Irak: Hesekiels Grab soll mit Moschee überbaut werden

Jerusalem/Bagdad (idea) – Im Irak soll die Erinnerung an das Judentum ausgelöscht werden. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Danach wollen irakische Behörden die Grabstätte des alttestamentlichen Propheten Hesekiel in Al-Kifl bei Bagdad mit einer großen Moschee überbauen. Das Heiligtum, das für Juden und auch Christen eine beliebte Pilgerstätte ist, enthält zahlreiche jüdische Inschriften sowie einen Thora-Schrein. Auch als Muslime im 14. Jahrhundert in unmittelbarer Nachbarschaft ein Minarett errichteten, blieb der jüdische Charakter der Grabanlage erhalten. Jetzt wollen islamische Führer offensichtlich durchsetzen, dass sämtliche Beweise vernichtet werden, dass Juden jemals im Irak lebten. Der „Jerusalem Post“ zufolge wurden einige Inschriften des Hesekiel-Grabes schon zerstört. Auch die Gräber der Propheten Esra, Nehemia, Nahum, Jona und Daniel befinden sich im Irak.
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Öffentliche Kritik an Predigten?

Öffentliche Kritik, an öffentlichen Äußerungen allgemein, insbesondere aber an Predigten oder sonstigen geistlichen Veröffentlichungen wird selten goutiert, schnell als „richten“ gebrandmarkt. Belesene Geschwister verweisen auf Mt7 und warnen davor zu richten, oder auf Mt18 und fordern eine nichtöffentliche Aussprache. Im Extremfall wird sogar Ps105,15 zitiert: »Tastet meine Gesalbten nicht an, und tut meinen Propheten kein Leid!«. Ist es im engeren Rahmen z.B. der eigenen Gemeinde durchaus möglich und angebracht seine Kritik persönlich vorzubringen, wird dies schwierig bis praktisch unmöglich, wenn es sich um Personen handelt, zu denen man keinen unmittelbaren Zugang besitzt bspw. Personen des öffentlichen Lebens. Stellt öffentliche Kritik in Wort oder Schrift tatsächlich ein schriftwidriges Vorgehen dar?

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Feindesliebe

Nicht selten ist zu hören, der Gott des Alten Testaments sei ein unbarmherziger, ja ein grausamer Gott. Der Gott des Neuen Testaments dagegen ein Gott der Liebe, sogar der Feindesliebe.

Dieser Vorwurf kommt nicht nur von ausgesprochenen Atheisten oder erklärten Gegnern des Christentums, nein, auch unter Christen ist diese Meinung zuweilen unterschwellig vorhanden. Man zitiert die Bergpredigt und meint dort zu lesen, daß das Alte Testament durchaus Hass auf Feinde toleriere. Kann das wirklich sein? Weiterlesen „Feindesliebe“

Evangelikale Gemeindemodelle und deren Evangelisationverständnisse

Mark Dever skizziert in seinem Buch, „9 Merkmale einer gesunden Gemeinde“ einleitend moderne, evangelikale Gemeindemodelle und deren Evangelisationverständnisse.  Ausgehend von der reformatorisch bzw. biblischen Erkenntnis “Wo auch immer wir das Wort Gottes unverfälscht gepredigt und gehört, die Sakramente gemäß der Einsetzung Christi ausgerichtet sehen, dürfen wir nicht zweifeln, dass dort eine Kirche Gottes existiert.” (Johannes Calvin, Institutio, Buch IV.1.9.) versucht er von diesen, 9 biblische Merkmale abzuleiten.

Mark Dever formuliert die Zielrichtung seines Buches wie folgt:

Dieses Buch stellt dar, wie man die biblische Predigt und Gemeindeleitung wiederentdecken kann in einer Zeit, in der allzu viele Gemeinden in einem rein äußerlichen und oberflächlichen Christentum und dem daraus folgenden Pragmatismus sowie Belanglosigkeiten stecken bleiben. Das Ziel vieler evangelikaler Gemeinden hat sich verschoben, nämlich weg von der Verherrlichung Gottes hin zu einem reinen zahlenmäßigen Wachstum – mit der Annahme, dass dieses Ziel, auf welchem Weg auch immer es erreicht wird – Gott verherrlichen muss. Mark Dever

Er unterscheidet evangelikalen Gemeinde in drei Typen, die unabhängig von anderen Unterscheidungsmerkmalen erkennbar werden:

Moderne evangelikale Gemeindemodelle und deren Evangelisationverständnis

  • liberal
    F.D.E. Schleiermacher -> Evangeliumsvermittlung durch Anpassung an den Zeitgeist (soziale Dienste)
  • besucherfreundlich
    Bill Hybels -> Evangeliumsvermittlung durch Anpassung an die Bedürfnisse (Musik)
  • traditionell
    Billy Graham -> Evangeliumsvermittlung durch Anpassung der Methodik (Programme)

Gemeinsamkeit und Schlüsselindiz  -> Relevanz und Resonanz

Diesen Gemeindetypen versucht Dever ein biblisches Gegenmodell gegenüber zu stellen:

Das biblische Gemeindemodell und dessen Evangelisationverständnis

  • biblisch
    Evangeliumsvermittlung ohne Anpassung an die Kultur, sondern Abhebung und Unterscheidung (Predigt des Evangeliums)

Schlüsselindikator -> kein sichtbarer Erfolg, sondern Treue:

  1. Auslegungspredigt
  2. Biblische Theologie
  3. Evangelium
  4. Belehrung
  5. Evangelisation
  6. Gemeindemitgliedschaft
  7. Gemeindezucht
  8. Geistliches Wachstum
  9. Biblische Gemeindeleitung

Wenn auch die beiden – eingangs genannten – Kirche konstituierenden Elemente: Predigt und Sakramente formal in allen Kirchen vorhanden sind, fehlen nach Aussage Dever’s  in vielen Gemeinden, egal ob liberal, besucherfreundlich oder traditionell jeweils einige oder sogar alle vorgenannten Eigenschaften.

Wenn es das Ziel der Gemeinde ist, zu wachsen, dann erreicht man das dadurch, dass man es den Leuten gemütlich macht. Und wenn die Menschen dann entdecken, dass es noch andere Wege gibt, auf die man es gemütlich haben kann, dann verlassen sie die Gemeinde, die man dann nicht mehr braucht. Die relevante Kirche sät so den Samen ihrer eigenen Irrelevanz und gibt obendrein noch ihre Identität preis. Heute ist die große Frage die, wie man die geburtenstarken Jahrgänge zurück in die Gemeinden holt und welche Techniken und Methoden hier Wunder wirken werden. Es werden Umfragen darüber gemacht, was die baby boomers wollen, und die Gemeinden wettstreiten miteinander, ihnen genau das zu geben. Carl S. Braaten, „The Gospel for a Neopagan Cultur“

Ein unbedingt lesenswertes Buch, welches grundlegende biblische Prinzipien herausarbeitet, auf Gefahren und Probleme hinweist, dabei jedoch weder den Anspruch erhebt, noch erfüllt, eine umfängliche ekklesiologische Abhandlung zu bieten.

sdg
apologet

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Leseprobe

Martyn Lloyd-Jones – biblische Evangelisation

Einer der bekanntesten und einflussreichsten evangelikalen Prediger Londons,  Martyn Lloyd-Jones beteiligte sich nicht an der Großevangelisation, welche Billy Graham 1954 in dieser Metropole durchführte. Später, 1966, kam es zu einem Gespräch zwischen beiden, bei welchem Graham Lloyd-Jones den Vorsitz eines evangelistischen Kongresses antrug. Lloyd-Jones schlug Graham einen „Handel“ vor. Wenn Graham erstens auf die Unterstützung und das Sponsoring liberaler und katholischer Theologen und zweitens auf das „Invitation-System“, den „Altarruf“ verzichten würde, wäre er dazu bereit. Es waren inhaltliche, geistliche Gründe die Lloyd-Jones davon Abstand nehmen ließen die Methoden Graham’s zu übernehmen. Dr. Wolfgang Nestvogel führt in zwei praktischen Vorträgen nicht nur die Gründe aus die dagegen sprechen, sondern versteht es auch hervorragend an dem historischen Beispiel Lloyd-Jones einerseits und dem Zeugnis der Schrift andererseits zu erläutern, was die Bibel unter biblischer Evangelisation versteht. Weiterlesen „Martyn Lloyd-Jones – biblische Evangelisation“

Wesen und Inhalt biblischer Prophetie

Was ist unter „biblischer Prophetie“ zu verstehen? Nicht selten, auch unter Christen, wird offensichtlich „Präkognikation“ bzw. Wahrsagerei oder Zukunftsvorhersage darunter verstanden. Der Schrift ist zu entnehmen, daß Propheten in der Geschichte des Gottesvolkes sehr selten waren (mit teilweise Jahrhunderte dauernden Unterbrechungen), und diesem jeweils spezifische Botschaften zu übermitteln hatten. Zwischen dem letzten AT-Propheten und dem Erscheinen des Messias lagen rund 400 Jahre. Was ist das Wesen biblischer Prophetie? Weiterlesen „Wesen und Inhalt biblischer Prophetie“

Apostel, Aufgaben und Kriterien

Wenn auf der einen Seite die Frage nach der Existenz einer historischen weiblichen Apostelin Junia gestellt wird, muß man heute auch die Frage nach einem modernen Apostolat stellen. Verschiedene Aussagen der neutestamentlichen Briefe werden zur Legitimierung und Reklamation der Dienstgaben des Apostels oder Propheten auch für die heutige Zeit herangezogen. Dabei wird übersehen, daß sowohl Christus selbst, wie auch die Schreiber der neutestamentlichen Schriften, in erster Linie in konkrete historische Situationen hinein, konkrete Gemeinden und Personen auf unmittelbare Anlässe hin ansprachen bzw. eine einmalige und unvergleichliche Situation vorhanden war. Die Geschichte der Apostel und der Zeitabschnitt der Gemeindegründung wird nun oft im Widerspruch  zur Schrift, der Geschichte der Christen und der Kirche allgemein erklärt und durch die Hintertür eine Art freikirchliche „apostolische Sukzession“ (Amtsnachfolge der Apostel) respektive Apostelgeschichte “unlimited” gelehrt. Weiterlesen „Apostel, Aufgaben und Kriterien“