Gerüchte

Das Internet ist ein überaus nützliches Medium. Es kann jedoch, wie alle Dinge dieser Welt, sowohl positiv, wie negativ eingesetzt werden.

Eines der negativsten Dinge ist das Gerücht. Aktuell ist oftmals von Fake News oder Hoax die Rede. Dies sind lediglich moderne Begriffe für genau denselben Sachverhalt.

Ein Gerücht (griech. pheme bzw. phama; lat. fama), auch Ondit (frz. on dit ‚man sagt‘), ist eine unverbürgte Nachricht, die stets von allgemeinem bzw. öffentlichem Interesse ist, sich diffus verbreitet und deren Inhalt mehr oder weniger starken Veränderungen unterliegt.
Wikipedia

Ohne Zweifel beinhalten Gerüchte, Fake News oder Hoax oftmals Wahrheit bzw. Teilwahrheiten. Nicht selten sind es jedoch glatte Lügen. Oftmals beides. In den meisten Fällen jedoch, bedeuten Gerüchte Schaden und Rufschädigung für andere Personen.

Neben Gerüchten, einzelne Personen betreffend, werden auch unzählige Verschwörungstheorien- mit der Bitte, diese doch wiederum dringend weiter zu verteilen- in die Welt gesetzt.

Gerüchte und Verschwörungstheorien sind letztlich nichts anderes als perfide und zersetzende Zerstörungsmittel. Methoden, die Menschen seit Anfang an benutzen, sei es zwischenmenschlich, oder unter Staaten, in der Politik oder im Krieg, um andere Menschen zu vernichten.

Gerüchte vergiftet den Geist des Menschen, fördert Mißtrauen und verursachen Spaltung!

Gerüchte dienen dazu, eigene und selten offen kommunizierte Interessen subtil durchzusetzen, “unliebsame Gegner” anderer Meinung mundtot zu machen.

Wie sollen wir uns als Christen dazu verhalten?

Gerüchte, ob wahr oder unwahr, beschädigen den Ruf einer anderen Person. In den 10 Geboten heißt es:

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
5.Mose 5:20

Der Heidelberger Katechismus zeigt uns eine etwas weitergehende Bedeutung des 9. Gebots- über das Verbot der bloßen Lüge auf und erklärt:

112. Frage: Was will Gott im neunten Gebot?
Ich soll gegen niemanden falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen, nicht hinter seinem Rücken reden und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen als Werke des Teufels bei Gottes schwerem Zorn vermeiden. Vor Gericht und in all meinem Tun soll ich die Wahrheit lieben, sie aufrichtig sagen und bekennen und auch meines Nächsten Ehre und guten Ruf nach Kräften retten und fördern.

Hier wird deutlich, dass es um mehr als offenkundiges Lügen geht. Gott hat hier vielmehr das grundsätzlich Wohl des anderen im Blick. Wobei es sogar aktiv darum geht, für die Ehre, für den Ruf des anderen einzutreten!

Jesus Sirach, zwar kein inspirierter Autor, jedoch Verfasser manch weisen Wortes, hat dazu u. a. folgendes hinterlassen:

Erzähl nie ein Gerücht weiter, dann kann dir auch kein Schaden daraus entstehen.
Rede über keinen, weder Freund noch Feind!
Du darfst nur dann etwas bekannt machen, wenn du durch Schweigen schuldig würdest.
Wenn du über jemand redest und er erfährt es, dann traut er dir nicht mehr und bald hasst er dich.
Wenn du ein Gerücht hörst, nimm es mit ins Grab!
Hab keine Angst, du wirst nicht davon platzen!
Jesus Sirach* 19,7-10

 

Ein hoher Anspruch an dem wir alle wohl schon oft gescheitert sind und weiterhin werden! Aber unser Herr ruf uns dennoch zu, die Sünde zu lassen, der Heiligung nachzujagen, die Werke des Fleisches zu töten…

sdg
Andreas

*Luther über Jesus Sirach und andere Apokryphen:
„Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.“

 

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Bekenntnisloses Christentum?

Fragt man Christen nach ihrem Bekenntnis, erntet man nicht selten einen fragenden, irritierten Blick.

Bekenntnisse werden mit trockener, wenn nicht toter “Theologie” und “Dogmatik” verbunden. Beides steht oft im Verruf im Gegensatz zu einem lebendigen Christsein zu stehen. Um es kurz und deutlich zu formulieren: Größer könnte der Irrtum nicht sein. Bekenntnisse werden von Paulus und auch Christus selbst unmissverständlich gefordert:

Röm10:8b-10 Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.

Mt10:32-33 Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Bekenntnisse beinhalten konkrete Aussagen des Glaubens. Aussagen, die durch eine Kirche angenommen, auf der Schrift basierend, und in spezifisch-historischen Situationen verfasst wurden. Wo nicht bekannt wird, wird den Aussagen der Schrift folgend auch nicht geglaubt und wo kein Glaube ist, existiert keine Rettung, kein Leben.

In dieser Gefahr, der Gefahr eines bekenntnislosen Christentum steht die evangelikale Welt heute. Dort existieren in der Regel lediglich defizitäre Auskünfte über einen allgemeinen Glauben, welcher keine konfessionellen Unterschiede kennt.

Reformierte und lutherische Kirchen sind aus diesem Grund ausdrücklich konfessionelle Kirchen. Das heißt, konkrete Glaubensbekenntnisse bzw. eben Konfessionen (lateinisch confessio ‚Geständnis‘, ‚Bekenntnis‘) sind vorhanden, sie sehen ihre Wurzeln in der Kirche der ersten Christen, stehen in der Tradition der Reformation und bekennen die Irrtumslosigkeit der Schrift.

Verrücke nicht die uralte Grenze, die deine Väter gemacht haben! Sprüche 22:28

Bereits die ersten Christen haben den ihnen- durch die Apostel- überlieferten Glauben in prägnanten Formulierungen bekannt. Vielleicht das frühste Bekenntnis überhaupt, findet man in 1Kor 15:1-8

Das Evangelium, durch das man gerettet wird:

  • daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften
  • daß er begraben worden ist
  • daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften
  • daß er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen.

Die Formulierung von Bekenntnissen verfolgt vor allem anderen den Zweck

  1. Christus vor Gott und den Menschen zu bekennen und darüber hinaus Rechenschaft über den Inhalt des Glaubens abzulegen
  2. desweiteren stellen Bekenntnisse eine verbindliche Grenze zum Schutz gegenüber nicht-biblischen Lehren und Praktiken nach innen dar und vertreten die überlieferte Wahrheit aktiv nach aussen.
  3. nicht zuletzt vermitteln Bekenntnisse Kindern und Erwachsenen die wesentlichen Inhalte des biblisch-christlichen Glaubens und helfen dabei bei eines Sinnes zu sein und echte biblische Einheit zu leben.

Bekannt werden in Kontinuität mit den Vätern und der frühen Kirche die altkirchlichen Bekenntnisse, und mit der Kirche der Reformation die reformatorischen Solas. Als verbindliche Bekenntnisse werden verschiedene Bekenntnisse bekannt.

Ehe für alle – eine Kritik

Am 1. Oktober 2017 ist die sogenannte „Ehe für alle“ in Kraft getreten.

Nachdem jahrelang über dieses Thema gestritten wurde, ging auf einmal alles ganz schnell.

Während einer Podiumsdiskussion wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von einem Bürger gefragt, ab wann dieser seinen Freund Ehemann nennen könne. Merkel antwortete, dass sie die Diskussion in Richtung einer Gewissensentscheidung lenken wolle. Damit wich Merkel ohne Parteitagsbeschluss vom klaren Nein der Union zur Öffnung der Ehe ab und ermöglichte eine Gesetzesänderung.

Das diese Änderung gesellschaftlich begrüßt werden bzw. einer Mehrheit egal sein würde, hat weder Konservative, noch Christen überrascht. Insbesondere die EKD hat dieses Anliegen seit langem positiv begleitet, wenn nicht sogar ausdrücklich unterstützt.

Dabei existiert keine rechtliche, logische, moralische, historische oder gar biblische Begründung für eine Unterstützung der sogenannten Ehe für alle. Im Gegenteil, es existieren unzählige Gründe dagegen.

Rechtliche Überlegungen

Wenn schon Rasse oder Geschlecht keine legitime Grundlage darstellen, nach denen Rechte gewährt oder verweigert werden (Gleichheit vor dem Gesetz), gilt dies erst recht für eine wie auch immer ausfallende „sexuelle Orientierung“.

Ehe ist kein staatliches Konstrukt, kein Vertrag, sondern eine vorstaatliche Realität, welche ihre unverwechselbare Identität aus dem Aufeinanderbezogensein von Mann und Frau bezieht.

Der Staat definiert Ehe daher nicht, er erkennt lediglich reale Ehen als solche an.

Weiterhin existiert kein Recht auf eine Ehe. Weder darauf, einen bestimmten Menschen- weil man diesen z. B. liebt zu ehelichen, noch auf unterschiedliche Formen der Ehe.

Für den Schutz nach Art. 6 kommt es, nach allgemeiner juristischer Ansicht, weder auf die individuelle Zeugungs- oder Gebärfähigkeit noch auf den individuellen Fortpflanzungswillen an. Es geht um das Potential. In der Weimarer Verfassung war dies sogar noch deutlich im Gesetz verankert:

»Artikel 119

Die Ehe steht als Grundlage des Familienlebens
und der Erhaltung und Vermehrung
der Nation unter dem besonderen Schutz
der Verfassung. Sie beruht auf der Gleichberechtigung
der beiden Geschlechter.
Die Reinerhaltung, Gesundung und
soziale Förderung der Familie ist Aufgabe
des Staates und der Gemeinden. Kinderreiche
Familien haben Anspruch auf ausgleichende
Fürsorge …«
Quelle

Es wird auch nicht, wie oft angeführt behauptet, das Gleichheitsprinzip (Art. 3 GG) verletzt, da dieses besagt, dass Menschen an Würde und Rechten gleich sind, Ungleichbehandlung jedoch durch sachliche Gründe gerechtfertigt wird.

Art. 3 Abs. 1 GG verbietet nicht jede, sondern nur eine grundlose Ungleichbehandlung, die einer Rechtfertigung bedarf.

Das Gleichheitsprinzip im Sinne des Prinzips einer Gleichbehandlung muss daher immer- bspw. ethisch- abgewogen werden.

Gleiches darf nicht wesentlich ungleich, Ungleiches darf nicht wesentlich gleichbehandelt werden!
Quelle

Eine Ungleichbehandlung, die an das Geschlecht anknüpft, ist nach dem allgemeinen Gleichheitssatz, Art. 3 daher nur dann zulässig, wenn sie eine Lösung eines Problems darstellt, dass nur entweder bei Männern oder bei Frauen auftritt. Das ist in diesem Fall unzweifelhaft der Punkt der Vermehrung, da sich die aus dem Geschlecht ergebenden biologischen oder funktionalen Unterschiede so auf das zu regelnde Lebensverhältnisse entscheidend auswirken, so daß gemeinsame Elemente überhaupt nicht zu erkennen sind bzw. zumindest vollkommen zurücktreten.

Wenn sich nun die Verfassungsrichter immer häufiger als Gesetzgeber und Herren über die Verfassung aufspielen, war und ist dies nicht so vorgesehen. Vielmehr sind diese Hüter der Verfassung, deren Aufgabe es u. a. ist, deren Grenzen zu wahren. Aufgabe der Verfassung ist auch, die dort verfassten Rechte und Werte in die Gesellschaft zu vermitteln.

In dem Sinne ist es ein Angriff auf die Verfassung, diese ohne Not und vor allem ohne Notwendigkeit verändern zu wollen. Wer Bestrebungen verfolgt, die Verfassung, insbesondere in deren Kernbereich verändern zu wollen, handelt verfassungsfeindlich.

Allgemeine Überlegungen

Zudem, wo behauptet wird, das Instituts Ehe sei zuerst etwas Religiöses, wird, wenn der Staat hier eingreift, aus einem- wie derzeit- Partner, ein Betreiber von Religion.

Ehe ist mehr als eine Liebes- und Versorgungsgemeinschaft (so die derzeitig ständig kolportierte Argumentation), ja selbst mehr als die sogenannte Keimzelle der Gesellschaft: Ehe ist in dem Aufeinanderbezogensein der zwei biologischen Geschlechter und der Vermehrung d. h. als integraler Bestandteil der Familie begründet. Ehe ist immer monogam, umfassend vereinigend über die eigene Existenz hinaus auf Kinder bezogen.

Definitionen, die das Wesen nicht verfügbarer Dinge (hier die Ehe) beschreiben (Realdefinitionen) sind nicht „individuell“, sondern allgemeingültig definiert. Weder der Staat, noch die Gesellschaft und schon gar nicht Einzelpersonen können diese willkürlich verändern oder neu definieren.

Ehe wurde jedoch historisch immer so verstanden, dies gilt im Prinzip für alle zivilisatorisch hochstehenden Kulturen, erst recht für unsere abendländische Kultur.

Selbst aus atheistisch-naturalistischer Perspektive ist diese eine ausser- bzw. vorstaatliche Institution. D. h. nicht der Staat stiftet oder definiert Ehe. Ehe besteht aus aus biologischer und funktionaler Sicht aus Mann und Frau und macht, als Vorstufe und integraler Aspekt von Familie, nur dann Sinn, wenn sie im natürlichen und herkömmlichen Sinn verstanden wird.

Dies gilt auch in gesellschaftlich-sozialer Hinsicht, da Ehen und Familien als Regel- und Idealfall Stabilitätsfaktoren bzw. sogar Vorstufe von Gesellschaft und Staat darstellen und aus eben diesen Gründen, zwar nicht, wie bereits ausgeführt, vom Staat konstituiert oder legitimiert, jedoch aber geschützt und gefördert werden.

Impliziert werden auch weitere Normen in Frage gestellt. Das primäre Erziehungsrecht der Eltern, das natürliche Recht der Kinder auf Schutz in der Familie etc. pp.

Homo-Ehe ist demokratiefeindlich

Ehe für alle ist auch ein Angriff auf die Religions- und Meinungsfreiheit. Insbesondere jene, welche lautstark Toleranz im Hinblick auf Minderheiten fordern, lassen selbige in Bezug auf religiöse Gruppen und Meinungen, hier die Diskussion um die „Ehe für alle“ (gleiches gilt aber auch für die Kritik am Feminismus, Genderismus etc.) vermissen. Wer nicht dafür ist, wird öffentlich diffamiert. Oder vor Gericht gezogen. Aber Meinungsfreiheit bedeutet, die Freiheit zu haben und sie anderen zuzugestehen, ungestraft anderer Meinung zu sein.

Adoption, Recht auf ein Kind

Ein „Recht auf ein Kind“ existiert grundsätzlich nicht, kann gar nicht existieren, da ein solches bspw. nicht durchsetz- oder einklagbar bzw. aus anderen Gründen nicht erfüllbar ist und zudem auch aus ethischen Erwägungen (Grenzen, Risiken, Gefahren und Fragwürdigkeit der Reproduktionsmedizin, der Leihmutterschaft, Auslandsadoptionen) zu hinterfragen wäre.

Was existiert, sind z. B. jedoch juristisch fassbare Rechte von Kindern in Bezug auf Ihre Abstammung (Persönlichkeitsrecht), menschliche Rechte, auf die Liebe seiner beiden eigenen biologischen Eltern (Vater und Mutter) und auch Großeltern, daraus folgende soziale Rechte, im Hinblick auf eine natürliche Förderung der eigenen Persönlichkeit und Rolle (elterliche Fürsorge) etc. pp.

Natürliche, biologische Elternschaft verbindet Kinder in der Generationenfolge ein Leben lang mit den beiden leiblichen Eltern und deren Eltern. Wohingegen die bloß rechtliche und soziale „Elternschaft“ von einer Person auf eine andere übergehen kann, wie es zum Beispiel in Stieffamilien oder bei Adoptionen der Fall ist

Ein bloß „menschenwürdig“, damit sich Personen, die natürlich keine Kinder bekommen können selbst verwirklichen können, ist nicht genug. Notlösungen (Adoption oder Pflegschaft durch eine natürliche Familie) sind für Notfälle das Beste was eben möglich ist, aber selbst dort niemals das Optimum.

Die bloße Behauptung eine „stabile und glückliche“ gleichgeschlechtliche Ehe kann einem Adoptiv-Kind genauso Rückhalt geben, wie eine Adoption in eine Ehe zwischen verschiedengeschlechtlichen Ehepartnern“ ist eben bloß dies: Eine bloße Behauptung.

Daher schützt und fördert die Verfassung insbesondere die Idee, das Konzept von bzw. Ehe und Familie an sich und nicht bloß das Vorhandensein von Kindern. Denn „Stabilität“, menschliche Nähe, Freundschaft etc. gibt es auch in Wohngruppen. Aber vielleicht ist ja ein Bienenstock oder ein Ameisenvolk das erwägenswerte sozialistische Vorbild: Stabilität und Ausbildung einer arbeitsfähigen Bevölkerung…

Geistliche Überlegungen

Insbesondere aus biblischer Perspektive ist die Definition der Ehe zwar prinzipiell vorgegeben, wird aber mittlerweile nicht nur von den liberalen, evangelischen Landeskirchen bestritten, sondern vereinzelt auch von Evangelikalen angezweifelt.

Die Bipolarität ist jedoch ein Schöpfungsprinzip und begründet die Ehe als Bund theologisch. Es ist daher vollkommen unsinnig, die Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu öffnen. Dies liefe ihrem Sinn und Zweck zuwider. Ein solcher Schritt wäre auch keine Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, sondern eine Reduzierung dessen, was Ehe ausmacht, eine Reduzierung auf eine allgemeine Form verbindlichen Zusammenlebens.

Luther schreibt zur Ehe folgendes:

„Aufs erste wollen wir sehen, welche Personen miteinander die Ehe schließen können. Und auf dass wir dazu einen passenden Eingang machen, nehmen wir uns den Spruch 1. Mose 1, 27 vor: »Gott schuf den Menschen, als Mann und Weib.« Auf Grund dieses Spruches sind wir sicher, dass Gott die Menschen in die zwei Teile geteilt hat: dass Mann und Weib oder ein Er und Sie sein soll. Und das hat ihm so gefallen, dass er’s selbst ein gutes Schöpfungswerk nennt (1. Mose 1, 31). Darum wie Gott seinen Leib einem jeden von uns geschaffen hat, so muss er ihn haben, und es steht nicht in unserer Gewalt, dass ich mich zu einem Weibsbild oder du dich zu einem Mannsbilde machest, sondern wie er mich und dich gemacht hat, so sind wir: ich ein Mann, du ein Weib. Und solch gutes Schöpfungswerk will er geehrt und als sein göttlich Werk unverachtet (gehalten) haben, dass der Mann das Weibsbild nicht verachte noch verspotte, und umgekehrt (auch) das Weib den Mann nicht, sondern dass ein jeglicher des andern Bild und Leib als ein göttlich gut Werk ehre, das Gott selbst wohl gefällt.“ Martin Luther
Quelle

Ehe – ein Geheimnis
„Um deswillen wird ein Mensch verlassen Vater und Mutter und seinem Weibe anhangen, und werden die zwei ein Fleisch sein.  Das Geheimnis ist groß; ich sage aber von Christo und der Gemeinde. (German Bible: Luther 1912) Epheser 5:31-32

Ehe – ein Bund
Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch. (Luther 1912) 1. Mose/Genesis 2:24

Den Ehelichen aber gebiete nicht ich, sondern der HERR, daß sich das Weib nicht scheide von dem Manne; (Luther 1912) 1. Korinther 7:10

Ehe – geschlechtergerecht
Sie erfüllt 50% Frauenquote.

Ausicht

Unionspolitiker dringen zum Glück nach wie vor auf eine Verfassungsklage- bspw. durch die bayerische Landesregierung- gegen die Ehe für alle. „Um Rechtsklarheit zu schaffen, empfehle ich, das Verfassungsgericht anzurufen“, erklärte (hier) bspw. Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU).

 

Linke Presse

Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat eine Studie über die politische Einstellung von SRG-Journalisten veröffentlicht.

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft ist für das öffentlich-rechtliche Programm verantwortlich, sozusagen ARD, ZDF und Dritte für die Schweiz.

Nun mag es durchaus landsmannschaftliche Unterschiede geben. Nichtsdestotrotz zeigt die Studie eine Tendenz auf, die auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar sein dürfte.

Die Resultate sind eindeutig und dürften viele in ihren Vorurteilen bestätigen: 70 Prozent der SRG-Journalisten bezeichnen sich als links, 16 Prozent zählen sich zur politischen Mitte und 16 Prozent der Befragten ordnen sich dem rechten Lager zu. Während sich keiner der Medienschaffenden auf der Skala zu ganz rechts aussen bekennt (Werte 9 und 10), bezeichnen sich immerhin 7,4 Prozent der Journalisten als links aussen (Werte 0 und 1).

Laut Studienautor Dingerkus unterscheiden sich SRG-Journalisten jedoch nicht signifikant von ihren Kollegen aus den privaten Medien – dort bezeichnen sich 62 Prozent als links. Dass die meisten Journalisten links sind, ist also kein Vorurteil, sondern Tatsache.
Quelle

Man versichert zwar, dass die Berichterstattung darunter nicht leiden würde, man objektiv und unabhängig bleiben würde, aber die Realität belegt das Gegenteil.

Das „dritte Geschlecht“

Die Dekonstruktion der Realität wird weiter vorangetrieben.

Die heutige Zeit kann nun aber auch wirklich überfordernd sein. Nachdem man uns nun schon eine Weile mit der soziologischen „Erkenntnis“ unendlich vieler Geschlechter (Gender) „argumentativ“ bombardiert und dies auf mannigfaltige Weise durchsetzt, wird nun versucht, dies per Gerichtsbeschluss der echten Wissenschaft (Biologie) juristisch per höchstrichterlichen Beschluss aufzudrücken.

Es wird wohl nur ein erster Schritt, zu mehr Diversität, in dieser viel zu sehr auf Fakten basierten Disziplin sein!

Was sind denn nun die Fakten?

Ein äußerst geringer Prozentsatz von Menschen wird mit unbestimmtem Geschlechtsmerkmalen geboren. International wird dies medizinisch als Krankheit, als Gendefekt definiert (Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien).

Am 8. November 2017 verpflichtete nun das deutsche Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber, bis Ende 2018 für diesen Gendefekt einen dritten Geschlechtsbegriff neben männlich und weiblich im Geburtenregister zu ermöglichen oder allgemein auf einen Geschlechtseintrag zu verzichten.

Bei einer Chromosomenmutation wird die Struktur der Chromosomen verändert. Das heißt, es können Teile des Chromosoms fehlen, zusätzlich vorhanden oder uneindeutig ausgeprägt sein. Im vorliegenden Fall kommt es zu einer uneindeutigen Ausprägung des menschlichen Geschlechts (weitere Infos).Es handelt sich also um eine genetische Anormalität. Das ist, wenn auch wenig empathisch, jedoch völlig korrekt.

Die bisherige rechtliche Regelung war demnach sowohl rechtlich einwandfrei als auch dem Sachverhalt angemessen:

„In Deutschland wird laut § 22 Abs. 3 des Personenstandsgesetzes bei geschlechtlicher Uneindeutigkeit die Geburt ohne Angabe des Geschlechts in das Geburtenregister eingetragen. Im Einwohnermelderegister erfolgt dies mit der Ziffer 1 (ohne Angabe) statt den Buchstaben m (männlich) oder w (weiblich); bei der Datenübermittlung wird jedoch ein x verwendet. Das Geschlecht kann später nachgetragen werden, muss aber nicht; es bleibt dann unbestimmt. Wurde trotz Uneindeutigkeit ein Geschlecht eingetragen, so kann auch später der Geschlechtseintrag wieder gestrichen (also auf ohne Angabe gesetzt) werden. Im Reisepass ist dies mit dem Großbuchstaben X vermerkt. Das dritte Geschlechtsmerkmal steht nicht für ein einzelnes drittes Geschlecht im biologischen oder sozialen Sinn, sondern vermerkt den Umstand, dass die Person nicht eindeutig eingeordnet ist und formaljuristisch kein Geschlecht hat.“
Quelle: Wikipedia

Die neue- vom Gericht der Regierung beauftragte- Regelung, definiert Gendefekte (Chromosomenanomalien) zu einem neuen, biologisch nicht existenten dritten „Geschlecht“ um. Dies von, offenkundig von der Realität überforderten, ideologisierten, aber hochdotierten Juristen. Das Urteil des ersten Senats wurde bspw. von der früheren Direktorin des Genderkompetenz-Zentrums Berlins, Prof. Dr. Susanne Baer mit entschieden. Einer Richterin, die auf Vorschlag der Grünen zur Richterin am Bundesverfassungsgericht wurde.

Es ist der Zeitgeist bzw. dessen Betreiber, welche heute an den Schaltstellen der Macht, egal ob in Politik, Justiz oder den Medien sitzen, die solche Urteile oder eben Gesetze, wie aktuell das Ehe-für-alle-Gesetz ermöglichen bzw. forcieren.

Das Urteil ist sowohl aus wissenschaftlicher Sicht, wie auch aus theologischer Hinsicht vollkommener Unsinn, folgt aber stringent der Genderidologie. Die Herleitung der Begründung von zwei Geschlechtern aus biologischer Sicht, definiert Geschlechter über die Fortpflanzung. Mediziner stufen Intersexualität nach wie vor als „Störung“ respektive „Anomalie“, als Gendefekt (Chromosomenanomalien) ein.

Nicht zuletzt weil damit einhergeht, dass „normale“ Körperfunktionen wie z. B. Fruchtbarkeit ausfallen. Unfruchtbarkeit wird ja auch medizinisch erfasst, ohne dass damit Unfruchtbare sofort schlechtere Menschen sind – aber sie sind eben unfruchtbar und weichen damit von der geschlechtstypischen Norm ab.

Und auch die Bibel definiert den Menschen als Mann und Frau, nachdem sie diesen primär sogar als Bild Gottes bezeichnet. Wenn nun EKD und einzelne katholische Theologen das Urteil begrüßen, muss man diese fragen: Wann erschuf Gott die Dritten? Und wie nannte er sie? Natürlich ist jeder Mensch wertvoll und gewollt und unter dem Aspekt der Nächstenliebe auch mit Würde zu behandeln, aber wenn jeder Chromosomenfehler, wie bspw. auch Trisomie 21 eine ist, vom Bundesverfassungsgericht besonders bedacht würde, dann müsste noch etliches mehr in Deutschland geändert werden.

Trisomie 21 ist dabei genau das richtige Thema: Diese Menschen mit einem Gendefekt erfahren keinen besonderen Schutz vom Verfassungsgericht, sondern dürfen ermordet werden!

Weder das Gericht, noch Politiker, Medien, Kirchen oder irgendwelche Lobbyverbände werden sich abschließend über dieses Urteil freuen. Der Staat gibt hier seine Ordnungsfunktion gegenüber den individuellen Persönlichkeitsrechten auf und öffnet der Beliebigkeit Tür und Tor bzw. ermöglicht unabsehbare Ansprüche.

Was also nun? Eine Gruppe von Menschen hat „Recht“ bekommen. Was bedeutet dies für die Gesellschaft an sich?

„Intersexuelle Menschen werden ständig diskriminiert, nicht nur beim Gang zur Toilette. Deswegen ist die Forderung des Bundesverfassungsgerichts für uns ja so ein großer Erfolg – weil sie Folgeregelungen nach sich ziehen wird, die man bis jetzt gar nicht auf dem Schirm hatte. Was ist etwa mit geschlechtergetrenntem Sportunterricht? Mit getrennten Umkleidekabinen und Duschen in Schwimmbädern? Was ist mit der Elternschaft, bei der Festlegung von Vater und Mutter? Ich bin guter Dinge, dass sich nach dem heutigen Tag auch in diesen Bereichen viel tun wird.“ Quelle

Die bisherige Rechtslage trug der- ohne Zweifel schwierigen- persönlichen Situation Rechnung, indem bspw. toleriert wurde, das kein Eintrag in das Geburtsregister erfolgte. Nun wird jedoch ein Anspruch auf etwas etabliert, was sachlich nicht vorhanden ist.

Ein neuer Rechtsanspruch wird geschaffen und zukünftig die Mehrheit der Bevölkerung noch unvorhersehbar beschäftigen. Werden wir demnächst auf eine neue Anrede, „Sehr geehrte Damen, Herren und Dritte“, verpflichtet. Wird es neben der Frauenquote auch eine für Dritte geben, weitere sanitäre Anlagen? Sowohl das Ehe- als auch das Familienrecht, um nur die zwei wichtigsten Felder zu nennen, sind nämlich ganz und gar auf die binäre Geschlechtlichkeit ausgerichtet.

Ohne jeden Zweifel, es gibt Menschen, welche die genetischen Merkmale von Mann und Frau tragen. Aber dabei handelt es sich eben nicht um ein „drittes Geschlecht“.

Was wir brauchen ist keine Ideologie, sondern praktische Lösungen.

Auslöser der Reformation

Der äußere Anlass der Reformation war der Ablasshandel der römischen Kirche.

Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen; dieses Datum gilt als Auftakt zur Reformation, dem Beginn einer Veränderung, welche die Kirche und damit die damalige Welt in vielerlei Hinsicht erfasst und nachhaltig geprägt hat.

Kern der Reformation war und ist jedoch Martin Luthers Erkenntnis, dass der sündige und gottlose Mensch allein durch Glauben gerettet wird, aus göttlicher Gnade, nicht durch irgendwelche guten Werke, sondern durch Zurechnung des leiblich-geschichtlichen Sühnetodes von Gottes eigenem Sohn.

Aus Angst vor der römischen Lehre des Fegefeuers, kauften viele Leute Ablassbriefe. Die römische Kirche lehrte, das wer einen Ablassbrief kauft, von seinen Sünden befreit wäre. Der Preis für einen Ablass lag bei unterem und mittlerem Einkommen etwa bei einem durchschnittlichen Monatslohn.

Tetzels Ablaßpredigt
Es geschah im Jahr 1517, daß ein Predigermönch namens Johann Tetzel, ein großer Schreier, von sich reden machte, Herzog Friedrich hatte ihn früher einmal in Innsbruck vom Sack erlöst, denn Maximilian hatte ihn zum Ersäuftwerden im Inn verurteilt, vermutlich um seiner großen Tugend willen. Herzog Friedrich leg in daran erinnern, als er uns Wittenberger so zu lästern anfing; er gab es auch offen zu.
Derselbe Tetzel ging nun mit dem Ablaß hausieren und verkaufte Gnade ums Geld aus Leibeskräften, so teuer oder so wohlfeil er konnte. Zu der Zeit war ich hier im Kloster Prediger und ein neugebackener Doktor, von heißer Liebe zur Heiligen Schrift erfüllt.
Als nun viel Volks von Wittenberg dem Ablaß nachlief nach Jüterbog und Zerbst usw., ich aber – so gewiß mich mein Herr Christus erlöst hat – nicht wußte, was der Ablaß war (wie es auch sonst kein Mensch wußte), fing ich vorsichtig an zu predigen, man könne wohl etwas Besseres tun, das gewisser sei als Ablaßlösen. Schon früher hatte ich hier auf dem Schlosse gegen den Ablaß gepredigt, aber bei Herzog Friedrich keine Gnade verdient; denn er hatte sein Stift auch sehr lieb. Nun um zur rechten Ursache des „lutherischen Lärms“ zu kommen – ließ ich zunächst alles so gehen, wie es ging. Indes wird mir berichtet, Tetzel habe greuliche, schreckliche Artikel gepredigt, von denen ich diesmal einige nennen will
Er hätte solche Gnade und Gewalt vom Papst, daß er es vergeben könnte, wenn einer gleich die Jungfrau Maria, Gottes geschwächt oder geschwängert hätte, wenn derselbe nur in den Kasten lege, was sich gebührt.
Weiter: Das rote Ablaßkreuz mit dem Wappen das in den Kirchen aufgerichtet werde, sei ebenso kräftig wie das Kreuz Christi.
Ferner: Wenn St. Peter jetzt hier wäre, hätte er keine größere Gnade oder Gewalt, als er habe.
Ferner: Er wollte im Himmel mit St. Peter nicht tauschen, denn er hätte mit [seinem] Ablaß mehr Seelen erlöst als St. Peter mit seinem Predigen.
Ferner: Wenn einer Geld für eine Seele im Fegefeuer in den Kasten lege, führe die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel, sobald der Pfennig auf den Boden fiele und klänge.
Ferner: Die Ablaßgnade sei eben die Gnade, durch welche der Mensch mit Gott versöhnt werde.
Ferner: Es sei nicht nötig. Reue, Leid oder BuBe für die Sünden zu tun, wenn einer den Ablaß oder die Ablaßbriefe kaufte (eigentlich sollte ich sagen: gewönne). Er verkaufte auch [Ablaß für] künftige×Sünden. Derlei Dinge trieb er greulich viel; es war ihm dabei nur ums Geld zu tun.
Ich wußte aber zu jener Zeit noch nicht, für wen dies Geld bestimmt war. Da kam ein Büchlein heraus, gar herrlich unter dem Wappen des Bischofs von Magdeburg, in dem einige dieser Artikel den Ablaß-krämern zu predigen aufgetragen wurden. Da kam’s an den Tag, das Bischof Albrecht diesen Tetzel gedungen hatte, weil er ein so großer Schreier war…
Aus >Wider Hans Worst<. (1541). Was 51,538,23 ff“
Quelle: Heinrich Fausel, Dr. Martin Luther Sein Leben und Werk 1483 -1521

In vielen Kirchen, auch den sogenannten „evangelischen Freikirchen„, wird daher heute offiziell der Reformation gedacht. In einigen Bundesländern ist der Reformationstag sogar ein arbeitsfreier Feiertag.

Blickt man jedoch hinter die Kulissen, der aus der Reformation hervorgegangen evangelischen Kirchen, und auch der Freikirchen, ist festzustellen, dass von einem reformatorischen Erbe auf der einen Seite wenig übrig geblieben und auf der anderen Seite überhaupt gar nicht von einem solchen zu sprechen ist.

Denn nicht der ist bereits schon „evangelisch„, der sich evangelisch oder reformatorisch nennt, sondern der ist im eigentlichen Sinn evangelisch (und damit Erbe der Reformation), der auf dem Fundament reformatorischer Lehre und reformatorischer Bekenntnisse steht.

Abgesehen von konfessionellen, bekenntnisorientierten evangelischen Freikirchen, besitzen die meisten modernen Freikirchen historisch betrachtet, jedoch überhaupt gar keine historische Verwurzelung in der Reformation.

Das selbstgewählte Attribut „reformatorisch“ bzw. „evangelisch„, vieler sich so bezeichnenden Bewegungen und Gemeinden, trifft strenggenommen deshalb oftmals überhaupt nicht zu. Denn aus der Reformationszeit sind letztlich sogar drei „reformierte“ Strömungen hervorgegangen.

  • Am bekanntesten dabei fraglos einerseits die beiden reformatorischen Kirchen (lutherisch und die reformiert),
  • andererseits jedoch, nicht minder „reformiert“, die römisch katholische Kirche (Konzil von Trient).
  • Zumeist vergessen wird jedoch daneben der „linke Flügel“ bzw. die „radikale Reformation“ (Heinold Fast) und damit ein dritter Typus: eine sich als „restituierte“ Kirche (Wiederherstellung der neutestamentlichen Gemeinde, Franklin H. LittelI) verstehende Bewegung.

Zu dieser Bewegung werden neben den Täufern, die Spiritualisten und Schwärmer bzw. die Antitrinitarier gezählt. Wobei diese Gruppen nicht streng voneinander getrennt zu sehen sind und deren theologische Positionen („Schleitheimer Artikel“) fließend ineinander übergingen.

Vergleicht man nun die Glaubensüberzeugungen vieler heutiger Freikirchen, mit denen dieser Bewegung, lässt sich deren fortgesetzte Bezugnahme auf die Reformatoren m.E. nicht durchhalten. Diese wurden von den Reformatoren ebenso hart bekämpft und abgelehnt wurde wie die römische Verirrung. Und von dieser radikalen Spielart der Reformation ausgehend, über den Pietismus und eben nicht der eigentlichen Reformation entstand der heutige Evangelikalismus, welchem die sich oft zu unrecht „evangelisch“ nennenden Freikirchen angehören.

Formal sind die zwei protestantisch-evangelischen Konfessionen (reformiert/lutherisch) zwar noch den fünf Solas und den reformatorische Bekenntnisse verbunden, haben aber das reformatorischen Erbe fast vollständig über Bord geworfen. Die evangelischen Kirchen vertreten heute liberal-theologische Positionen, sowohl in der universitären Forschung bzw. innerhalb der reformatorischen Volkskirchen – egal ob lutherisch, reformiert oder uniert, welche mit der traditionell-orthodoxen reformatorischen Lehre respektive den nach wie vor offiziell geltenden Bekenntnissen und nicht zuletzt der Schrift im Widerspruch stehen (Bibelkritik, Ablehnung des Sühnetods etc.). Reformatorische Positionen wurden und werden verwässert und sogar aufgegeben.

Luther hatte es der römisch katholischen Kirche in Bezug auf die Rechtfertigung (articulus stantis et cadentis ecclesia) damals mit auf den Weg gegeben: Diese hatte ihren Anspruch katholische Kirche zu sein – seiner Meinung nach – eben selbst dadurch verloren, dass sie sich von der Quelle wegorientiert hat und seine eigene Katholizität keineswegs in Frage stellen lassen. Dies gilt ebenso für die heutigen evangelischen Kirchen.

Der Begriff “reformatorisch” oder „evangelisch“ stand und steht ohne wenn und aber für konkret faßbare Lehren und Bekenntnisse. Diese stehen jedoch wiederum in einem – oft fundamentalen – Gegensatz zu den allermeisten Glaubenssätzen evangelikaler Gemeinden, insbesondere in der Frage der Rechtfertigung. Luther oder Calvin würden jedoch auch das „Sola Scritura“ Verständnis weiter Teile des Evangelikalismus als nichtreformatorisch und schwärmerisch ansehen.

Ohne erneute Reformation der Kirchen (Ecclesia semper reformanda est) in Deutschland, einer Reformation am Wort Gottes, unabhängig davon ob es Landeskirchen oder Freikirchen betrifft, gilt die oben genannte Feststellung Luthers für beide.

sdg
Andreas