Reformatorisches Netzwerk: Evangelium21

Vor ein paar Wochen habe ich bereits auf die Evangelium21-Konferenz (18-20. August 2011) hingewiesen. Ron Kubsch, Dozent für Apologetik und Neuere Theologiegeschichte am Martin Bucer Seminar und Autor von TheoBlog hat nun das dahinterstehende Netzwerk und dessen Motivation etwas näher vorgestellt.

Mehrmals haben wir hier schon darüber nachgedacht, ob wir in Deutschland ein Netzwerk für reformatorisch gesonnene Christen benötigen. Langsam kommt nun etwas in Bewegung. 2009 hatte sich erstmals ein Kreis von ungefähr 15 Pastoren, Verlegern und Theologen in München getroffen, um über Fragen des Evangeliums im deutschsprachigen Raum zu sprechen. Zu sehen, dass junge Christen aus verschiedenen Gemeinden, Kirchen und Bünden das Verlangen spüren, wieder Gott und sein befreiendes Evangelium in die Mitte von Gemeinde, Mission, Seelsorge und Leben zu stellen, hat mich damals sehr gefreut.

Auch John Piper war dabei und hat uns ermutigt, ähnlich wie die Gospel Coalition in Nordamerika, für Christen mit entsprechenden Präferenzen im deutschsprachigen Europa eine Plattform anzubieten.

Eine wirklich interessante Entwicklung und ein hoher Anspruch! Ich bin gespannt und freue mich daher insbesondere auf die diesjährige Konferenz… und ich gestehe, noch ein wenig mehr auf die Konferenz im kommenden Jahr!

Eine Folgekonferenz ist für das Jahr 2012 geplant. Bei diesem Treffen soll es vor allem um die Heilige Schrift und ihre Auslegung gehen. Erfreulicherweise haben Professor Donald Carson und Dr. John Piper bereits zugesagt.

Mir gefällt sowohl die Motivation, wie auch die Zielsetzung und ich verbinde damit durchaus ein wenig Hoffnung für das reformatorische Anliegen in Deutschland.

sdg
apologet

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Von der ewigen Vorherbestimmung Gottes

Gewisse Themen haben es an sich, Widerspruch oder gar Streit zu provozieren. Und wenn ein Thema existiert das dazu „prädestiniert“ ist, dann ist es das Thema „Vorherbestimmung„. Der Reformatorische Verlag Beese hat aktuell ein Buch zu diesem Thema herausgegeben, welches sich dieser Frage intensiver und ausführlicher nähert als die Institutio:  Johannes Calvin „Von der ewigen Vorherbestimmung Gottes“ (De aeterna Dei praedestinatione), übersetzt und herausgegeben von Wilhelm H. Neuser.

Es handelt sich bei diesem Buch jedoch keineswegs um eine Auskopplung aus der Institutio oder um einen einzelnen Brief. Es ist eine theologische Verteidigungschrift, welche auf konkrete Vorwürfe dezidiert antwortet und diese widerlegt.

Calvins Gegner, mit denen er sich in dieser Schrift auseinandersetzt, sind Jerome Bolsec, Albert Pighius und Georgius Siculus. Sie bestreiten die Richtigkeit seiner Prädestinationslehre. Hinzu kommt eine Gruppe evangelischer Theologen, die seine Erwählungslehre anerkennen, seine Lehre vom Ratschluss Gottes über die Verdammten jedoch ablehnen. Er nennt sie „modesti quidam homines“. Gemeint sind die Basler, Berner und Zürcher Theologen. Seine Gegner kommen also aus dem katholischen Lager (Bolsec und Pighius), aus dem italienischen Spiritualismus (Siculus) und aus dem schweizerischen Protestantismus. Sie haben als Gegner ein sehr unterschiedliches Gewicht. (S. VII)

Nicht erst der Prozess gegen Bolsec veranlasste Calvin, die Prädestinationslehre zu verteidigen. Am 15. August 1551 schreibt er: „Die Brüder in Italien haben gewünscht, dass ich die Schrift des Georgius Siculus widerlege“. [Der Brief Nr. 324 (1551)] Er lehne es aber ab, jeden bellenden Hund durch eine besondere Schrift zurückzuweisen. Es sei besser, einige der Gegner keiner Antwort zu würdigen. …“ (S. XI)

„… am 7. Januar 1552 lag der Teil gegen Pighius zumindest Beza und Viret in Lausanne vor. Calvin hatte sie um ihr Urteil gebeten. Am 21. Januar 1552 suchte Calvin im Namen der Genfer Prediger im Rat um Druckerlaubnis nach. Er führte aus: Nicht nur Bolsec sei aufgetreten, sondern auch in Italien und anderswo hätten neulich Männer gegen die Prädestinationslehre geschrieben. Daher müsste jenen eine öffentliche Antwort gegeben werden. Der Rat stimmte dem Antrag zu. …“ (S. XII / XIII)

Briefe Calvins aus dem Jahr 1551 und 1552 können einen Einblick verschaffen, was z.B. Calvin mit einem Bolsec genau zu tun hatte und wie sich Gegner wie Bolsec verhielten. Dass Calvin im Namen seiner Kollegen diese Schrift (Consensus Genevensis) dem Rat von Genf widmete kann dort ebenso gelesen werden …. unter www.glaubensstimme.de

Das Buch kann beim Betanien-Verlag (hier) oder direkt bei christian@rvbeese.de bezogen werden.

sdg
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Bekennende Kirche Nr. 44

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Die „(Heils-)Notwendigkeit der Kirche“ von Sebastian Heck als Vortrag

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Weltanschauungen und deren Einfluß

Weltanschauungen. Sie besitzen sowohl erheblichen Einfluss auf unser Denken, die Art und Weise wie das persönliche Leben gestaltet und bewertet, als auch darauf, wie der Tod und das Sterben gesehen wird.

Der (religionskritische) Philosoph und Publizist Arno Widmann schreibt bewundernd über „die Kraft und den Mut zu einer selbstbestimmten Entscheidung und Tat“,  wie er es nennt: den Suizid von Gunter Sachs. Er huldigt in seinem Artikel einem Lebensprinzip, welches „Leben“ ausschließlich dann als „würdevoll“ anerkennt, wenn es selbstbestimmt, schön, gesund, möglichst reich geführt werden kann. Er schreibt über den Abschiedsbrief und Selbstmord:

Oh, könnten wir einmal in einer Welt leben, in der ein solcher Brief in unseren Schulbüchern stände, um uns über das richtige Leben, zu dem das richtige Sterben ja auch gehört, aufzuklären.

Dieser Brief kommt von weit, von sehr weit her. Wie aus der Antike. Der Brief eines stoischen Philosophen. Der Brief eines Mannes, der in der Lage ist, seine Situation zu bedenken, und der die Kraft hat zu einer freien Entscheidung und den Mut, sie in die Tat umzusetzen. […]

Gunter Sachs hatte den Verdacht, dass er nicht mehr lange in der Lage sein würde, diese Abwägung zu leisten, dass er also die „geistige Kontrolle über sich“ verlieren würde. Das wollte er nicht. Also erschoss er sich. Ich bewundere das. Schon weil ich nicht einmal fähig zur Herstellung der Bilanz bin. Ich glaube, die meisten Menschen sind eher schwach wie ich es bin. Aber wir sollten uns freuen, dass es immer wieder Menschen gibt wie diesen Gunter Sachs. berlinonline.de

Selbst wenn man die weiterführenden Implikationen einer solchen Philosophie beiseitelässt, empfinde ich diese als erschreckend, geradezu entsetzlich!

Menschliche Würde ist mindestens gleichermaßen bei Armut, Behinderung, Krankheit, Entstellung oder Leid vorhanden. Größere Kraft, mehr Mut gehört dazu sein Leben mit allem was dazu gehört anzunehmen und sinnvoll zu leben.

Welchen Schluss soll die überwiegenden Mehrheit der Weltbevölkerung aus der Philosophie Arno Widmann ziehen?

sdg
apologet

weiterführende Artikel
Update: The European.de: Gunter Sachs ist tot – Keine Heldentat

ART – „Tag der offenen Tür“ am 18. Mai 2011

Am 18. Mai 2011 findet wieder der „Tag der offenen Tür“  der Akademie für Reformatorische Theologie statt. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. An diesem Tag hat jeder die Gelegenheit, sich mit der Arbeit der ART vertraut zu machen. Besonders Studieninteressierte können sich über den Inhalt des Studiums informieren. Der Tag fängt um 10:00 Uhr mit einer öffentlichen theologischen Vorlesung an. Um 11:00 Uhr folgt der wöchentliche Gottesdienst. Danach eine weitere theologische Vorlesung und die Arbeit an der ART wird dargestellt. In den Pausen ergeben sich sicher viele gute Gelegenheiten für Gespräche.

Ab 9 Uhr Begrüßung

10.10 Uhr Vorlesung
Dr. Victor E. d’Assonville
Das Bekennen des Bekennens.
Über die Notwendigkeit von Bekenntnisschriften

11.10 Uhr Gottesdienst
Predigt: Dr. Jürgen-Burkhard Klautke

12.10 Uhr Vorlesung
Dr. Jürgen-Burkhard Klautke
Recht auf Homosexualität und Pädophilie?

13.10 Uhr
Dr. Victor E. d’Assonville
Präsentation der ART

13.30 Uhr
Gemeinsames Mittagsessen
Anmeldung im Sekretariat: 0511— 646 898 30
art@reformatio.de

Weitere Information unter der Hompage: www.reformatio.de

The Time 100 – Evangelikaler Pastor dabei

Zusammen mit Barak Obama, Angela Merkel und anderen Bekannten aus Politik, Wirtschaft und den Medien, wird aktuell auch ein evangelikaler Pastor zu den 100 einflußreichsten Persönlichkeiten gerechnet. Was zunächst erfreulich klingt, mag bei genauerem Hinsehen bedenklich stimmen. Denn der evangelikale Pastor heißt Rob Bell.

Georg Walter schreibt auf seinem Blog:

Bells neuestes Buch Love Wins ist in den USA ein Bestseller und wurde rechtzeitig vor dem Willow Creek Jugendplus Kongress 2011, der vom 6. – 8. Mai 2011 stattfand, vom Brunnen Verlag, Gießen, in der deutschen Übersetzung mit dem Titel Das letzte Wort hat die Liebe herausgebracht. Rob Bell war auf dem diesjährigen Jugendplus Kongress einer der Hauptredner.

Ironischerweise steht der Titel der deutschen Ausgabe im Widerspruch zu Rob Bells postmodernen Denken, das in der Emerging Church vorherrschend ist. Letztgültige, absolute Aussagen kann man aus ihrer Sicht nicht machen. Das letzte Wort in einer Sache kann demnach niemand und nichts in dieser zeitlichen Ordnung haben – kein Mensch „kann wissen, wie alles endet.“ Wie will Bell, der „nicht weiß, wie alles endet,“ also wissen, dass die Liebe das letzte Wort haben wird? weiterlesen bei DistomosBlog

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