Wann soll ich meine Gemeinde verlassen?

Es gibt richtige, biblische Gründe eine Gemeinde zu verlassen und es gibt falsche Gründe. Misstrauisch sollte man immer dann (auch gegenüber der eigenen Person) sein, wenn sich die Begründung um eigene Befindlichkeiten dreht. Man den Pastor nicht mag, das Programm, die Musik oder vergleichbares nicht passt.

Wo ist jedoch die Grenze, nach welchen Kriterien kann man sich richten? Sebastian Heck, Pastor der SERK hat in einem Artikel verschiedene Aspekte benannt, die helfen sich dieser schwierigen Frage anzunähern.

Die schon angesprochenen Merkmale geben uns den Rahmen vor:

  • wenn in der Gemeinde, in die ich Woche für Woche gehe und wo ich Mitglied bin, nur ab und zu das Evangelium (das heißt das, was Jesus Christus objektiv und tatsächlich in der Geschichte zur Erlösung der Seinen getan hat) gepredigt wird…
  • wenn in meiner Gemeinde überhaupt nur ab und zu wirklich direkt und unmittelbar aus dem Text der Heiligen Schrift (und nicht aus dem »Erfahrungsschatz« sowie den »Erlebnissen« des Pastors) gepredigt wird…
  • wenn die Bibel, die gepredigt wird, nicht mehr als das wahre, unfehlbare, irrtumslose, ewige Wort des lebendigen Gottes behandelt wird (sondern als ein Buch mit Fehlern, die der Zeit entspringen oder gar ein »menschliches allzumenschliches« Dokument)…
  • wenn ein »Evangelium« gepredigt wird, das nicht das des Galaterbriefs ist (vgl. Gal 1,7-9), sondern eins, in dem auch unsere Taten und Werke eine Rolle spielen…
  • wenn damit Gesetz & Evangelium nicht klar geschieden, sondern immer wieder vermengt werden…
  • wenn Rechtfertigung & Heiligung nicht klar geschieden, sondern immer wieder vermengt werden, so dass der »kleine Mann« in der Gemeinde nicht mehr weiß, wo das eine aufhört und das andere anfängt…
  • wenn die zwei biblischen und von unserm Herrn Jesus Christus eingesetzten Sakramente keine zentrale Rolle als »sichtbares Evangelium« mehr spielen…
  • wenn die Sakramente zu Automatismen werden (getauft=gerettet; Brot gegessen und Wein getrunken=wirklich den Leib Christi gegessen) (2Tim 3,5)…
  • wenn die Sakramente ihres Sinns entleert und bloße kollektive »Erinnerungsakte« oder sogar menschlich-gesetzliche »Gehorsamsakte« werden…
  • wenn die Pastoren und Ältesten Sünde, insbesondere »öffentliche Sünde« bei sich und bei den Gemeindegliedern nicht mehr Ernst nehmen (1Kor 5,1-71Kor 5,9-11); so Ernst, dass Konsequenzen der heilsamen Kirchenzucht daraus gezogen werden (Röm 16,17)…

…dann ist es an der Zeit, dass wir uns ehrlich und aufrichtig vor Gott die Gewissensfrage stellen. Wir müssen Gott mehr gehorchen als Menschen (Apg 5,29)! Wenn das Gesagte unsere Kirche beschreibt, dann ist es an der Zeit zu gehen. Auch wenn damit Beziehungen zerbrechen und Enttäuschungen vorprogrammiert sind! Auch wenn dann die – in Deutschland sehr schwierige – Suche nach Alternativen erst losgeht! Quelle

Eine Alternative kann auf die Gründung einer Gemeinde hinauslaufen.

sdg
apologet

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