sehr wohl, dass das einmal überlieferte Evangelium gekannt, gelehrt und verteidigt wird.

Historischen Irrlehren wurde oft auf Kozilien und Synoden allgemein und verbindlich für die ganze Kirche widersprochen. Die altkirchlichen Bekenntnisse zeugen davon.
Daher weiterhin ja zum canon charitatis, der Annahme des Christseins des Anderen, jedoch nein zur lehrmäßigen Weite bei der Beurteilung der Lehre anderer Christen! Und Paulus sagt eben nicht in diesem Kontext „gelassen“:„Prüft alles und behaltet das Gute“ (1.Thess.5,21). Dies sagt er im Kontext (!) einer Ortsgemeinde und dort bezogen auf Weissagungen (egal wie man diese nun definiert).
zu 2. Hochmut und Geistlosigkeit tötet
Wer sich im Dienst der Unterscheidung betätigen will braucht dazu ohne Zweifel den Heiligen Geist. Allerdings- wieder unabhängig wie man zu der charismatischen Position duesbezüglich steht- hat sich der Heilige Geist dazu herabgelassen, sich in schriftlich verfassten Texten nachprüf- und verifizierbar zu äußern. Wer hier lieb- und geistlose Buchstabenwahrheit bzw. ein tödliches Prinzip (2.Kor.3,6) anmahnt, sollte die jeweiligen Texte angemessen auslegen. Denn in 2.Kor3:6 wird der Buchstabe keineswegs als tot bezeichnet sondern als jemand der tötet! Hier steht ein aktives Partizip und beschreibt ein aktives handeln des Buchstabens. Das ist der Unterschied zwischen einem Mörder und einer Leiche. Die Leiche ist passiv weil sie tot ist, der Mörder ist aktiv weil er jemanden getötet hat. Unser Buchstabe hier ist der Mörder und nicht die Leiche! In 2 Kor. 3 steht also nichts anders als in Hebr. 4,12:
Hebr4:12Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
Klärung bringt also das Suchen und Forschen in der durch den Heiligen Geist verfassten Schrift (Apg17:11) und nicht nur ein nebulöses „brauchen“ des Geistes!
zu 3. Durchgängigkeit des biblischen Zeugnisses
Kontext! Kontext! Kontext! Mit der Beachtung dieses Prinzips lassen sich die schlimmsten Fehler bereits vermeiden. Auch die Frage nach der Rolle der Frau beim Predigen und Leiten. Auch hier geht es- wie bei der Frage der Homosexualität- eben nicht lediglich um unterschiedliche Akzente, die man setzten und flexibel sein kann, sondern um biblische Wahrheit die wichtig ist und beachtet werden will. Entweder ja oder nein, kein nebeneinander von verschiedenen Wahrheiten.
zu 4. Verwurzelung in Tradition und Bekenntnis
Absolut einer Meinung. Die Wichtigkeit von Bekenntnissen kann gar nicht genug betont werden. In Bekenntnissen wird Christus vor Gott und den Menschen bekannt und darüber hinaus Rechenschaft über den Inhalt des Glaubens abgelegt. Desweiteren stellen Bekenntnisse eine verbindliche Grenze zum Schutz gegenüber nicht-biblischen Lehren und Praktiken nach innen dar und vertreten die überlieferte Wahrheit aktiv nach außen. Nicht zuletzt vermitteln Bekenntnisse Kindern und Erwachsenen die wesentlichen Inhalte des biblisch-christlichen Glaubens und helfen dabei bei eines Sinnes zu sein und echte biblische Einheit zu leben.
zu 5. Das Kriterium der Frucht
Im Prinzip vertrete ich eine ähnliche Meinung. Aber man kann sehen, dass dieses Prinzip interpretationsfähig ist. Denn die Frucht der Pfingstbewegung bewerte ich, mit vielen anderen, nicht eben positiv. Ebenso die Frucht der „Berliner Erklärung“. Auch diese wird wohl nach wie vor unterschiedlich bewertet. Die Auffassung Menschen seinen aufgrund dieser Erklärung für immer verloren gegangen bzw. der daraus resultierenden tiefen Spaltung der Kirche ist, freundlich ausgedrückt, höchst befremdlich. Hat also Christus Menschen verloren, die ihm der Vater gegeben hat?
zu 6. Statt Richten lieber öfter mal die Klappe halten
Auch hier gilt wieder: Kontext! Kontext! Kontext!
Wenn Christus in Mt 7:1ff von „richten“ spricht, dann ist damit nicht das Beurteilen der Glaubensüberzeugungen anderer Menschen gemeint, sondern deren Verhalten. Jesus selbst hat ja ständig die Lehren der Sadduzäer und Pharisäer gerichtet bzw. verurteilt.
Anbei eine kleine Liste von Stellen, in denen das urteilen/richten von Lehre ausdrücklich gefordert wird: Kol 2:8; Gal 1:6; 1 Joh 2:22; 2 Joh 1; 1 Kor 15:12; Apg 20:29; 2 Kor 11:13; 1 Joh 4:1; 1 Tim 4:16.
Es kann also weniger darum gehen, die Klappe zu halten, sondern sich vielmehr darum, sich mit dem Wort Gottes zu beschäftigen um eine Lehre beurteilen zu können. Dann darf und soll man auch seine Klappe aufmachen, weil dann nämlich Gott selbst Richter ist und man nicht seine Gefühle oder den Irrtum „Weite“ herrschen lässt.

Anmerkungen zu Vorsicht Falle: 6 fragwürdige Prüfungskriterien

zu 1. Formen:
Zu kurz gesprungen und Strohmänner gebastelt. Niemand der Schlagzeug, Band oder moderne Lobpreismusik ablehnt, tut dies regelmäßig aus den genannten Gründen (Dämonen). Insofern ist hier die Argumentation- auch in dem abwertend konstruierten Zusammenhang zwischen alten Chorälen und schrumpfenden Gemeinden fragwürdig. Da hier kein Raum für eine breite Diskussion zu diesem Thema ist nur soviel: Der Inhalt hat die Form zu bestimmen. Mir scheint, hier von Gottesstrafen zu fabulieren im höchstem Maße vermessen!
zu 2. Gefühle 
Gott ist der Schöpfer menschlicher Emotionalität, wer bezweifelt dies. Aber auch hier gilt nur kurz angemerkt: der Inhalt hat die Form- hier die Emotionalität- zu bestimmen. Dies wird sich bspw. kulturell unterschiedlich äußern. Wenn jedoch in deutschen Gottesdiensten afrikanische Emotionalität gefördert wird, darf dies zu recht in Frage gestellt werden. Der Vorwurf des „verkopften Christentums“ müsste ausgeführt werden. Interessant jedoch, das ausgerechnet diese Kritik auch von J. Hartl geteilt wird.
zu 3. Überinterpretierte Einzelzitate: 
Kontext! Kontext! Kontext!
zu 4. Falscher Beifall: 
Man sollte niemanden verurteilen, weil er mal einen Irrlehrer zitiert hat oder von zweifelhaften Leuten Beifall bekommen hat. Aber wenn die Schrift fordert, uns vor der Gemeinschaft mit Irrlehrern zu enthalten, im Zweifelsfall nicht einmal zu grüßen (2.Joh 7-11), sollte man zweifelhafte Personen lieber nicht, oder nur gekennzeichnet zitieren.
zu 5. Unterschiedliche Begriffsfüllung: 
Auch wenn man die eigene Blase, um wirklich zu verstehen, wie Andere ticken und wie ihre Äußerungen gemeint sind, nicht unbedingt verlassen muss, sollte man die andere Blase zumindest gut kennen. Denn Kommunikation ist tatsächlich eine schwierige Sache. Aus eben diesem Grund verwendet Paulus bspw. den Begriff „anderer Christus“. Oftmals gleicher Name, aber vollkommen andere Person dahinter.
zu 6. Unterstellungen und Einseitigkeit: 
In der Tat ein Problem. Man sollte niemals vorschnell urteilen, sondern nur aufgrund eingehender Prüfung und Beschäftigung. Vor allem immer bei der Sache bleiben, nicht persönlich werden. Ansonsten immer auch die direkte Auseinandersetzung suchen, zumindest Artikel, Bücher oder ausführliche Rezensionen gelesen haben.

Zurück zum Pferdebild: In den Sattel steigen heißt leider oft auch auf anderes zeigen

Richtig und wichtig ist in der Tat, dass man bei jeder Diskussion immer auch die Bereitschaft mitbringen sollte, seine eigene Position zu hinterfragen. Genauso unbequem ist es jedoch, die Position eines anderen zu hinterfragen, da dies selten gern gesehen und man schnell als Ankläger und Nestbeschmutzer angesehen wird.
Daher am Ende auch nochmal in aller Deutlichkeit: Es gibt kein entweder oder, kein Wahrheit oder Liebe, sondern beides gleichzeitig. Man kann weder das eine gegen das andere ausspielen, noch wäre eines wichtiger als das andere.
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Kapitalismus – christlich akzeptable Wirtschaftsordnung?

Zunächst einmal kann festgestellt werden, dass für das Zusammenleben von Menschen- im Kleinen wie im Großen- stets Ordnung benötigt wird. Im Hinblick auf das Regierungssystem wird aktuell Demokratie und Rechtsstaat als allgemein akzeptierte Ordnung und Rahmen gesicherter gleicher Handlungsfreiheit und Mitwirkungsmöglichkeit angesehen. Gleichermaßen verhält es sich mit Fragen des Geldes und der Arbeit, auch diese benötigen eine Ordnung, eben eine Wirtschaft- bzw. Sozialordnung.

Auch wenn aus christlicher Perspektive keine Regierungsform bzw. Wirtschaft- bzw. Sozialordnung biblisch oder unbiblisch ist, gibt es doch durchaus menschliche Systeme, die unter den gegebenen Umständen einer gefallenen Welt, einigermaßen „gerecht“ sein können.

Beim Nachdenken über diese Frage, geht es, bedenkt man Augustins „De civitate Die“ oder Luthers „Zwei-Reiche-Lehre“, um eine säkulare Staats- und Gesellschaftsordnung (civitas terrena). Und um die gefallene Schöpfung, speziell die menschliche Natur unter der Knechtschaft der Sünde (Anthropologie des Menschen).

Christliches Utopia

Christen machen sich nun seit Jahrhunderten Gedanken über eine gerechtere und soziale Staats- und Gesellschaftsordnung. Mit dem Roman „Utopia“ des englischen Staatsmanns und katholischen Klerikers Thomas Morus (englisch Thomas More, 1478–1535) erschien vor 500 Jahren, der erste Sozialismusentwurf[i].

Vertraut man nun auf diverse Christen- vor allem aus linkskatholischen/-evangelikalen Gruppen bzw. deren Ideologen- gibt es, im Hinblick auf die Wirtschaftsordnung tatsächlich keinen Zweifel daran, dass eine Form des Sozialismus oder „Kommunismus des Urchristentums“ „christlich“ bzw. biblisch geboten ist.

Anhänger dieser Ideologie, eines christlich motivierten bzw. kirchlichen Sozialismus, sind weiterhin nicht nur in den klassisch linken Parteien (SPD, Die Grünen, LINKE) zu verorten, sondern- für viele durchaus überraschend- auch fest verankert in der CDU/CSU.[ii]

Ein solch kirchlicher Sozialismus existiert, natürlich je nach konfessioneller Spielart, in allen Kirchen und Freikirchen. Dort wird dieser durchaus theologisch begründet, als politisch-diakonische Befreiungstheologie, als eschatologische Vorwegnahme des kommenden Gottesreiches oder als ein auf Fragen des Sozialen oder der Gerechtigkeit dekonstruiertes Evangelium vertreten.

Was nun gleich gänzlich ausgeschlossen werden kann, ist die Behauptung, es gäbe überhaupt einen Unterschied zwischen normalen und kirchlichen Sozialismus.[iii]

Betrachtet man die unrühmliche Geschichte bzw. den fehlenden Erfolg der bisherigen Versuche mit Hilfe des Sozialismus/Kommunismus, eine funktionierende bzw. gerechte Staats- und Gesellschaftsordnung zu errichten, ist festzustellen, dass dessen Scheitern eine logische Folge dieser Ideologie darstellt.

Nehmen – Sozialismus

Sozialismus, also die Verstaatlichung der Produktionsmittel, der Umverteilung des Privatvermögens bis Gleichheit erreicht ist, muss als „Wirtschaftsform des Nehmens“ (Prof. Martin Rhonheimer[iv]) bezeichnet werden. Die Idee des Sozialismus ignoriert die Natur des gefallenen Menschen bzw. appelliert an dessen schlechtesten Eigenschaften: Neid, Faulheit, Initiativlosigkeit, Vorteilsnahme etc. In der Realität bedeutet dies ohne Ausnahme: Umverteilung bis alle gleich arm sind.

Wieso halten trotzdem viele Christen, selbst wenn sie nicht durch den real existierenden Sozialismus sozialisiert wurden, ausgerechnet Sozialismus für christlich akzeptabel oder gar geboten?

Offensichtlich deshalb, weil ihnen die Utopie des Sozialismus suggeriert, durch allgemeine Gleichheit eine gerechte Wirtschafts- bzw. Sozialordnung herstellen zu können. Bei näherer Betrachtung ist jedoch offenkundig, dass durch Gleichheit keine „Gerechtigkeit“ und erst recht kein wirtschaftlicher Erfolg hergestellt werden kann.

Bereits der griechische Philosoph Aristoteles zeigte auf, dass Gerechtigkeit bedeutet Gleiche gleich und Ungleiche ungleich zu behandeln (Aristoteles’ Grundsatz formaler Gerechtigkeit[v]). Ökonomisch ausgedrückt: Gerecht ist, wenn das Gleiche nur der bekommt, der das Gleiche tut.

Viele Christen lehnen Kapitalismus aber auch wegen seines schlechten Rufes ab bzw. sie gar nicht wissen was diesen ausmacht.

Durch Karl Marx abwertend verwandte Begriffe wie „Kapitalismus“, „Kapital“ oder „Kapitalist“, werden heute ganz allgemein, nicht erst durch die Kritik am „Raubtier- oder Turbokapitalismus“ negativ verwendet und als unsozial grundsätzlich abgelehnt. [vi]

Dabei ist bspw. das Sparen d.h. das Ansammeln von Kapital ein positives und wesentliches wirtschaftliches Element, nicht primär um reich zu werden, sondern auch um für Zeiten der Not vorzusorgen.

Geben – Kapitalismus

Der Kapitalismus, die Marktwirtschaft als Sozial- und Wirtschaftssystem, erkennt dagegen die sündhafte und eigennützige Natur des Menschen an und basiert auf dem oben angeführten simplen aristotelischen Prinzip. Er fördert individuelle Freiheit und Selbstverantwortung: Man erntet was man sät. So wie der Sozialismus die Wirtschaftsform des Nehmens ist, ist der Kapitalismus letztlich die „Wirtschaftsform des Gebens“ (Prof. Martin Rhonheimer):

„Die Marktwirtschaft ist durch zwei Elemente gekennzeichnet: es besteht Sondereigentum an den Produktionsmitteln und Arbeitsteilung. Jeder handelt für sich, doch jedermanns Handeln ist mittelbar auch auf die Erfüllung der Zwecke der anderen Handelnden gerichtet. (…) Jeder gibt, um zu empfangen; jeder dient, um bedient und bedankt zu werden. Jeder ist Zweck und Mittel zugleich: Zweck sich selbst und Mittel allen anderen zur Erreichung ihrer Zwecke.“ Ludwig von Mises, „Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens“

Kapitalismus stellt den Menschen, dessen natürliche Rechte, inklusive dessen individuelle Freiheit, und sein privates Eigentum in den Mittelpunkt eines gerechten Sozialsystems. Jeder kann reicher, aber auch ärmer werden. Jeder Mensch hat seine wirtschaftliche Situation, gewissermaßen selbst in der Hand.

Auf der Suche nach einer christlich gebotenen Wirtschafts- und Sozialordnung wäre also besser gefragt, ob eine Wirtschaftsordnung möglich ist, welche das biblische Urteil über die Gegebenheiten dieser Welt und des Menschen anerkennt und sich daran ausrichtet.

Geben ist seliger als nehmen – Christliches Wirtschaftsverständnis

Gleich zu Beginn der Geschichte wurde der Mensch aus dem Paradies, dem tatsächlich biblischen „Utopia“ vertrieben. Damit stand und steht auch das soziale und wirtschaftliche Handeln in dieser Welt, unter den Folgen des Sündenfalls (Mühsal und Anstrengung[vii]).

Durch die Schrift zieht sich ein roter Faden, nach dem Haushalterschaft (sinnvolles, sparsames Wirtschaften) nicht bloß erstrebenswerte Tugenden sind, sondern sich daraus gerechte Folgen für das Leben ergeben[viii].

Kapitalismus, als säkulare Ordnung in Fragen der Wirtschafts- und Sozialordnung ist somit nicht nur vorteilhaft und effizient, weil sie der menschlichen Natur entspricht, Kapitalismus kann aus christlich-ethischer Sicht durchaus als geboten bezeichnet werden.

Moralität (Eigeninitiative, Freiheit und Selbstverantwortung) und Ethik (Wahlfreiheit und Verantwortung für das eigene Handeln) sind Voraussetzung und notwendiger Rahmen eines funktionierenden Marktes. Wer auf Grundlage des biblischen Prinzips der Haushalterschaft, mit Voraussicht, Fleiß, Selbstbeherrschung, Kooperationsbereitschaft wirtschaftet, wird für seine Mühsal und Anstrengung belohnt.

Der Kapitalismus entspricht somit sowohl am besten der Natur des Menschen, wie er die effektivste Ordnung des Wirtschaftens ist.

 

[i] http://www.linke-buecher.de/texte/romane-etc/Morus–%20Utopia.pdf

[ii] (Strömungen innerhalb des deutschen politischen Katholizismus, die sich aus religiösen Motiven auf der linken Seite des politischen Spektrums positionierten s. a.  Zentrumspartei). Bekannteste Beispiele: der „Herz-Jesu-Sozialist“ Norbert Blüm, Heiner Geissler oder Rita Süssmuth. Quelle: http://www.kas.de/wf/de/71.8820/

[iii] „Der kirchliche Sozialismus, wie er in den letzten Jahrzehnten bei zahlreichen Bekennern aller christlichen Kirchen Fuß gefasst hat, ist nichts anderes als eine Spielart des Staatssozialismus. Staatssozialismus und kirchlicher Sozialismus sind so sehr ineinander verwachsen, dass es schwerfällt, zwischen ihnen eine feste Grenze zu ziehen und von einzelnen Sozialpolitikern zu sagen, ob sie dieser oder jener Richtung angehören.“ Quelle: Ludwig von Mises, Die Gemeinwirtschaft – Untersuchungen über den Sozialismus (1922) http://docs.mises.de/Mises/Mises_Gemeinwirtschaft.pdf

[iv] Prof. Martin Rhonheimer, http://austrian-institute.org/christliche-sozialethik-und-kapitalismus/

[v] http://www.qe-gm.at/produkte/downloads/Band%202/Schmid_Gleichheit-und-Gerechtigkeit.pdf

[vi] „In einer aktuellen Umfrage der Harvard University lehnten 51% der Generation Y den Kapitalismus ab, während 33% den Sozialismus befürworteten.“ Quelle: http://www.misesde.org/?p=14601

[vii] 1Mose3:16-19 Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.

[viii] Spr21:5 Das Planen eines Emsigen bringt Überfluss; wer aber hastet, dem wird’s mangeln.; Spr10:4 Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich.; 1Thess 4,11 und eure Ehre darein setzt, dass ihr ein stilles Leben führt und das Eure schafft und mit euren eigenen Händen arbeitet, wie wir euch geboten haben,; 2Thess 3,10 Denn schon als wir bei euch waren, geboten wir euch: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.

Social Media und unsere Verantwortung

Ist man als Blogger oder Poster bei Facebook, Twitter etc. grundsätzlich „Lehrer„?

Auf ChristianityToday stellt John Dyer (hier) eine solche These auf:

What few of us realize is that when we press those „Publish,“ „Post,“ „Comment,“ and „Send“ buttons, we are making the shift away from merely „believing“ truth and stepping into the arena of publishing that belief. In doing so we are effectively assuming a position of leadership and teaching that prior to 2004 was not available to us.

Begibt sich damit jeder Blogger, jeder, der bspw. etwas auf Facebook postet in diese „Arena„, oder bedeutet dies nicht ebenso schlicht „Rede und Antwort“ nach 1Petr3:15 zu stehen, über die Hoffnung die einen erfüllt?

Ich denke die Grenze ist fließend.

Bezweifelt werden darf, dass sich wirklich jeder Gedanken über die Tragweite seiner öffentlichen Äußerungen und der damit einhergehenden Verantwortung macht.

Ohne Social Media blieb früher alles im kleinen, privaten oder zumindest inner-gemeindlich überschaubaren Rahmen, konnte entweder schnell korrigiert werden bzw. richtete nur begrenzten Schaden an.

Heute jedoch- befeuert durch die neuen Medien gibt es- wenn nicht unzählige Lehrer- zumindest Multiplikatoren von Lehre. Zudem mit erheblicher, potentiell weltweiter Reichweite.

Zu Bloggen oder auf Facebook unterwegs zu sein birgt ohne Zweifel viele Möglichkeiten, jedoch werden Lehrer aus biblischer Perspektive mit einem anderen Maß gemessen bzw. tragen eine andere Verantwortung als einfache Gläubige.

„Liebe Brüder, unterwinde sich nicht jedermann, Lehrer zu sein, und wisset, daß wir desto mehr Urteil empfangen werden.“ Jakobus 3:1.

Das Liken oder Teilen von Beiträgen bestimmter Lehrer oder Theologen, das Schreiben unterstützender Artikel für  diese kommt dem Lehren an sich u. U. gleich. Dies mag in der Tragweite durchaus unterschiedlich sein und bewertet werden, dürfte sich aber, nach kurzem überlegen selbst erklären. Insbesondere im evangelikalen Raum ist die Grenze zwischen Lehrern und Gemeindegliedern ohnehin stark verwaschen.

Aufgestoßen ist mir dieses Thema nun erneut durch die vielen positiven Reaktionen diverser Evangelikaler, auch eher konservativer Blogger auf die MEHR-Konferenz von Johannes Hartl bzw. ihn persönlich.

Es ist nun durchaus eine Sache mit J. Hartl persönlich im Gespräch zu bleiben, eine andere jedoch, von ihm durchgeführte „Gottesdienste“ mitzufeiern oder ihn und seine Vorträge durch positive Artikel auf Blogs, Liken, Teilen bei Facebook, Twitter zu unterstützen und zu promoten.

Wichtig: Es geht hierbei nicht um Personen, sondern um die transportierte Lehre!

Immer wieder und ich meine wirklich immer wieder, wird Kritikern entgegengebracht bzw. behauptet, man solle doch „alles prüfen und das Gute behalten“. Womit man sich vermeintlich auf 1. Thess 5,21 beruft:

„Prüft alles, das Gute behaltet!“

Ist hier gemeint, Gläubige können oder sollen nun „Gutes“ bei geistlich fragwürdigen Lehrern, eventuell sogar bei Irrlehren zu suchen? Nein, das ist definitiv nicht gemeint. Der Kontext stellt eindeutig heraus, dass hier nicht jeder oder gar Irrlehrer, sondern Gläubige die weissagen (unabhängig des diesbezüglichen Verständnisses) gemeint sind.

Ein weiterer Irrtum in dieser Debatte ist der ständige Verweis auf das „Stückwerk“ aus 1. Kor. 13,9. Wieder unabhängig möglicher Interpretationsmöglichkeiten, steht eines fest: Das jeweilige „Stückwerk“ (Erkenntnis, Weissagung) an sich, ist jeweils unvermischt gut.

Gemeinden und Gläubigen wird vielmehr geboten, sich vor dem Sauerteig zu hüten und Irrlehre und Irrlehrer abzuweisen.

„Ihr lieft gut; wer hat euch aufgehalten, daß ihr der Wahrheit nicht gehorcht? Die Überredung kommt nicht von dem, der euch berufen hat! Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Ich traue euch zu in dem Herrn, daß ihr nicht anders gesinnt sein werdet; wer euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer er auch sei.“ Gal 5,7-10

Wann aber ist etwas „gut“ bzw. gibt es überhaupt etwas tatsächlich ausschließlich „Gutes“? Ja, die Bibel kennt eindeutig unverfälscht „Gutes“ und nein, es gibt nicht „ein wenig Gutes“ zusammen mit etwas Bösem, welches man „prüfen und behalten“ kann.

Das „Gute“, also das Evangelium, kann nur dann wirklich gut sein, wenn es unvermischt mit dem Bösen ist.

Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie! Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen. Denn euer Gehorsam ist überall bekanntgeworden. Darum freue ich mich euretwegen, möchte aber, daß ihr weise seid zum Guten und unvermischt bleibt mit dem Bösen. Röm 16,17-19

Ginge es nun nur um jene, welche von J. Hartl begeistert sind, wäre dies keinen Artikel, keine Diskussion wert. Aber es geht um mehr!

Zum einen darum, „die Kleinen“, also die im Glauben Schwachen oder Neubekehrten nicht in Gefahr zu bringen verführt zu werden, zum anderen aber auch darum, nicht vorschnell „die Hände aufzulegen“, also Personen in Verantwortung zu bringen bzw. als geistlich koscher zu adeln.

„Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, die Bitteres süß und Süßes bitter nennen!“ (Jes 5,20),

Eine neutrale bzw. Grauzone existiert dabei nicht. Entweder gut oder böse. Das wahre, einmal überlieferte Evangelium oder falsches Evangelium. Wo nun Sauerteig öffentlich positiv begleitet, verteidigt oder sogar beworben wird, hier die römische-katholische Lehre, trägt man ebenfalls Verantwortung für die verbreitete Lehre und für die Verführung, wie die eigentlichen Irrlehrer.

Adventszeit

Die Adventszeit hat begonnen und damit auch das große Weihnachstgeschäft.

In früheren Jahrhunderten besaßen die Menschen noch eine ungefähre Ahnung davon, was „Advent“ eigentlich bedeutet: Eine Zeit der Besinnung auf Gott und Seinen Heilsplan. Wer sich heute fragt, was es damit auf sich hat, schaut vielleicht bei Wikipedia nach und liest den ersten Satz:

Advent (lateinisch adventus „Ankunft“), eigentlich Adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nach katholischer wie evangelischer Tradition auch das neue Kirchenjahr.

Der Ursprung der Adventszeit reicht bis in das 7. Jahrhundert zurück. Man bezeichnete sie als „Zeit vor der Geburt des Herrn“) oder „Zeit der Ankunft des Herrn“. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt auch das neue Kirchenjahr.

Die Kirche in den ersten Jahrhunderten feierte den Advent als Fastenzeit zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin am 6. Januar. Später wurde im Westen der 25. Dezember als Weihnachttermin und die Zahl der Adventssonntage auf vier festgelegt und auch kein Fasten mehr verlangt.

Alle Adventssonntage haben ihre Namen mit einer jeweiligen Bedeutung:

1. Advent: „Erdenadvent“ (Lukas 2, 1-20)
Jesus Christus kam zu uns als kleines Kind in Bethlehem.
Der erste Advent steht für das erste Kommen unseres Herrn.

2. Advent: „Herzadvent“ (Apostelgeschichte 2)
Jesus Christus kommt heute zu dir und wohnt in deinem Herzen.
Der zweite Advent steht für Pfingsten. Gott will durch den Heiligen Geist in unsere Herzen kommen und darin wohnen.

3. Advent: „Brautadvent“  (Apostelgeschichte 1, 10+11)
Jesus Christus wird am Jüngsten Tag als König auf unsere Erde wiederkommen.
Der dritte Advent steht für die Wiederkunft Christi.

3. Advent: „Königsadvent“ (Matthäus 25, 31-46)
Jesus Christus kommt heute zu dir und bringt Licht in dein Leben.

In diesem Sinn wünsche ich allen Geschwistern eine gesegnete Adventszeit!

sdg
Andreas

Gerüchte

Das Internet ist ein überaus nützliches Medium. Es kann jedoch, wie alle Dinge dieser Welt, sowohl positiv, wie negativ eingesetzt werden.

Eines der negativsten Dinge ist das Gerücht. Aktuell ist oftmals von Fake News oder Hoax die Rede. Dies sind lediglich moderne Begriffe für genau denselben Sachverhalt.

Ein Gerücht (griech. pheme bzw. phama; lat. fama), auch Ondit (frz. on dit ‚man sagt‘), ist eine unverbürgte Nachricht, die stets von allgemeinem bzw. öffentlichem Interesse ist, sich diffus verbreitet und deren Inhalt mehr oder weniger starken Veränderungen unterliegt.
Wikipedia

Ohne Zweifel beinhalten Gerüchte, Fake News oder Hoax oftmals Wahrheit bzw. Teilwahrheiten. Nicht selten sind es jedoch glatte Lügen. Oftmals beides. In den meisten Fällen jedoch, bedeuten Gerüchte Schaden und Rufschädigung für andere Personen.

Neben Gerüchten, einzelne Personen betreffend, werden auch unzählige Verschwörungstheorien- mit der Bitte, diese doch wiederum dringend weiter zu verteilen- in die Welt gesetzt.

Gerüchte und Verschwörungstheorien sind letztlich nichts anderes als perfide und zersetzende Zerstörungsmittel. Methoden, die Menschen seit Anfang an benutzen, sei es zwischenmenschlich, oder unter Staaten, in der Politik oder im Krieg, um andere Menschen zu vernichten.

Gerüchte vergiftet den Geist des Menschen, fördert Mißtrauen und verursachen Spaltung!

Gerüchte dienen dazu, eigene und selten offen kommunizierte Interessen subtil durchzusetzen, “unliebsame Gegner” anderer Meinung mundtot zu machen.

Wie sollen wir uns als Christen dazu verhalten?

Gerüchte, ob wahr oder unwahr, beschädigen den Ruf einer anderen Person. In den 10 Geboten heißt es:

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
5.Mose 5:20

Der Heidelberger Katechismus zeigt uns eine etwas weitergehende Bedeutung des 9. Gebots- über das Verbot der bloßen Lüge auf und erklärt:

112. Frage: Was will Gott im neunten Gebot?
Ich soll gegen niemanden falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen, nicht hinter seinem Rücken reden und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen als Werke des Teufels bei Gottes schwerem Zorn vermeiden. Vor Gericht und in all meinem Tun soll ich die Wahrheit lieben, sie aufrichtig sagen und bekennen und auch meines Nächsten Ehre und guten Ruf nach Kräften retten und fördern.

Hier wird deutlich, dass es um mehr als offenkundiges Lügen geht. Gott hat hier vielmehr das grundsätzlich Wohl des anderen im Blick. Wobei es sogar aktiv darum geht, für die Ehre, für den Ruf des anderen einzutreten!

Jesus Sirach, zwar kein inspirierter Autor, jedoch Verfasser manch weisen Wortes, hat dazu u. a. folgendes hinterlassen:

Erzähl nie ein Gerücht weiter, dann kann dir auch kein Schaden daraus entstehen.
Rede über keinen, weder Freund noch Feind!
Du darfst nur dann etwas bekannt machen, wenn du durch Schweigen schuldig würdest.
Wenn du über jemand redest und er erfährt es, dann traut er dir nicht mehr und bald hasst er dich.
Wenn du ein Gerücht hörst, nimm es mit ins Grab!
Hab keine Angst, du wirst nicht davon platzen!
Jesus Sirach* 19,7-10

 

Ein hoher Anspruch an dem wir alle wohl schon oft gescheitert sind und weiterhin werden! Aber unser Herr ruf uns dennoch zu, die Sünde zu lassen, der Heiligung nachzujagen, die Werke des Fleisches zu töten…

sdg
Andreas

*Luther über Jesus Sirach und andere Apokryphen:
„Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.“

 

Ehe für alle – eine Kritik

Am 1. Oktober 2017 ist die sogenannte „Ehe für alle“ in Kraft getreten.

Nachdem jahrelang über dieses Thema gestritten wurde, ging auf einmal alles ganz schnell.

Während einer Podiumsdiskussion wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von einem Bürger gefragt, ab wann dieser seinen Freund Ehemann nennen könne. Merkel antwortete, dass sie die Diskussion in Richtung einer Gewissensentscheidung lenken wolle. Damit wich Merkel ohne Parteitagsbeschluss vom klaren Nein der Union zur Öffnung der Ehe ab und ermöglichte eine Gesetzesänderung.

Das diese Änderung gesellschaftlich begrüßt werden bzw. einer Mehrheit egal sein würde, hat weder Konservative, noch Christen überrascht. Insbesondere die EKD hat dieses Anliegen seit langem positiv begleitet, wenn nicht sogar ausdrücklich unterstützt.

Dabei existiert keine rechtliche, logische, moralische, historische oder gar biblische Begründung für eine Unterstützung der sogenannten Ehe für alle. Im Gegenteil, es existieren unzählige Gründe dagegen.

Rechtliche Überlegungen

Wenn schon Rasse oder Geschlecht keine legitime Grundlage darstellen, nach denen Rechte gewährt oder verweigert werden (Gleichheit vor dem Gesetz), gilt dies erst recht für eine wie auch immer ausfallende „sexuelle Orientierung“.

Ehe ist kein staatliches Konstrukt, kein Vertrag, sondern eine vorstaatliche Realität, welche ihre unverwechselbare Identität aus dem Aufeinanderbezogensein von Mann und Frau bezieht.

Der Staat definiert Ehe daher nicht, er erkennt lediglich reale Ehen als solche an.

Weiterhin existiert kein Recht auf eine Ehe. Weder darauf, einen bestimmten Menschen- weil man diesen z. B. liebt zu ehelichen, noch auf unterschiedliche Formen der Ehe.

Für den Schutz nach Art. 6 kommt es, nach allgemeiner juristischer Ansicht, weder auf die individuelle Zeugungs- oder Gebärfähigkeit noch auf den individuellen Fortpflanzungswillen an. Es geht um das Potential. In der Weimarer Verfassung war dies sogar noch deutlich im Gesetz verankert:

»Artikel 119

Die Ehe steht als Grundlage des Familienlebens
und der Erhaltung und Vermehrung
der Nation unter dem besonderen Schutz
der Verfassung. Sie beruht auf der Gleichberechtigung
der beiden Geschlechter.
Die Reinerhaltung, Gesundung und
soziale Förderung der Familie ist Aufgabe
des Staates und der Gemeinden. Kinderreiche
Familien haben Anspruch auf ausgleichende
Fürsorge …«
Quelle

Es wird auch nicht, wie oft angeführt behauptet, das Gleichheitsprinzip (Art. 3 GG) verletzt, da dieses besagt, dass Menschen an Würde und Rechten gleich sind, Ungleichbehandlung jedoch durch sachliche Gründe gerechtfertigt wird.

Art. 3 Abs. 1 GG verbietet nicht jede, sondern nur eine grundlose Ungleichbehandlung, die einer Rechtfertigung bedarf.

Das Gleichheitsprinzip im Sinne des Prinzips einer Gleichbehandlung muss daher immer- bspw. ethisch- abgewogen werden.

Gleiches darf nicht wesentlich ungleich, Ungleiches darf nicht wesentlich gleichbehandelt werden!
Quelle

Eine Ungleichbehandlung, die an das Geschlecht anknüpft, ist nach dem allgemeinen Gleichheitssatz, Art. 3 daher nur dann zulässig, wenn sie eine Lösung eines Problems darstellt, dass nur entweder bei Männern oder bei Frauen auftritt. Das ist in diesem Fall unzweifelhaft der Punkt der Vermehrung, da sich die aus dem Geschlecht ergebenden biologischen oder funktionalen Unterschiede so auf das zu regelnde Lebensverhältnisse entscheidend auswirken, so daß gemeinsame Elemente überhaupt nicht zu erkennen sind bzw. zumindest vollkommen zurücktreten.

Wenn sich nun die Verfassungsrichter immer häufiger als Gesetzgeber und Herren über die Verfassung aufspielen, war und ist dies nicht so vorgesehen. Vielmehr sind diese Hüter der Verfassung, deren Aufgabe es u. a. ist, deren Grenzen zu wahren. Aufgabe der Verfassung ist auch, die dort verfassten Rechte und Werte in die Gesellschaft zu vermitteln.

In dem Sinne ist es ein Angriff auf die Verfassung, diese ohne Not und vor allem ohne Notwendigkeit verändern zu wollen. Wer Bestrebungen verfolgt, die Verfassung, insbesondere in deren Kernbereich verändern zu wollen, handelt verfassungsfeindlich.

Allgemeine Überlegungen

Zudem, wo behauptet wird, das Instituts Ehe sei zuerst etwas Religiöses, wird, wenn der Staat hier eingreift, aus einem- wie derzeit- Partner, ein Betreiber von Religion.

Ehe ist mehr als eine Liebes- und Versorgungsgemeinschaft (so die derzeitig ständig kolportierte Argumentation), ja selbst mehr als die sogenannte Keimzelle der Gesellschaft: Ehe ist in dem Aufeinanderbezogensein der zwei biologischen Geschlechter und der Vermehrung d. h. als integraler Bestandteil der Familie begründet. Ehe ist immer monogam, umfassend vereinigend über die eigene Existenz hinaus auf Kinder bezogen.

Definitionen, die das Wesen nicht verfügbarer Dinge (hier die Ehe) beschreiben (Realdefinitionen) sind nicht „individuell“, sondern allgemeingültig definiert. Weder der Staat, noch die Gesellschaft und schon gar nicht Einzelpersonen können diese willkürlich verändern oder neu definieren.

Ehe wurde jedoch historisch immer so verstanden, dies gilt im Prinzip für alle zivilisatorisch hochstehenden Kulturen, erst recht für unsere abendländische Kultur.

Selbst aus atheistisch-naturalistischer Perspektive ist diese eine ausser- bzw. vorstaatliche Institution. D. h. nicht der Staat stiftet oder definiert Ehe. Ehe besteht aus aus biologischer und funktionaler Sicht aus Mann und Frau und macht, als Vorstufe und integraler Aspekt von Familie, nur dann Sinn, wenn sie im natürlichen und herkömmlichen Sinn verstanden wird.

Dies gilt auch in gesellschaftlich-sozialer Hinsicht, da Ehen und Familien als Regel- und Idealfall Stabilitätsfaktoren bzw. sogar Vorstufe von Gesellschaft und Staat darstellen und aus eben diesen Gründen, zwar nicht, wie bereits ausgeführt, vom Staat konstituiert oder legitimiert, jedoch aber geschützt und gefördert werden.

Impliziert werden auch weitere Normen in Frage gestellt. Das primäre Erziehungsrecht der Eltern, das natürliche Recht der Kinder auf Schutz in der Familie etc. pp.

Homo-Ehe ist demokratiefeindlich

Ehe für alle ist auch ein Angriff auf die Religions- und Meinungsfreiheit. Insbesondere jene, welche lautstark Toleranz im Hinblick auf Minderheiten fordern, lassen selbige in Bezug auf religiöse Gruppen und Meinungen, hier die Diskussion um die „Ehe für alle“ (gleiches gilt aber auch für die Kritik am Feminismus, Genderismus etc.) vermissen. Wer nicht dafür ist, wird öffentlich diffamiert. Oder vor Gericht gezogen. Aber Meinungsfreiheit bedeutet, die Freiheit zu haben und sie anderen zuzugestehen, ungestraft anderer Meinung zu sein.

Adoption, Recht auf ein Kind

Ein „Recht auf ein Kind“ existiert grundsätzlich nicht, kann gar nicht existieren, da ein solches bspw. nicht durchsetz- oder einklagbar bzw. aus anderen Gründen nicht erfüllbar ist und zudem auch aus ethischen Erwägungen (Grenzen, Risiken, Gefahren und Fragwürdigkeit der Reproduktionsmedizin, der Leihmutterschaft, Auslandsadoptionen) zu hinterfragen wäre.

Was existiert, sind z. B. jedoch juristisch fassbare Rechte von Kindern in Bezug auf Ihre Abstammung (Persönlichkeitsrecht), menschliche Rechte, auf die Liebe seiner beiden eigenen biologischen Eltern (Vater und Mutter) und auch Großeltern, daraus folgende soziale Rechte, im Hinblick auf eine natürliche Förderung der eigenen Persönlichkeit und Rolle (elterliche Fürsorge) etc. pp.

Natürliche, biologische Elternschaft verbindet Kinder in der Generationenfolge ein Leben lang mit den beiden leiblichen Eltern und deren Eltern. Wohingegen die bloß rechtliche und soziale „Elternschaft“ von einer Person auf eine andere übergehen kann, wie es zum Beispiel in Stieffamilien oder bei Adoptionen der Fall ist

Ein bloß „menschenwürdig“, damit sich Personen, die natürlich keine Kinder bekommen können selbst verwirklichen können, ist nicht genug. Notlösungen (Adoption oder Pflegschaft durch eine natürliche Familie) sind für Notfälle das Beste was eben möglich ist, aber selbst dort niemals das Optimum.

Die bloße Behauptung eine „stabile und glückliche“ gleichgeschlechtliche Ehe kann einem Adoptiv-Kind genauso Rückhalt geben, wie eine Adoption in eine Ehe zwischen verschiedengeschlechtlichen Ehepartnern“ ist eben bloß dies: Eine bloße Behauptung.

Daher schützt und fördert die Verfassung insbesondere die Idee, das Konzept von bzw. Ehe und Familie an sich und nicht bloß das Vorhandensein von Kindern. Denn „Stabilität“, menschliche Nähe, Freundschaft etc. gibt es auch in Wohngruppen. Aber vielleicht ist ja ein Bienenstock oder ein Ameisenvolk das erwägenswerte sozialistische Vorbild: Stabilität und Ausbildung einer arbeitsfähigen Bevölkerung…

Geistliche Überlegungen

Insbesondere aus biblischer Perspektive ist die Definition der Ehe zwar prinzipiell vorgegeben, wird aber mittlerweile nicht nur von den liberalen, evangelischen Landeskirchen bestritten, sondern vereinzelt auch von Evangelikalen angezweifelt.

Die Bipolarität ist jedoch ein Schöpfungsprinzip und begründet die Ehe als Bund theologisch. Es ist daher vollkommen unsinnig, die Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu öffnen. Dies liefe ihrem Sinn und Zweck zuwider. Ein solcher Schritt wäre auch keine Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, sondern eine Reduzierung dessen, was Ehe ausmacht, eine Reduzierung auf eine allgemeine Form verbindlichen Zusammenlebens.

Luther schreibt zur Ehe folgendes:

„Aufs erste wollen wir sehen, welche Personen miteinander die Ehe schließen können. Und auf dass wir dazu einen passenden Eingang machen, nehmen wir uns den Spruch 1. Mose 1, 27 vor: »Gott schuf den Menschen, als Mann und Weib.« Auf Grund dieses Spruches sind wir sicher, dass Gott die Menschen in die zwei Teile geteilt hat: dass Mann und Weib oder ein Er und Sie sein soll. Und das hat ihm so gefallen, dass er’s selbst ein gutes Schöpfungswerk nennt (1. Mose 1, 31). Darum wie Gott seinen Leib einem jeden von uns geschaffen hat, so muss er ihn haben, und es steht nicht in unserer Gewalt, dass ich mich zu einem Weibsbild oder du dich zu einem Mannsbilde machest, sondern wie er mich und dich gemacht hat, so sind wir: ich ein Mann, du ein Weib. Und solch gutes Schöpfungswerk will er geehrt und als sein göttlich Werk unverachtet (gehalten) haben, dass der Mann das Weibsbild nicht verachte noch verspotte, und umgekehrt (auch) das Weib den Mann nicht, sondern dass ein jeglicher des andern Bild und Leib als ein göttlich gut Werk ehre, das Gott selbst wohl gefällt.“ Martin Luther
Quelle

Ehe – ein Geheimnis
„Um deswillen wird ein Mensch verlassen Vater und Mutter und seinem Weibe anhangen, und werden die zwei ein Fleisch sein.  Das Geheimnis ist groß; ich sage aber von Christo und der Gemeinde. (German Bible: Luther 1912) Epheser 5:31-32

Ehe – ein Bund
Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch. (Luther 1912) 1. Mose/Genesis 2:24

Den Ehelichen aber gebiete nicht ich, sondern der HERR, daß sich das Weib nicht scheide von dem Manne; (Luther 1912) 1. Korinther 7:10

Ehe – geschlechtergerecht
Sie erfüllt 50% Frauenquote.

Ausicht

Unionspolitiker dringen zum Glück nach wie vor auf eine Verfassungsklage- bspw. durch die bayerische Landesregierung- gegen die Ehe für alle. „Um Rechtsklarheit zu schaffen, empfehle ich, das Verfassungsgericht anzurufen“, erklärte (hier) bspw. Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU).

 

Linke Presse

Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat eine Studie über die politische Einstellung von SRG-Journalisten veröffentlicht.

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft ist für das öffentlich-rechtliche Programm verantwortlich, sozusagen ARD, ZDF und Dritte für die Schweiz.

Nun mag es durchaus landsmannschaftliche Unterschiede geben. Nichtsdestotrotz zeigt die Studie eine Tendenz auf, die auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar sein dürfte.

Die Resultate sind eindeutig und dürften viele in ihren Vorurteilen bestätigen: 70 Prozent der SRG-Journalisten bezeichnen sich als links, 16 Prozent zählen sich zur politischen Mitte und 16 Prozent der Befragten ordnen sich dem rechten Lager zu. Während sich keiner der Medienschaffenden auf der Skala zu ganz rechts aussen bekennt (Werte 9 und 10), bezeichnen sich immerhin 7,4 Prozent der Journalisten als links aussen (Werte 0 und 1).

Laut Studienautor Dingerkus unterscheiden sich SRG-Journalisten jedoch nicht signifikant von ihren Kollegen aus den privaten Medien – dort bezeichnen sich 62 Prozent als links. Dass die meisten Journalisten links sind, ist also kein Vorurteil, sondern Tatsache.
Quelle

Man versichert zwar, dass die Berichterstattung darunter nicht leiden würde, man objektiv und unabhängig bleiben würde, aber die Realität belegt das Gegenteil.