Evangelikale (BEFG) diskutieren über Haltung bezüglich Homosexualität!

Im Jahr 2010 wurde die Frauenordination im Bund der Freien evangelischen Gemeinden (BFEG) (hier & hier ) eingeführt. Die Ordination von Frauen für den Dienst als Pastor oder im Ältestendienst ist mittlerweile akzeptierte Praxis nicht nur im BFEG, sondern auch im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Dort bereits sogar seit 1992. Zwei der großen evangelikalen Gemeindebünde in Deutschland haben somit einen großen Schritt in Richtung Liberalisierung getan. Dies gilt ebenso für den Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) und diverse anderer evangelikaler Bünde (siehe Wikipedia).

Im Rahmen der damaligen Diskussionen wurde dies von konservativen Stimmen immer wieder als „Dammbruch“- auch im Hinblick auf andere Themen u. a. der Haltung gegenüber Homosexualität- empfunden und auch so bezeichnet. Eindeutige Aussagen der Schrift werden mit weitreichenden Konsequenzen ignoriert bzw. bibelkritisch umgedeutet und sich dem postmodernen Zeitgeist der Gesellschaft angepasst.
Bereits damals wurde vermutet, dass vergleichbar den Evangelischen Landeskirchen, in denen diese Trends Jahrzehnte davor umgesetzt wurden, auch das Thema Homosexualität auf der Tagesordnung erscheinen werde. Vereinzelte evangelikale Stimmen in dieser Richtung, wurden in Deutschland bereits ein Jahr nach der Zulassung der Frauenordination in dem BFEG laut (hier & hier).
Pastor Fritz Holdinghausen bezweifelte bereits in einem Leserbrief, dass die Bibel homosexuelle Partnerschaften eindeutig ablehnt. Damals verwies mich der Pressesprecher des BFEG auf die damalige Mehrheitsposition innerhalb des BFEG, die sich einer Stellungnahme aus dem Jahre 2004 nach, nicht an der veränderten Bewertung durch die Gesellschaft orientiere (hier).
Nun ist bekannt, dass sich „Mehrheitsverhältnisse“ in den Gremien dieser Gemeindebünde mit der Zeit ändern können. Im BEFG zeichnet sich derzeit eine solche Veränderung ab, womit dieser erneut eine Vorreiterrolle einnimmt. IDEA berichtet aktuell darüber, dass deren Bundesratstagung in einer „kontroversen Diskussion über deren Haltung zum Thema Homosexualität ringe„.

 

„Wie am Rande des Treffens vom 29. bis 31. Mai in Kassel bekannt wurde, haben 80 Pastoren in einer Erklärung unter dem Motto „Unser Ja zu Gottes Ebenbild als Mann und Frau“ festgehalten, dass Homosexualität in der Heiligen Schrift keinerlei Wertschätzung finde und stets als Sünde bezeichnet werde. […] Der Präsident der Freikirche, Hartmut Riemenschneider (Pinneberg), bestätigte den Eingang der Erklärung. Er ging aber nicht auf den Inhalt ein. Auslöser für die Debatte über die Homosexualität auf der Tagung war ein Offener Brief des Präsidiums vom Februar 2013. Darin hatte sich das Leitungsgremium der Freikirche für die ehrenamtliche Mitarbeit homosexuell lebender Mitglieder in der Gemeinde ausgesprochen, aber praktizierte Homosexualität unter Geistlichen abgelehnt. […]  In der Aussprache wurde deutlich, dass es unter den 570 Delegierten eine große Bandbreite an Überzeugungen gibt. Sie reiche von der Segnung homosexueller Paare bis zur strikten Abgrenzung von homosexuellen Praktiken. (Quelle: IDEA)

In einigen Gemeinden des BEFG, gebe es laut Idea bereits Homosexuelle in der Gemeindeleitung. Zum Thema Homosexualität habe ich bereits vor längerem einen ausführlichen Artikel veröffentlicht (hier).
Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob rechtfertigende Gründe dafür existieren, in solchen Bünden als Ortsgemeinde zu verbleiben? Ich meine nein.
SDG
Andreas
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